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24. Juni 2008, 12:10 Uhr

Wie schlimm Staatsschulden sind

Bundeshaushalt

Der Bund will 2011 erstmals seit rund 40 Jahren ohne neue Schulden auskommen - zu spät monieren viele Experten. Aber wie schlimm ist Deutschlands Verschuldung wirklich? Was kann dagegen getan werden? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Staatsschulden. Von Lisa Louis

Die Schulden der öffentlichen Haushalte beliefen sich Ende 2007 in Deutschland auf über 1553 Milliarden Euro© picture-alliance

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat der Staatsverschuldung den Kampf angesagt: Für 2011 strebt er zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder einen Haushalt ohne neue Schulden an.

Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett den Entwurf für den Haushalt 2009 und die Finanzplanung bis zum Jahr 2012. Die Etatpläne von Steinbrück sehen im nächsten Jahr Ausgaben von 288,4 Milliarden Euro vor. Das sind gut fünf Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr.

Steinbrück stand mit seinem Sparkurs in den vergangenen Wochen unter massivem Druck seiner Kabinettskollegen: Die hatten ursprünglich allein für 2009 zusätzliche Ausgaben gegenüber der bisherigen Finanzplanung von rund 7,5 Milliarden Euro verlangt. Bis 2012 summierten sich diese auf 41 Milliarden Euro - ohne Berücksichtigung der Mehrkosten von jährlich zwei Milliarden Euro aus der jüngsten Tarifrunde.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) beispielsweise setzt sich dafür ein, dass bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird. "Wer in Europa mit diesem Ziel fahrlässig umgeht, verbaut die Zukunft", sagte sie auf einer Tagung in Lindau.

CSU fordert Steuersenkungen Auch die Pläne der CSU gefährden das Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushalts: Die Partei fordert Steuersenkungen ab dem kommenden Jahr. Deren Gesamtentlastungen für die Bürger: 28 Milliarden Euro bis 2012. Außerdem macht sich die CSU für die Wiedereinführung der alten Regelung zur Pendlerpauschale für Arbeitnehmer stark. Derzeit bekommen die eine Kilometerpauschale von 30 Cent ab dem 21. Kilometer - entgegen der CSU-Forderung einer Subvention ab dem ersten gefahrenen Kilometer.

Rückendeckung für seinen Konsolidierungskurs bekam Steinbrück von Kanzlerin Angela Merkel. Dennoch ist die Union gespalten: Mitglieder der CDU-Führung wie der Chef des Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann, und Saarlands Ministerpräsident Peter Müller unterstützen offen die CSU-Pläne für schnelle Steuersenkungen und die Wiedereinführung der Pendlerpauschale. Einig ist sich die CDU jedoch in Sachen Familienpolitik: Kindergeld und Kinderfreibeträge sollen ab Januar erhöht werden, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sollen weiter sinken.

Doch lohnt sich Steinbrücks Kampf gegen die Staatsverschuldung? Ist die wirklich so schädlich für Deutschland? Und wenn ja, was kann dagegen getan werden? Ist das Konzept einer Schuldenbremse wirklich sinnvoll? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie schlimm ist unsere Staatsverschuldung?

Dem Statistischen Bundesamt zufolge belaufen sich die Staatsschulden* in Deutschland Ende vergangenen Jahres auf 1553,1 Milliarden Euro - ausgeschrieben sind das 1.553.100.000.000 Euro. Jeder Bürger hat so im Durchschnitt 18.800 Euro Schulden. Historisch gesehen ist das der höchste Schuldenstand seit Gründung der Bundesrepublik (siehe Grafik). Doch wie schlimm ist diese Zahl wirklich?

Für Clemens Fuest besteht Grund zur Sorge - und zwar, weil künftig nicht nur Schuldendienst geleistet sondern auch Zinsen auf die Schulden gezahlt werden müssten. Fuest ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums. Dieses Gremium berät das Ministerium in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik, gilt als das unabhängige "wissenschaftliche Gewissen" der Behörde. Für Fuest schränkt die finanzielle Belastung die Handlungsfähigkeit des Staates stark ein. "Auf einen Gesamtetat von rund 280 Milliarden Euro pro Jahr kommen 40 Milliarden für Zinsen." Eben dieses Geld könne nicht mehr für andere Dinge ausgegeben werden - wie Kindertagesstätten oder Universitäten.

