Lauenburg bangt und hofft

11. Juni 2013, 17:10 Uhr

Die Flutpegel in Niedersachsen stagnieren zurzeit, banges Warten in Lauenburg, in Sachsen-Anhalt kämpft die Bundeswehr gegen einen gebrochenen Deich - die Ereignisse im stern.de-Newsticker.

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Die Bruchstelle bei Fischbeck hält die Bundeswehr seit zwei Tagen in Atem. Inzwischen ist es gelungen, die Fließgeschwindigkeit durch das Abwerfen von riesigen Sandsäcken per Helikopter zu verringern©

+++ 16.05 Uhr: Merkel in Hitzacker unterwegs +++

Flutbesuch, Folge vier: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird erneut zu Hochwasserbetroffenen und Helfern an die Deiche fahren. Diesmal sogar parteiübergreifend mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Am Nachmittag wurde die Kanzlerin in Hitzacker erwartet. In Hitzacker lag der Pegelstand bei 8,17 Meter. Sonst werden dort im Durchschnitt 2,67 Meter gemessen.

+++ 15.29 Uhr: Lauenburg bangt und hofft +++

Der Wasserstand in Lauenburg stagniert derzeit bei 9,59 Metern. Doch noch trauen die Helfer in Lauenburg dem Frieden nicht. "Der Pegel ist die letzte Stunde konstant geblieben", so ein Feuerwehrsprecher. "Wir hoffen, dass das jetzt das Ende ist."

Dennoch ist die Gefahr für die von Überflutung bedrohten Orte entlang der Elbe nicht gebannt. Experten gehen davon aus, dass die Pegelstände nicht vor Ende der Woche sinken. Das Wasser drückt dauerhaft auf die Dämme. "Der Fokus liegt heute vollkommen darauf, dass die Deiche nicht brechen", erklärte eine Sprecherin des Krisenstabs des Kreises Lüchow-Dannenberg.

+++ 14.25 Uhr: Niedersachsen gibt 40 Millionen +++

Die Regierung in Niedersachsen stellt den Hochwasseropfern in Niedersachsen Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Hälfte stammt aus Bundesmitteln, die zweite schießt das Land dazu. Eine ähnliche Regelung hat Sachsen-Anhalt am Morgen verkündet.

+++ 13.23 Uhr: Zwölf Milliarden Euro Schaden befürchtet +++

Wie teuer kommt das Hochwasser die Deutschen zu stehen? Die Ratingagentur Fitch hat dazu erste Berechnungen veröffentlicht. Demnach muss sich die Versicherungsbranche auf Schäden von bis zu drei Milliarden Euro einstellen. Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte sich insgesamt sogar auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, so Fitch. Damit würde das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. Diese hatte der Branche rund 1,8 Milliarden Euro gekostet.

+++ 13.34 Uhr: Hotline für Hochwasser-Opfer +++

Hochwasser-Opfer können sich ab Mittwoch über eine Telefonhotline der Verbraucherzentralen beraten lassen. Dort geben Experten Rat zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen. Die gebührenfreie Nummer lautet 0800 100 3711 und ist von montags bis freitags 9 bis 16 Uhr erreichbar.

+++ 13.15 Uhr: Schleswig-Holstein stellt eine Million bereit +++

Flutopfer in Schleswig-Holstein sollen rasch und unbürokratisch Hilfe bekommen. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eine Million Euro bereit, auf die der Bürgermeister von Lauenburg zugreifen könne. Später werde der Fonds möglicherweise aufgestockt. Auch der Bund sei bereit zu helfen, so Albig nach einem Treffen mit Vertretern des Bundesfinanzministeriums.

+++ 12.40 Uhr: Deichbruchstelle bei Fischbeck unter Kontrolle +++

Die Deichbruchstelle an der Elbe bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung unter Kontrolle. Der Deich breche nicht noch weiter auf und die Fließgeschwindigkeit des aus dem Flussbett strömenden Wassers sei verringert worden, sagte CDU-Landesinnenminister Holger Stahlknecht. Zuvor hatte die Bundeswehr mit Hubschraubern große Sandsäcke in die Fluten geworfen.

+++ 11.52 Uhr: Hochwasserspitze jetzt in Brandenburg +++

Die Spitze des Hochwassers an der Elbe hat Sachsen-Anhalt verlassen. Sie ist seit Dienstagmorgen in Höhe von Wittenberge im Land Brandenburg, heißt es von Seiten des Landesbetriebs für Hochwasserschutz Magdeburg. In Magdeburg sinkt der Pegelstand an der Strombrücke auf 6,85 Meter (9 Uhr). In der Spitze waren hier 7,46 Meter gemessen worden, bei der Jahrhundertflut 2002 waren es 6,72 Meter. Normal sind dort knapp zwei Meter. Die knapp 3000 Einwohner des Magdeburger Stadtteils Rothensee können wieder zurück in ihre Wohnungen. Östlich der Elbe gelegene Stadtteile Magdeburgs bleiben dagegen weiter geräumt.

