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8. Juni 2010, 11:03 Uhr

Obama will Verantwortlichen "in den Arsch treten"

Die Ölpest im Golf von Mexiko setzt auch Barack Obama mehr und mehr zu. Ein Großteil der Amerikaner kritisiert sein Krisenmanagement. Nun geht der US-Präsident rhetorisch in die Offensive und greift besonders BP-Chef Tony Hayward scharf an.

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Geht mit den Verantwortlichen der Ölkatastrophe hart ins Gericht: Barack Obama© Jeff Kowalsky/DPA

US-Präsident Barack Obama hat seiner Verärgerung über das Öldebakel im Golf von Mexiko mit drastischen Worten Luft gemacht. Er wolle wissen, wem er wegen des Desasters "in den Arsch treten" müsse, sagte Obama in einem Interview des Fernsehsenders NBC, das am Dienstag ausgestrahlt werden soll. Die Experten hätten darauf wohl die beste Antwort. "Aus diesem Grund reden wir mit diesen Leuten."

Obama steht in der Kritik, weil die Regierung nicht entschlossen genug auf die Umweltkatastrophe reagiert haben soll. Einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC zufolge sind 69 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass die Regierung sich im Umgang mit der Ölpest "nicht so gut" oder gar "schlecht" geschlagen hat. Obama hat das Gebiet inzwischen drei Mal besucht.

Harsche Kritik an BP-Chef

Mit scharfen Worten kritisierte Obama den Chef des Ölkonzerns BP, Tony Hayward. In dem NBC-Interview, von dem Auszüge bereits am Montagabend gesendet wurden, wird er mit Aussagen Haywards konfrontiert. Dieser hatte gesagt, dass der Golf von Mexiko ein großer Ozean sei und dass "die Folgen des Unglücks für die Umwelt wahrscheinlich sehr, sehr mäßig sein werden". Obamas Antwort: "Für mich würde er nach solch einem Kommentar nicht mehr arbeiten."

Das Weiße Haus versucht, sich mehr und mehr von BP abzusetzen, denn der Konzern wird nicht nur für die Ölpest an sich, sondern auch die lange Zeit untertriebene Darstellung ihres Ausmaßes verantwortlich gemacht. Allein in dieser Woche muss der Konzern vor drei Ausschüssen des US-Kongresses seinen Umgang mit der Ölpest erläutern. BP gelingt es mittlerweile zwar, einen Teil des austretenden Öls abzusaugen. Ein kompletter Stopp dürfte jedoch frühestens im August gelingen, wenn zwei Entlastungsbohrungen abgeschlossen sind.

BP doktert weiter an Ölleck herum

Bis dahin doktert BP weiter an dem Ölleck in 1500 Meter Tiefe herum: Im Juli soll eine neue Abdeckung über der leckgeschlagenen Bohrleitung angebracht werden. Der geplante Trichter wird nach BP-Angaben etwas größer und passgenauer sein als der bisherige. Während der Arbeiten könnte allerdings bereits aufgefangenes Rohöl ins Meer gelangen. Der aktuell angebrachte Trichter nimmt nach Angaben der US-Küstenwache bis zu 1,7 Millionen Liter Öl täglich auf. Allerdings treten unterschiedlichen Schätzungen zufolge aus der beschädigten Bohrleitung jeden Tag zwischen 2,2 und 4,7 Millionen Liter ins Meer aus.

Am Montag hatten vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses Angehörige von Arbeitern ausgesagt, die bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April umgekommen waren. Sie forderten eine harte Bestrafung der Unternehmen, die die Sicherheitsstandards ignoriert hätten.

Reuters/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
starmax (08.06.2010, 20:24 Uhr)
Obama - macht Euch keine Hoffnung
Die Katastrophe ist da -und mehr als Rhetorik wird man von dieser Marionette nicht zu hören bekommen.
Schließlich hat ihn BP im Wahlkampf fianziell unterstützt -oder besser gekauft...
Stirb_Susi (08.06.2010, 18:30 Uhr)
@ babylon
Genau - der Golf ist doch weit weg was interessiert es mich - das ist die Einstellung in Deutschland.

Und das Argument der armen Mitarbeiter und armen Tankstellenpächter die dabei bestraft werden ist das typische deutsche Gebrabbel - das kennt man ja seit dem WK II und dem Mauerfall. Alles immer arme unschuldige Mitläufer. Wenn es ums kassieren geht sind die immer an erster Stelle, wenn es um Verantwortung geht sind die weg.