Weniger dramatisch sieht das Florian Zinsmeister vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin: "Immerhin haben wir rund 500 Milliarden Euro Steuereinnahmen jährlich", sagt er. "Die Staatsverschuldung ist gerade mal drei Mal so hoch."

Die Schuldenquote bezeichnet das Verhältnis zwischen öffentlichem Schuldenstand und Bruttoinlandsprodukt. Laut den Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betrug die Quote hierzulande im vergangenen Jahr 66,2, im Jahr 2008 beträgt sie 64,6 Prozent. Damit liegt Deutschland sowohl unter dem EU-Durchschnitt (71,2) als auch dem OECD-Durchschnitt (77,1). Und dennoch: Laut Maastrichter Wachstums- und Stabilitätspakt sollte die Quote höchstens 60 Prozent betragen.

*Als Staatsschulden werden im Folgenden ausschließlich die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden bezeichnet, einschließlich ihrer Extra-Haushalte. Die hier verwandte Definition unterscheidet sich von der der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung: Danach zählen unter anderem auch Schulden der Sozialversicherungsträger zu den Staatsschulden.

Gibt es "gute" und "schlechte" Schulden?

Florian Zinsmeister, der auch Mitglied im Arbeitskreis Steuerschätzung ist, beantwortet diese Frage mit "Ja". Unter bestimmten Voraussetzungen hält er Staatsverschuldung für sinnvoll: "Wenn wir Schulden aufnehmen, um Investitionen zu tätigen - zum Beispiel in Infrastrukturmaßnahmen oder Bildung und Forschung - zahlt sich das aus", sagt Zinsmeister. Schließlich seien die mit künftiger Rendite verbunden.

Werde etwa der Bau einer Autobahn durch Schuldenaufnahme finanziert, profitierten auch künftige Generationen davon - und sollten ihren Teil zur Finanzierung der Investition beitragen, indem sie auch Zinsen zahlen und Schulden abtragen. In dem Fall funktioniere der Staat wie ein Unternehmen, das sein Kapital anlege.

"Schlechte Schulden" hingegen seien jene, bei denen die zusätzlichen Mittel für Konsum ausgegeben würden - wie zum Beispiel bei Personalkosten. Würden dafür Schulden angehäuft, sei das ein strukturelles Problem, so Zinsmeister.

Brutto- versus Nettoinvestitionen Artikel 115 des Grundgesetzes schreibt eine Investitions-Regel fest: "Die Einnahmen aus Krediten dürfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben für Investitionen nicht überschreiten; Ausnahmen sind nur zulässig zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts" - so steht es im Gesetz. Dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage zufolge bezieht sich dieser Artikel auf die Bruttoinvestitionen des Bundes, also die Gesamtausgaben.

Clemens Fuest vom Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums sieht gerade in dieser Definition ein großes Problem: Die Bruttoinvestition spiegelten nicht den wirklichen Vermögenszuwachs des Bundes wieder, da der Wertverlust der Investition (die Abschreibungen) nicht berücksichtigt werde. Im Falle der Autobahn etwa verliert diese umso mehr an Wert, je mehr Autos darüber fahren und die Straße abnutzen.

Aber auch wenn der Wertverlust der Investition mit in die Kalkulation einfließen würde, wäre das Schuldenproblem des Staates nicht gelöst: Denn die Höhe der Abschreibung lasse sich oft schwer bemessen. Dies sei vielleicht noch beim Straßenbau möglich, werde aber spätestens bei Investitionen in die Bildung viel zu kompliziert. "Wer kann schon genau bemessen, wie viel jemand nach seiner Ausbildung wieder vergisst", sagt Fuest. Daher spricht sich der Ökonom generell gegen eine Orientierung der Schuldenaufnahme an den Investitionen aus.

Bei wem hat Deutschland Schulden?