+++ 11.43 Uhr: Die Bundesliga hilft +++

Der Fußball-Bundesligist 1.FC Nürnberg will die Opfer der Hochwasserkatastrophe mit einem Benefizspiel unterstützen. "Es macht uns sehr betroffen, wie viele Menschen durch diese Hochwasserkatastrophe unverschuldet in Not geraten sind", so Club-Sportvorstand Martin Bader auf der Internetseite des fränkischen Traditionsvereins. "Wir möchten die Geschädigten durch das Benefizspiel nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch Mut machen, um diese schwierige Situation zu meistern."

Ein genauer Termin für die geplante Hilfspartie steht noch nicht fest. Zuvor hatten bereits der FC Bayern München, der FC Augsburg und 1860 München Benefizspiele angekündigt.

+++ 11.36 Uhr: "Big Bags" auf die Bruchstelle +++

Nach wie vor strömt Wasser durch den durchgebrochenen Deich bei Fischbeck (Sachsen-Anhalt). Die Bundeswehr wirft von Hubschraubern aus sogenannte "Big Bags", riesige mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter breite Bruchstelle. Zahlreich Ortschaften sind überflutet. Nach Angaben des Landkreise Stendal sind rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

+++ 10.44 Uhr: Magdeburger dürfen zurück in ihre Wohnungen +++

Laut MDR Info dürfen die Einwohner in den Magdeburg nach einem Beschluss der Stadt wieder zurück in ihre Wohnungen im Stadtteil Rothensee und auf dem Werder. Das Gebiet war wegen des Hochwassers evakuiert worden.

+++ 10.37 Uhr: Pumpen in Lauenburg werden abgestellt +++

Ein letzter Versuch, Wasser aus der Lauenburger Altstadt zu pumpen, ist gescheitert. In der Nacht hatte man noch einmal versucht, den Wasserstand mit Hochleistungspumpen zu reduzieren, doch man habe den Versuch am frühen Dienstagmorgen aufgegeben, so die Feuerwehr.

+++ 9.25 Uhr: Flut stagniert +++

Die aktuellen Pegelstände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein: Schnackenburg: 7,76m (gleichbleibend), Hitzacker: 8,17m (gleichbleibend), Bleckede: 11,89 Meter (stagnierend), Lauenburg/Hohnsdorf: 9,46m (zurzeit stagnierend).

+++ 09.06 Uhr: Rösler für Nothilfefonds +++

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer des Hochwassers mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Der Bund solle von Bund und Ländern gleichermaßen gefüllt werden, so Rösler im Inforadio des RBB. Nach dem Hochwasser 2002 habe es einen ähnlichen Fonds gegeben. "Das hat sich bewährt." Wie viel Geld über den Fonds zur Verfügung gestellt werden soll, ließ Rösler offen. Die Schäden ließen sich erst beurteilen, wenn das Wasser abgelaufen sei.

+++ 08.52 Uhr: Altmaier für Enteignungen +++

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist angesichts der dramatischen Hochwasserlage für drastische Maßnahmen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. In der "Passauer Neuen Presse" fordert Altmaier Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten, die gezielte Ausweisung von Vorflutflächen sowie auch Rückverlegungen von Deichen, um den Flüssen mehr Raum zu geben. Auch Enteignungen dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. "Sie müssen aber immer die Ultima Ratio bleiben", schränkte der Minister ein.

+++ 08.22 Uhr: Bahnbrücke bleibt gesperrt +++

Die Bahnbrücke über die Elbe bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das sorgt weiterhin für massive Behinderungen im Zugverkehr. Insbesondere auf den ICE-Strecken Berlin-Kölnh und Berlin-Frankfurt müssen Reisende bis zu drei Stunden zusätlich einplanen. Hier können sich Bahnreisende informieren.

+++ 08.16 Uhr: Flutscheitel passiert Niedersachsen +++

"In weiten Teilen des niedersächsischen Elbgebietes sind die Höchstwerte erreicht", so Achim Stolz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das sei aber kein Grund zur Entwarnung. Das Wasser werde mehrere Tage im Bereich der Höchstwerte der vorherigen Hochwasser stagnieren.

