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Nach der harschen Kritik an seiner Person all die Jahre ist es ein erstaunlich versöhnlicher Abschied: "Ich empfinde Wehmut beim Abschied von einem Land, das mich mit offenen Armen empfangen und stets mit großer Offenheit begleitet hat", sagt Josef Ackermann, während er den Aktionären der Deutschen Bank in Frankfurt am Main zum letzten Mal Rechenschaft ablegt.
Im zu Ende gehenden Jahr sind nach Angaben des Vatikans weltweit 26 Geistliche, Ordensleute und Laienmitarbeiter der katholischen Kirche getötet worden.
In Mannheim diskutierten Delegierte der Katholischen Kirche mögliche Reformen. Mit einer detaillierten Untersuchung zum sexuellen Missbrauch durch Priester und Ordensleute will die Institution in Deutschland Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.
Die katholischen Bischöfe wollen ihre Frühjahrs-Vollversammlung in Paderborn kommende Woche wegen des Missbrauchskandals mit einem symbolischen Akt der Umkehr und Erneuerung beginnen.
Wir Katholiken haben es dieser Tage nicht leicht. Bei aller berechtigten Kritik an unserer Kirche, darf die Berichterstattung nicht ausarten. Es läuft etwas schief, wenn Wegkreuze geschändet und Kirchen verwüstet werden. Oh ja, wir Katholiken leiden an der Kirche. Das liegt daran, dass wir uns nicht als unterdrückte Masse einer entrückten purpurgewandeten Hierarchie verstehen, sondern uns als Teil dieser Kirche erleben. Ich kenne keinen – ausnahmslos keinen – Katholiken, der sich im Moment nicht die Frage stellt, was in unserer Kirche los ist. /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-ascii-font-family:Cambria; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-fareast-theme-font:minor-fareast; mso-hansi-font-family:Cambria; mso-hansi-theme-font:minor-latin;} In der öffentlichen Diskussion zu den Missbrauchsfällen läuft einiges durcheinander: 1.) Schläge in der Schule: Frage ich meine Eltern, so erzählen sie, dass in der Schule früher immer und ausnahmslos geschlagen wurde: Das war die Sprache der Erziehung. Das ist heute nicht mehr so – Gott sei Dank. Eine ganze Gesellschaft hat ihre Kinder gezüchtigt. Arbeiten wir als das als Gemeinschaft auf? Haben das unsere Eltern individuell für sich aufgearbeitet? Ob Domkapellmeister Ratzinger oder Bischof Mixa in einer Zeit, in der Züchtigung normal war, auch gezüchtigt haben, kann eine eigene Betrachtung verdienen - unter die Rubrik sexueller Missbrauch fällt das nicht. 2.) Worte der Entschuldigung: Johannes Paul II hat im Jahr 2000 Gott um die Vergebung der Sünden gebeten, die die Kirche im Lauf ihrer Geschichte begangen hat. Im Jahr 2002 wurden unter Kurienkardinal Ratzinger strenge Richtlinien im Umgang mit Pädophilen getroffen. Benedikt XVI. hat in den USA Missbrauchsopfer getroffen. Er hat an der Kirche von Irland ein deutliches Wort geschrieben. Wenn wir ein Bild über das haben, was in Deutschland an Schaden durch Priester und Ordensleute entstanden ist, wird der Papst auch hierzu nicht schweigen. 3.) Ach ja, der Papst: Peter Wensierski hat auf Spiegel Online ein paar Agenturen zusammengeschrieben und in dem Text die Frage gestellt, wann der Papst nun zurücktreten müsse. Es war ruhig geworden um die Kirche, die in den vergangenen Jahren der Lieblingsfeind von Rudolf Augstein, dem notorischen Katholikenhasser, war. Jetzt entwickelt der Spiegel im Netz wieder Kampagnenkraft. Matthias Matussek durfte als Replik seine, unsere, Kirche verteidigen und sich erklären, warum er noch nicht aus ih ausgetreten sei. 4.) Die politischen Kirchenfeinde Leutheusser-Schnarrenberger, Claudia Roth und Renate Künast werden nicht müde, die Kirche zu kritisieren. Dabei gehören sie alle drei dem Beirat der Humanistischen Union an, die sich für straffreien Sex mit Kindern stark gemacht hat. An Bigotterie