Der deutsche Staat leiht sich Geld direkt vom Bürger, indem er Staatsanleihen ausgibt. Das sind Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand - also Bund, Ländern und Gemeinden - und anderer Körperschaften. Die Laufzeiten und Verzinsung der Anleihen unterscheiden sich - je länger sie gelten, desto höher sind die Zinsen.

Die Qualität einer Staatsanleihe wird von der Ratingagentur Moody's bestimmt - unter anderem Frankreich, Irland und Deutschland hat Moody's die höchste Bonität zugesprochen. Die bekanntesten Arten von Staatsanleihen sind sogenannte Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe oder auch Finanzierungsschätze. In der Regel gehören Staatsanleihen zu den sichersten Papieren, was bei Staaten in Krisensituation anders aussehen kann. Hochverschuldete Staaten müssen so höhere Renditen bieten als beispielsweise Deutschland, dem kein Staatsbankrott droht.

Kann ein Staat pleite gehen?

Überträgt man privatwirtschaftliche Regeln auf den Staat, ist dieser pleite, wenn er seinen aktuellen Schuldenstand nicht mehr durch alle aktuellen und zukünftigen Einnahmen finanzieren kann.

Ökonom Florian Zinsmeister zufolge besteht diese Gefahr in Deutschland nicht. Auch Clemens Fuest von der Universität Köln sieht den deutschen Staat noch weit entfernt von solch einem Szenario. Jedoch sei auch heutzutage schon die Handlungsfähigkeit eingeschränkt - eben durch die Zinsausgaben. Das Geld ist weg - und kann für nichts anderes mehr verwendet werden.

Das Beispiel Argentinien Einen Quasi-Staatsbankrott gab es beispielsweise im Dezember 2001 in Argentinien - die Regierung erklärte ihre Zahlungsunfähigkeit gegenüber den Gläubigern des Landes. Zuvor war Argentinien unter anderem wegen der Wirtschaftskrise im Nachbarland Brasilien unter Druck geraten. Beide Währungen, der brasilianische Real und der argentinische Pesos, waren an den amerikanischen Dollar gekoppelt. Nur gab Brasilien die Anbindung im Gegensatz zu Argentinien Ende 1999 auf. Die Folge: Der Kurs des Real brach drastisch ein und führte zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil für Brasilien. Die Regierung Argentiniens versuchte trotz der negativen wirtschaftlichen Folgen für die eigene Exportwirtschaft die Anbindung des Pesos aufrechtzuerhalten und musste dafür massiv Kredite aufnehmen. Als im November 2001 ein vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gesetztes Haushaltsziel nicht erreicht wurde, führte dies zu einem drastischen Vertrauensverlust in die heimische Wirtschaft. Der IWF gewährt Kredite an Länder in wirtschaftlichen Notlagen unter bestimmten Auflagen wie einer niedrigen Inflation und begrenzten Staatsausgaben. Werden diese Auflagen nicht erfüllt, stellt der Fonds eventuell die Zahlungen ein - im Falle Argentiniens weigerte er sich, einen vereinbarten Betrag von 1,25 Milliarden US-Dollar zu überweisen.

Wechselkurs gerät immer stärker unter Druck Um einer durch den Vertrauensverlust verursachten massiven Kapitalflucht und einem möglichen Bankrun vorzubeugen, führte Wirtschaftsminister Domingo Cavallo das sogenannte "Corralito" (Ställchen) ein: Höchstens 250 Pesos konnten pro Woche von Girokonten abgehoben werden. Zudem erklärte die Regierung ihre eigene Zahlungsunfähigkeit. In der Folge geriet der Wechselkurs zum Dollar immer mehr unter Druck - teilweise kostete ein Dollar vier Pesos.

Erst ab Mitte 2002 pendelte die argentinische Währung sich wieder ein, die Wirtschaft begann, sich zu erholen. Die Ursache lag auch im niedrigen Pesokurs: Argentinische Produkte waren wettbewerbsfähiger geworden. So stieg das Wachstum von minus zwölf Prozent in den ersten Monaten 2002 auf 8,9 Prozent im Jahr 2003.

Was ist eine Schuldenbremse?

