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27. Juni 2010, 16:21 Uhr

Sturm "Alex" lässt Menschen am Golf von Mexiko bangen

Die Sorge ist groß, dabei ist vieles noch unklar: Der Tropensturm "Alex" könnte das Gebiet der Ölpest im Golf von Mexiko erreichen, die Ölkonzerne räumten bereits ihre Bohrinseln. Für den Moment gibt es Entwarnung - zum Aufatmen ist es jedoch noch zu früh.

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"Alex" ist sein geringstes Problem: Völlig verklebt versucht dieser Vogel, auf eine schwimmende Ölsperre zu klettern© Gerald Herbert/AP

Rund 70 Tage Ölpest - und nun "Alex" als Warnung: Der erste größere Tropensturm der Saison verstärkt die Sorge, dass schlechtes Wetter in der Hurrikan-Zeit die Lage am Golf von Mexiko noch verschlimmern kann. "Alex" befand sich zwar am Sonntag auf einem Kurs, der ihn vermutlich in sicherer Entfernung an der Öl-Unfallstelle vor der US-Küste vorbeiführen würde. Damit dürften die Arbeiten zum Eindämmen des Ölstroms aus dem Leck weiter laufen.

Experten schlossen nicht gänzlich aus, dass der Sturm noch einen überraschenden Schwenk machen könnte. "Wir wissen alle, dass Wetter unberechenbar ist und dass wir eine plötzliche Änderung in letzter Minute haben könnten", sagte Admiral Thad Allen von der US- Küstenwache.

"Alex" ist außerdem nur der erste Sturm in einer ganzen Reihe, die erwartet wird. Experten rechnen mit einer ausgesprochen lebhaften Hurrikan-Saison mit gleich mehreren schweren Stürmen

Bestehende Plattformen werden evakuiert

"Alex" zwang die Ölkonzerne BP und Shell bereits am Samstag, mit der Räumung von Bohrplattformen im Golf von Mexiko zu beginnen. So holte Shell zunächst rund 300 Arbeiter an Land, ähnliche Vorkehrungen traf auch BP. Die Bekämpfung der Ölkatastrophe vor der US-Küste war durch die Schutzmaßnahmen indessen nicht beeinträchtigt.

"Alex" zog am Sonntag über den Süden der mexikanischen Yucatán -Halbinsel hinweg und schwächte sich dabei leicht ab. Bleibt er auf seinem Kurs, würde der Sturm in der Nacht zum Montag den Golf von Mexiko erreichen und vermutlich am späten Donnerstag oder am Freitag in Mexiko wieder Land erreichen - nach seinem Zug über das warme Wasser dann wahrscheinlich zu einem Hurrikan erstarkt.

Heftige Unwetter könnten die Arbeiten zum Eindämmen der Ölpest zwei Wochen lahmlegen, warnte Admiral Thad Allen. Schon rund fünf Tage vor dem vermuteten Eintreffen eines schweren Sturms an der Unfallstelle müssten die rund 30 000 Menschen sowie etwa 6000 Schiffe und Boote, die im Kampf gegen die Umweltkatastrophe eingesetzt sind, aus der Gefahrenzone gebracht werden.

Mehr als 2000 Tonnen Öl pro Tag

Damit würden auch die Verbindungen des Auffangtrichters über dem Öl-Leck zu Schiffen an der Oberfläche gekappt, wie Allen schilderte. Das Öl würde dann wieder fast ungehemmt ins Meer fließen. Bislang fängt der Deckel über der defekten Quelle mehr als 2000 Tonnen Öl pro Tag ab.

Auch die Arbeiten an zwei Nebenzugängen zum Bohrloch im Meeresboden, aus den das Öl seit dem Unfall im April sprudelt, müssten unterbrochen werden. Mit Hilfe dieser Nebenzugänge will BP den Ölstrom ganz stoppen - jede Verzögerung wäre schlimm.

Die Reinigungsarbeiten an der Küste würden ebenfalls zumindest teilweise lahmgelegt. Außerdem könnte ein Sturm Öl und mit der schmierigen Masse vollgesogene Sicherheitsbarrieren ins Marschland spülen.

Bis zu zwei Wochen würde es dann dauern, bis die Mannschaften samt Ausrüstung nach Beginn einer Evakuierung wieder an Ort und Stelle sind.

ins/AP/DPA
 
 
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