Ach ja, ich tanke nicht mehr bei ARAL / BP







tannebaum (08.06.2010, 18:11 Uhr)
@giangastone
das ist ja ne tolle these....

verstaatlichte ölplattformen gehen nicht kaputt? oder machen keinen dreck?

http://gruppen.greenpeace.de/aachen/oel-vogel.jpg

ich habe da so meine zweifel......!!!!!!!!!!


http://www.focus.de/fotos/oel-bedeckt-teile-der-russischen-schwarzmeerkueste-nahe-dem-hafen_mid_258735.html

http://www.topnews.de/umweltkarastrophe-in-russland-3854

tannebaum (08.06.2010, 18:01 Uhr)
mr. obama,
der lack ist ab!!!

eigene kririker verfolgt er strenger als der olle bush, der krieg wird blutiger und immer teurer. ein ende nicht ersichtlich.
das eigene managegement ist katastrophal und guantanamo gibts immer noch.

und nun noch handlungsunfähig, schlecht informiert und schlimm im krisenmanagement...


der hoffnungsträger ist abgestürzt. und zwar ganz, ganz hart.

das ist nix, das wird nix, er kann nix...
herrfreitag (08.06.2010, 16:48 Uhr)
diese profitgier..
mach wirklich alles zunichte, nur sind diesmal die amerikaner vor ihrer ahustür betroffen, während es in afrika kein schwein intressiert wie die grossen multis die natur systematisch kaputtmachen.
jetzt sind die chinesen am start und die scheren sich erst recht einen dreck um irgendwelche auflagen.
pplamat (08.06.2010, 15:42 Uhr)
Dann muss man die eigene Politik treten
Ich meine nur, wer hat denn den Irrsinn mit der Abhängigkeit nach Öl so richtig aufgebracht? So dass man überall versuchte, das Zeugs aus dem Boden zu bringen und wenn es noch so gefährliche Nebenwirkungen hat?
Was für mich im Golf von Mexiko eingetreten ist, stufe ich eindeutig als das übliche Restrisiko ein und zwar von ?technischen Errungenschaften?, die man nie hätte angehen dürfen. Weil jetzt etwas passiert ist nach dem Motto ?was nicht sein darf, auch nicht sein kann? hat man naturgemäß auch keine schnelle passende Lösung parat.

Aber glaubt mir, in spätestens einem Jahr wird wieder genauso weiter gebohrt wie bisher. Die Profitgier bzw. die Uneinsichtigkeit, dass man von der Ölabhängigkeit wegkommen muss, wird es schon entsprechend richten.

Was macht man wohl, wenn einmal ein AKW durchgeht? Auch den scheinbar Verantwortlichen in den Arsch treten oder endlich zur Einsicht kommen, dass man die Geister die man selbst rief, nicht mehr so einfach los wird?
giangastone (08.06.2010, 15:41 Uhr)
Not-Stopp
Hier hilft nur noch Verstaatlichen. Diese Konzerne haben zu viel Macht, das Vertrauen ist missbraucht und zertstört worden, die Bodenschätze gehören dem Volk und die IRREVERSIBLE Zerstörung der Natur hat jede Grundlage der Zusammenarbeit beendet.
Creamy (08.06.2010, 14:23 Uhr)
@babylon
Na klar tanke ich bei Aral!
Warum auch nicht?

Muss man jetzt die ganzen Mitarbeiter und armen Tankstellenpächter auch noch bestrafen?
antwone (08.06.2010, 13:36 Uhr)
BP in den USA vs. Exxon in Nigeria
Man sollte meinen das die professionellen Journalisten das Augenmerk bei dem Thema auch auf Nigeria richten lassen wo Exxon langfristik wesentlich mehr zerstört in einem noch empfindlicheren Umweltgebiet. Aber die Nigerianer haben ja auch keine Rechte ... Obama ist ein Schauspieler - wer dieses Theater immer noch für Realität hält dem sollte mal in den Arsch getreten werden. Hier ein Link zur Exxon-Vergiftung: http://www.saharareporters.com/photonews.html?func=detail&id=2206
BiffBoffo (08.06.2010, 13:27 Uhr)
Obama still the best
Auch wenn er noch soviele Steine in den Weg gelegt bekommt. Ich bin mir ziemlich sicher das er der Beste im Amt ist. Ich denke wir haben alle keine Ahnung was sich dahinter alles abspielt!

Er ist das beste was _uns allen_ passieren konnte. Man kann nur hoffen das er es schafft in eine zweite Amtszeit!
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