Eine Schuldenbremse begrenzt die Neuverschuldung: Langfristig wird ein ausgeglichener Haushalt angestrebt, kurzfristige Defizite sind allerdings erlaubt. "Um im Abschwung keine Einnahmeeinbußen zu haben", sagt Clemens Fuest vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, "kann der Staat entweder die Steuern erhöhen oder aber sich verschulden."

Sinnvoll sei gemäß der "Theorie der Steuerglättung" jedoch nur letztere Möglichkeit: Die besagt, dass es vorzuziehen ist, Finanzierungslücken mit Krediten zu stopfen, anstatt dafür die Steuern zu erhöhen - der verwaltungstechnische Aufwand sei sonst zu hoch. So werden im wirtschaftlichen Abschwung Schulden aufgenommen, im Aufschwung wieder abgebaut.

Das Problem dabei ist, dass selbst in wirtschaftlich guten Zeiten der Abbau von Staatsschulden schwierig wird: Die Politiker sind vor allem an ihrer Wiederwahl interessiert. Für eine Regierung ist es schwieriger, dem Wähler eine strikte Sparpolitik nahezubringen, als Steuersenkungen anzukündigen. Von alleine funktioniert eine Schuldenbremse also nicht - sie muss in einem Regelwerk festgelegt sein.

Schuldenbremsen in Deutschland Schon heute hat die deutsche Staatsverschuldung zwei Begrenzungen: einerseits die Regel des Paragraphen 115 des Grundgesetzes (siehe "Gibt es gute und schlechte Schulden?"), andererseits gelten die Kriterien des Wachstums- und Stabilitätspaktes, auch Maastricht-Kriterium genannt.

Letzteren zufolge darf die Staatsverschuldung nicht mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen, die Nettokreditaufnahme höchstens drei Prozent. Übersteigt die Nettokreditaufnahme diese Grenze, droht dem Staat ein Vertragsverletzungs-Verfahren der EU. Gegen Deutschland wurde in der Vergangenheit nach vier Jahren über der Drei-Prozent-Marke ein solches Verfahren eingeleitet. Als die Nettokreditaufnahme 2007 jedoch wieder sank, wurde das Strafverfahren gestoppt.

Weitere Ansätze Im März 2007 wurde die sogenannte Föderalismus-Kommission ins Leben gerufen. Bis spätestens Herbst 2009 soll das Gremium unter Leitung von SPD-Fraktionschef Peter Struck und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) unter anderem einen Weg aus der Schuldenpolitik finden. Seitdem gab es verschiedene Vorschläge, wie die Staatsverschuldung begrenzt, beziehungsweise abgebaut werden kann. Oettinger zum Beispiel brachte einen Anti-Schulden-Pakt von Bund und Ländern auch zum Abbau der Altschulden ins Gespräch. Der Bund lehnt bislang aber eine Beteiligung an einem Fonds zum Abbau der Altschulden der Länder ab.

Umstritten ist auch, wie scharf die Schuldenbremse zupacken soll: Während Oettinger und die Unions-Fraktion für ein weitgehendes Neuschuldenverbot eintreten - mit Ausnahmen nur in Sondersituationen wie Naturkatastrophen -, will die SPD-Fraktion bis zu 0,75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zulassen.

Wie sinnvoll sind die bestehenden Schuldenbremsen?

Abgesehen von der Diskussion um den Artikel 115 des Grundgesetzes (siehe "Gibt es gute und schlechte Schulden?") scheiden sich auch an den Maastricht-Kriterien die Geister. Florian Zinsmeister vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung geht die Regelung nicht weit genug: "Für einen zyklischen Ausgleich des Budgets sind drei Prozent Nettokreditaufnahme am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht genug", findet er. Der zyklische Budgetausgleich ist das Konzept, bei dem im Abschwung Kredite aufgenommen werden, die im Aufschwung mit den zusätzlichen Steuereinnahmen zurückgezahlt werden. Bei drei Prozent Schuldengrenze müsse der Staat Zinsmeister zufolge jedoch selbst im Abschwung sparen.

