Ein Gewaltexzess in Nordirland überschattet den 52. Titelgewinn der Glasgow Rangers: Protestantische Fußballfans des schottischen Rekordmeisters prügelten im katholischen Teil der Stadt Coleraine wahllos auf Menschen ein und töteten dabei einen 49-jährigen Mann. Sechs Verdächtige wurden festgenommen.

Der 49-jährige Katholik Kevin McDaid wurde von protestantischen Fußballfans erschlagen© Paul Faith/AP
Protestantische Fußballfans in Nordirland haben nach dem Sieg ihrer Mannschaft einen Katholiken zu Tode geprügelt. Mehr als 20 mit Stöcken bewaffnete Anhänger der Glasgow Rangers fuhren Augenzeugen zufolge nach dem 3:0-Erfolg bei Dundee United, der dem schottischen Rekordmeister den 52. Titel sicherte, am Sonntagabend in den katholischen Stadtteil von Coleraine. Sie hätten die erste Person angegriffen, die ihnen über den Weg gelaufen sei, sagte ein ehemaliger Polizist und heutiger Politiker der republikanisch irischen Partei Sinn Fein am Montag. Ein 49-jähriger Mann wurde getötet, seine Frau und ein Nachbar erlitten Verletzungen. Der Zustand des Nachbarn wurde als kritisch beschrieben.
Einem Pastor zufolge tranken die Protestanten während der Übertragung des Premier-League-Spiels in Pubs reichlich Alkohol und fuhren dann in den von Katholiken bewohnten Teil der Stadt. Die Polizei nahm am Montag sechs Verdächtige fest und appellierte an die katholische Minderheit in Coleraine, keine Vergeltung zu üben. Ein katholischer Politiker machte die verbotene Untergrundorganisation Ulster Defence Association für die Gewalttat verantwortlich.