+++ 07.58 Uhr: Anstieg in Lauenburg +++

In Lauenburg ist das Elbe-Hochwasser nach Angaben des Krisenstabs in der Nacht um einen bis drei Zentimeter pro Stunde gestiegen. Heute früh betrug der Pegelstand 9,56 Meter, normalerweise sind es rund fünf Meter. Aus Sicherheitsgründen mussten 600 Helfer in der Nacht abrücken. Heute soll aber wieder Wasser aus Lauenburgs Altstadt heraus gepumpt werden, wenn es die Lage zulässt.

+++ 07.22 Uhr: Ausgewählte Pegelstände +++

Das sind die aktuellen Pegelstände (5 Uhr): Dresden: 6,43m/ Torgau: 7,82m, Wittenberge: 7,74m, Hitzacker (7Uhr): 8,17m, Bleckede 11,89m, Lauenburg: 9,47m

+++ 06.55 Uhr: Abdichtung bei Fischbeck unmöglich +++

Auch die Bundeswehr muss vor den Elbfluten kapitulieren. Zwar werfen Hubschrauber nach wie vor Riesensandsäcke ab, um den Deichbruch bei Fischbeck zu schließen. Doch ein vollständiges Abdichten ist laut den Einsatzkräften derzeit nicht möglich. Ziel sei die Verringerung der Durchflussmenge.

+++ 05.19 Uhr: Pegel in Magdeburg sinkt +++

In Magdeburg ist der Elbe-Pegel innerhalb von 12 Stunden um 15 Zentimeter gesunken. Die Bewohner der evakuierten Gebiete dürfen jedoch noch nicht zurück in ihre Wohnungen und Häuser.

+++ 05.06 Uhr: Banges Warten in Lauenburg +++

An der Unterelbe erwartet man den Hochwasserscheitel. Im niedersächsischen Hitzacker zeigte der Pegel in der Nacht 8,17 Meter. Der langjährige Mittelwert der Elbe liegt dort bei 2,67 Metern. Die Altstadt ist bereits evakuiert. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg wird am Donnerstag ein Höchststand von 10,15 Metern erwartet. Das wäre der höchste dort jemals gemessene Wert.

+++ 04.12 Uhr: Deichbruch bei Fischbeck macht Sorgen +++

Die Hochwasserlage im Norden Sachsen-Anhalts bleibt angespannt. Im Landkreis Stendal strömen nach dem Bruch des Deichs bei Fischbeck weiterhin große Mengen Elbwasser ins Umland. Bis Mitternacht war die Bundeswehr mit Hubschraubern im Einsatz, um die Wassermassen mit Hilfe riesiger Sandsäcke aufzuhalten. Das Wasser läuft unter anderem in Richtung Havelland in Brandenburg. Dort wurde am Abend ein 3,5 Kilometer langer Notdeich fertiggestellt.

Die aktuellen Pegelstände In vielen Teilen Deutschlands sind die Flüsse über die Ufer getreten. Hier finden Sie für alle betroffenen Gebiete die aktuellen Pegelstände.

Hier können Sie spenden Deutschland rückt zusammen: Viele Menschen wollen den Betroffenen in den Hochwassergebieten helfen. Dafür haben zahlreiche Hilfsorganisationen Spendenkonten eingerichtet. Hier ein Überblick.

Sandsäcke - Helfer in der Not Bei Hochwasser gehören Sandsäcke zu den wichtigsten Hilfsmitteln. Sie dienen dem Gebäudeschutz und der Sicherung von Deichen. Katastrophen hätten immer wieder gezeigt, wie wichtig es in gefährdeten Gebieten sei, einen Notfall-Vorrat bereitzuhalten, heißt es beim Technischen Hilfswerk. Ein gefüllter Jute- oder Kunststoffsack wiegt 15 bis 20 Kilogramm. Jutesäcke sind an steilen Böschungen rutschfester und passen sich Unebenheiten gut an. Dafür verrotten sie eher. Kunststoffsäcke rutschen leichter, sind aber gegen Nässe und Witterungseinflüsse beständiger.

Katastrophenalarm - was bedeutet das? Katastrophenalarm wird ausgelöst, wenn schwere Schäden etwa durch Naturgewalt oder Unglücke drohen. Dabei kann z. B. die Bundeswehr im Inland aktiv werden. Im Notfall können die Behörden Gebiete sperren und räumen, Anwohner als Helfer verpflichten und fremde Gebäude oder Autos in Anspruch nehmen. In den Bundesländern gibt es bei Hochwassergefahr bis zu vier Alarmstufen. In der höchsten drohen große Gebiete zu überfluten. Evakuierungen werden vorbereitet.

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