Clemens Fuest vom wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums sieht das anders: Zwar sei der Pakt prinzipiell gut durchdacht, die Drei-Prozent-Marke jedoch stamme "noch aus einer Zeit, in der ein reales Wachstum von drei Prozent erreichbar schien", sagt Fuest. Damals hätte man noch eine Verschuldung von 60 Prozent des BIPs stabilisieren können, bei heutigen Wachstumsraten sei das jedoch nicht mehr der Fall. Im ersten Quartal 2008 wuchs die deutsche Wirtschaft um 1,5 Prozent. Der Ökonom plädiert daher für eine Verschuldungsgrenze in der Nähe des Nullpunkts.

KOMMENTARE (10 von 46)
 
stern.de-Admins (03.07.2008, 17:19 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Da Ihre Diskussion gar nicht mehr zum eigentlichen Themen geführt wird, schließen wir die Debatte an dieser Stelle.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Robbespierre (03.07.2008, 15:49 Uhr)
@whismerh2
Die Geschichte beginnt schon lange vor 1947. Hier ein Auszug aus Wikipedia:
-
"Bereits 1937 legt die britische Peel-Kommission einen Teilungsplan vor. Gemäß der prozentualen Bevölkerungsverteilung sieht dieser Galiläa und einen Küstenstreifen als israelischen und den größeren Rest als arabischen Teil vor. Die neu eingewanderten Juden sind sofort begeistert, die hiesig stämmigen Araber reagieren ablehnend. Der Plan scheitert.
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Die deutsche Orientpolitik erlebte nach der anfänglichen Förderung der jüdischen Emigration nach Palästina eine schleichende Prioritätenverschiebung und mündete schließlich in der Verbrüderung mit arabischen Nationalisten im gemeinsamen Kampf gegen die britisch-jüdische Macht. 1941 wurde der bedeutendste Kollaborateur, der Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini und einflussreicher Führer der arabischen Nationalbewegung, von Adolf Hitler in Berlin empfangen. Von Berlin aus plante al-Husseini zusammen mit Adolf Eichmann die Ermordung der im arabischen Raum lebenden Juden. [4]
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Am 29. November 1947 stimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit für den Teilungsplan, der Westpalästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat teilen soll.
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Mit dem Ziel, tatsächlich einen unabhängigen jüdischen Staat zu gründen und den Überlebenden der Shoa eine Heimat zu schaffen, akzeptiert die jüdische Bevölkerung den Plan. Die Araber lehnen den Plan dagegen ab, da sie die jüdische Präsenz in der Region als Provokation empfinden."
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Soweitder Wikipediaauszug, zu finden unter http://de.wikipedia.org/wiki/
Israel#Mandatszeit
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Kein Wunder also, daß alte wie neue Nazis gefallen an den Plänen zur Vernichtung Israels durch die Palästinenser finden.
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Aber bitte geben Sie mir doch mal die angeblich so haushaltsbelastenden Zahlungen an Israel durch. Und dann vergleichen wir das mit der Handelsbilanz :-)
Von der Anwesenheit der amerikanischen Truppen profitieren ebenfalls ganze Regionen, das sind Beschäftigungsmotoren.
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Wer sich auf solche bilanztechnischen Lächerlichkeiten im Bundeshaushalt einschießt, der ist vermutlich aus der braunen Ecke zumindest infiziert worden...!
whismerh2 (03.07.2008, 10:37 Uhr)
@robespierre
Ich darf Sie kurz zitieren
.
Abgesehen davon, daß Israels Staatsgründer zunächst friedlich mit den arabischen Nachbarn koexistieren wollten,
Die Geschichte sieht leider etwas anders aus.
.