kann die sicher nicht um Raffinessen verlegene katholische Kirche hier noch etwas lernen. Das Schlimme daran ist doch, dass es dem Auch dem politischen Personal nicht um die Opfer geht, sondern um ihre persönliche Abrechnung mit der Kirche. Sie wollen Kapital aus der Situation schlagen, um bei den Verbänden, denen sie sich verpflichten, wohl gelitten zu sein. Wer macht sich für die Opfer stark? Ein runder Tisch unter der Leitung von Frau Vollmer? Volker Zastrow erhebt gegen die Eignung dieser Politikerin Zweifel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Aber zurück zur Kirche und unseren, der Katholiken, Leiden daran: Die Kirche war nicht perfekt, sie wird nie perfekt und sie hat auch nie behauptet, dass sie perfekt ist. Dennoch: Kindermissbrauch in ihren Reihen hat nichts mit fehlender Perfektion zu tun! Man möchte als Gläubiger kotzen, wenn man liest und hört, was sich mancher Kirchenmann im Schutz des Kreuzes alles erlaubt hat. Wir Katholiken müssen zusammenrücken und dürfen uns in dieser schweren Zeit nicht auseinander dividieren lassen! Denn es geht um nichts weniger als der Fortbestand der Kirche als gesellschaftlicher Prägekraft. Macht man die Kirche mundtot – so wie sich das die Leutheussers, Roths und Künasts dieses Landes wünschen – dann haben wir Katholiken keinen Interessensvertreter mehr, sind unsere Aussagen schon belacht bevor sie geäußert werden. Die kritische Öffentlichkeit muss genau hin schauen: Sie darf uns, den Katholiken, nichts durchgehen lassen, was sie anderen auch nicht durchgehen lassen würde. Aber: Mittlerweile werden Kirchen entweiht, Scheiben eingeworfen und Wegkreuze geschändet. Geht’s noch? Nicht jeder Priester ist ein Kinderschänder und nicht alles, was im Spiegel steht, stimmt. Was machen wir Katholiken jetzt? Der Schriftsteller Honoré de Balzac beschreibt nach den Wirren der französischen Revolution in seinen „Mystischen Geschichten“ einen großen erleuchteten und mit dem Himmel vereinigten Kathedralraum vor sich. Die gotischen Gotteshäuser Frankreichs, die als Abbild des himmlischen Jerusalems errichtet wurden, wird Balzac in ihrer vollen Pracht nie gesehen haben: Zu seiner Zeit waren die meisten Buntglasfenster eingeworfen, die Orgeln zerstört, die liturgischen Geräte weggeschleppt und die Altäre entweiht. Die Revolution hatte die Kirche beseitigt. Am Ende der Geschichte sagt Balzac: „Man muss die Kirche verteidigen“. Ja, das müssen wir, weil wir die Kirche lieben, an der wir leiden.
Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, Stephan Ackermann, pocht auf eine Verschärfung der kirchlichen Leitlinien und fordert forensische Gutachten über die Täter. Auch der Auffassung von Bischof Walter Mixa zur Rolle der sexuellen Revolution hat der Trierer Bischof etwas entgegenzusetzen.
Ist es Diffamierug oder ein dunkles Kapitel im Leben von Bischof Walter Mixa? Immer mehr frühere Heimkinder versichern an Eides statt, von dem Geistlichen körperlich misshandelt worden zu sein. Nun hat sich auch die Regierung Oberbayern eingeschaltet.
Papst Benedikt XVI. hat die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Irlands zutiefst bedauert und eine Untersuchung angeordnet. An die deutschen Opfer richtete er sich mit keinem Wort. Hier Wortlautauszüge aus seinem Hirtenbrief.
Der Hirtenbrief von Papst Benedikt ist auf - wohlwollend ausgedrückt - geteiltes Echo gestoßen. Einige Offizielle sehen darin einen Neuanfang, Missbrauchsopfer, Reformer und Kirchenjugend sind dagegen bitter enttäuscht.
Es ist ein vorläufiger Tiefpunkt in dem Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche: Erstmals hat es eine Razzia in einem Kloster gegeben. Die Münchner Staatsanwaltschaft durchsuchte das oberbayerische Kloster Ettal. Und der nächste Sturm rollt schon an.
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