Allein 1948/49 flohen etwa 500.000 arabische Palästinenser bzw. sie wurden vertrieben.
Die Siedlungspolitik spricht Bände.
Aber mir läuft das jetzt alles aus dem Ruder.
Bleiben Sie bei Ihrer Meinung ich bei meiner.
Auserdem fehlte mir bei Ihrem Komment unter anderem die Begründung warum wir weiter an die Allierten zahlen müssen und warum man das nicht offen sagen kann ohne dabei gleich als Brauner Fuzzi abgestempelt zu werden.
So das wars jetzt.
namidh (03.07.2008, 08:55 Uhr)
@Robbespierre
Die Argumente muss erst jemand entkräften. Danke für den Beitrag.
Is2a3bella (03.07.2008, 08:52 Uhr)
"Wie schlimm Staatsschulden sind"
"Aber wie schlimm ist Deutschlands Verschuldung wirklich? ... stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Staatsschulden."
Andere Frage.....
Wie schlimm ist der Verrat am Volk?
---
„Die Regelung sieht vor, dass die MdEPs wählen können, welchem Steuerrecht sie sich unterwerfen wollen – dem jeweiligen nationalen oder einer eigenen EU-Besteuerung.“
„Angesichts der monatlichen Diäten von rund 7000 Euro schätzt Koch-Mehrin den Vorteil durch die günstigere EU-Besteuerung „im Schnitt auf ungefähr 1000 Euro im Monat.“
http://www.focus.de/politik/deutschland/mitten_aus_berlin/mitten-aus-berlin-politische-grillsaison_aid_315088.html
bettelmann (03.07.2008, 08:21 Uhr)
Eine Frage an Lisa Louis
Sehr geehrte Frau Louis,
in dem Artikel "Wie schlimm Staatsschulden sind" heißt es zu Beginn:
"Der Bund will 2011 erstmals seit rund 40 Jahren ohne neue Schulden auskommen - zu spät monieren viele Experten. Aber wie schlimm ist Deutschlands Verschuldung wirklich? Was kann dagegen getan werden? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Staatsschulden."
Aber die selbstgestellten Fragen bleiben unbeantwortet. Um sagen zu können, wie schlimm die Staatsverschuldung ist müsste als Erstes die Gesamtverschuldung der öffentlichen Hand ermittelt werden (Kommunen+Kreise+Länder+Land).
Dann müsste man sagen von wem die Schulden zu tilgen sind.
Ich hatte mal vor rund 5 Jahren ohne Berücksichtigung von Zins und Zinseszins grob errechnet, wie viel jeder Erwerbstätige monatlich, bei einer Tilgungszeit von 30 Jahren abzugeben hätten. Ich kam damals auf 400,00 EURO monatlich, die jeder Erwerbstätige 30 Jahre lang zahlen müsste.
Mir hat das Ergebnis gezeigt, dass unsere Staatsverschuldung nicht tilgbar ist und eines Tages nur durch einen finanziellen Neustart auf Null zurück gefahren werden kann.
Nun zu meiner Frage an Frau Lisa Louis: Kommen Sie zum gleichen Ergebnis? Danke.
Antwort bitte an: wawmk@t-online.de
CaptnCrunch (02.07.2008, 21:23 Uhr)
@robby
..lass stecken man.. die checken es nie.. das dumme fussvolk ist genauso labil und beeinflußbar wie vor 70 jahren..
die warte doch nur auf nen neuen führer.. siehste ya was abgeht ohne adi
Robbespierre (02.07.2008, 17:15 Uhr)
@terrax
Zitat "Gegen alle Länder darf man etwas sagen nur nicht gegen Israel und Amerika?". Wo haben Sie das denn her? Natürlich darf man das, schauen Sie sich doch mal um! Jeder wettert gegen die Politik USA (da nehme ich mich selbst nicht aus) aber viele HETZEN gegen Israel und das ist ein Unterschied.
Ich war früher auch sehr israelkritisch eingestellt, aber in den letzten Jahren habe ich meine Meinung gehörig revidiert. Israel ist ein Land mit voller Existenzberechtigung und wird seit fünfzig Jahren von seinen Feinden angegriffen, ohne dass Aussicht auf ein Ende dieser Aggression besteht. In der gesamten islamischen Welt kann man sich sicheren Beifall ernten, wenn man demagogisch den Untergang Israels fordert. Das ist zum reinen Selbstläufer geworden und in meinen Augen macht der Iran da keine Ausnahme. Deshalb bin ich schwer dafür, den isolierten Ahmadinedschad gut zu beobachten, denn da er zunehmend isoliert ist, könnte die Versuchung groß sein, Israel nuklear anzugreifen. Abgesehen davon, daß Israels Staatsgründer zunächst friedlich mit den arabischen Nachbarn koexistieren wollten, die Hand zum Dialog von arabischer Seite aber ausgeschlagen wurde und das arabische Lager seither auf die militärische Karte setzt, sind die arabischen Aggressoren in meinen Augen einfach auch schlechte Verlierer. Nach drei verlorenen größeren Kriegen und mehreren verlustreichen Gemetzeln sollte den arabischen Agitatoren und Aggressoren klar sein, daß sie militärisch schlicht zu doof sind um Israel zu besiegen. Das Maul können sie weit aufreissen, sie haben militärisch und intellektuell nichts aber auch gar nichts drauf, was zu einer Lösung führen könnte. Die Früchte des gesähten Hasses tragen sogar soweit, daß palästinensische Mütter ihre Kinder mit Mollis bewaffnet zum Sterben gegen israelische Panzer schicken. Pfui Deibel! Wenn diese Kinder dann tot sind, haben die arabischen Agitatoren wieder genug Propagandamaterial um immer weiter zu behaupten, dass Allah sie aus der selbstverdienten Scheiße ziehen möge, wenn sich die nächsten armen Teufel auf Selbstmordanschläge einlassen. Israel ist eine Demokratie, die sich verteidigt gegen eine in meinen Augen komplett durchgeknallte arabische Stolzmentalität. Haben Sie schon mal überlegt wie pervers das wäre, wenn hiesige Gruppen Anschläge auf Polen verübten? Ich als Ostpreußen-Nachfahre schieße ja auch keine Kassam-Raketen auf polnische Dörfer und habe stattdessen akzeptiert, daß die Bilder aus dem Fotoalbum meiner Großmutter nun einem anderen Land zugehören. Wenn es von Mauretanien bis Bangladesh aufgrund einer in meinen Augen vormodernen und kranken Mentalität nicht möglich ist, dieses Land anzuerkennen und in Frieden zu lassen, wird es keinen Frieden geben. Ich will aber, dass die MODERNE siegt.
Leider funktioniert daher nur Abschreckung, deshalb soll Israel von mir aus noch fünf Dutzend U-Boote von Deutschland geschenkt bekommen. Ich habe jedenfalls diese rechte Heuchelei von wegen Palästinensersolidarität (hier zünden die gleichen Rechten, die sich für die Palis einsetzen, in deren Asylfall dann nämlich die Asylbewerberheime an) einfach satt. Israel ist eine moderne Demokratie, in der es Meinungsvielfalt und der täglichen Angriffe zum Trotz sogar eine Friedensbewegung gibt. Auf der anderen Seite des Zauns herrscht eine orientalische Jungmachokultur, die noch in fünf Generationen Kinder zum Sterben schicken wird. Könnten die "man-muß-es-aber-doch-mal-sagen-dürfen,-daß -die-Israelis-genauso-wie-die-Nazis-sind" Forumsteilnehmer dies vielleicht auch mal durchdenken? Danke. Und den Haushalt belasten die Zahlungen an Israel übrigens nicht wirklich.
terrax (02.07.2008, 16:17 Uhr)
@robbespierre
Wie ist das eigentlich mit den USA und Israel die dem Iraner vorwerfen er habe Atomwaffen? Gegen alle Länder darf man etwas sagen nur nicht gegen Israel und Amerika? Die Israelis sind auch keine Unschuldslämmer. Was wenn der Iran nun garkeine A-Waffen hat so wie der Ami es auch dem Iraker vorgeworfen hat?
Es geht doch nur darum daß der Amerikaner den Dollar als Leitwährung behält und Israel wird dieses mal als Strohmann benutzt, damit der Ami sich nicht die Hände schmutzig macht. Denn im Irak-Krieg hat der Ami sich ja gut blamiert nachdem es dort keine A-Waffen gab. Und vielen Staaten kosten diese Einsätze Milliarden, u.a. auch Deutschland. Und das alles nur damit der Ami seinen sch* Dollar behält. Der Ami greift alle Länder an, die den Dollar nicht mehr als Leitwährung haben wollen. Der Ami denkt sich dann etwas feines aus, was dann in der internationalen Presse verbreitet wird z.B. die Geschichte mit den A-Waffen und dann klappt das schon. Genauso wie mit unserem deutschen BND-Agenten Curveball, auf den sich die US-Regierung für den Irak-Krieg berufen hat.:
http://de.wikinews.org/wiki/BND:_USA_%C3%BCbertrieben_Hinweise_auf_Massenvernichtungswaffen
knilch_59 (02.07.2008, 16:16 Uhr)
@whismerh2
Der Grund dafür, dass die Verschuldung 1992 derart angestiegen ist, besteht im hohen Anspruchsniveau (aus den 70er Jahren). Wir haben die halbe DDR und viele der damaligen Generation 52+ mit aberwitzig hohen Versorgungsansprüchen ausgemustert – volkswirtschaftlich haben wir das Geld konsumtiv verpulvert. Die Menschen, die wir vor 15 Jahren – nach „nur“ 30-35 Jahren Arbeit mit knapp 70% Ihres Nettos „freigesetzt“ haben, leben heute noch und werden auch hoffentlich noch lange leben. Sie sind zwar nicht „reich“, leben aber trotzdem „über ihre Verhältnisse“, weil wir es ihnen so versprochen haben. Und das sollten wir auch halten!
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Was uns heute fehlt, ist die Glaubwürdigkeit unserer Politiker. Aber daran sind wir (!) schuld, indem wir uns so gerne mit bequemen Lügen abspeisen lassen. Die Wahrheit sagen lohnt sich politisch nicht, dafür wird man abgewählt. Es ist politischer Selbstmord, einen strikten Sparkurs über die gesamte Legislaturperiode durchzuhalten. Im Wahlkampf gewinnt der, der die meiste Knete verteilt. Wenn zur Bundestagswahl 2013 die Staatsschulden auf 1,4 Billionen runtergewirtschaftet wären und der Staatshaushalt einen jährlichen Überschuss von 50 Mia aufwiese, würde es immer noch 28 Jahre (= 7 Legislaturperioden) bis zur Schuldenfreiheit dauern, trotzdem würde wieder irgendein Spinner von CSU oder FDP fordern, dass der Staat da etwas zurückgeben müsste (wovon eigentlich?).
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Zum Thema „sinnlose Ausgaben“. Das tut weh und muss immer wieder neu angeprangert werden. Aber es ist überall das Gleiche: ein Teil des Geldes wird immer sinnlos ausgegeben. Im Privathaushalt ist es die dritte Tupper-Butterdose oder der praktische Zweit-Akku-Bohrschrauber, im öffentlichen Haushalt sind eben die Dimensionen größer. Ich will damit nicht der Verschwendung das Wort reden, aber Menschen machen nun mal Fehler, und hinterher kommt es sehr oft anders als geplant. Wir werden also leider immer einen Teil als sinnlos verpulvert abschreiben müssen.
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Und wenn die Oma von terrax nur 600 € Rente hat, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet hat, dann liegt das daran, dass es entweder keine Erwerbsarbeit war, oder sie nicht Vollzeit gearbeitet hat. Der „Eckrentner“, der 45 Jahre lang für den Durchschnittsverdienst gearbeitet hat, hat knapp das Doppelte. Wer glaubt, dass ein Rentensystem dauerhaft funktioniert, in das man 35 Jahre 18% einzahlt und dann 30 Jahre 50% rausbekommt, hat nicht den Hauch einer Ahnung vom Rechnen, auch nicht mit Zins uns Zinseszins! Soviel zum Anspruchsniveau.
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Der Weg aus den Staatsschulden kann nur in einer Kombination verschiedener, drastischer Maßnahmen erfolgen: Steuererhöhungen (gingen am Sozialverträglichsten über Erbschafts- und Schenkungssteuer mit vernünftigen Freibeträgen) + langfristige Ausgabensenkung wegen Abbau des Beamtenapparates durch Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung + Maximierung der Versorgungsansprüche für Beamte auf ein Maß, das einer sehr guten Versorgung von Arbeitnehmern entspricht.
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