Ärztechef Montgomery fordert Konsequenzen

3. Januar 2013, 13:25 Uhr

Der Organspende-Skandal weitet sich aus. Auch am Uniklinikum Leipzig wurde manipuliert. Ärztechef Montgomery fordert nun ein hartes Durchgreifen gegen die Verantwortlichen.

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Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, will, dass Vorgänge wie in Leipzig "mit allen Mitteln des Straf- und des Berufsrechts geahndet werden"©

Nach Bekanntwerden von Manipulationen bei Organtransplantationen am Universitätsklinikum Leipzig hat Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery ein hartes Durchgreifen gegen die Verantwortlichen gefordert. Vorgänge wie in Leipzig müssten "mit allen Mitteln des Straf- und des Berufsrechts geahndet werden", sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. "Wer als Transplantationsmediziner immer noch nicht begreift, dass er sein eigenes Fach durch Schummeln und Manipulieren kaputt macht, der hat in diesem Fach nichts mehr zu suchen."

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), verlangte Konsequenzen. "Manipulationen, um auf der Warteliste nach oben zu kommen, können für andere Patienten, die dringender auf ein Organ warten, das Todesurteil sein", sagte Spahn der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Dies müsse "mit aller Konsequenz geahndet, geächtet, bestraft und für alle Zukunft vermieden werden".

38 Menschen als Dialysepatienten ausgegeben

Am Leipziger Transplantationszentrum waren Unregelmäßigkeiten bei der Organspende aufgedeckt worden. In den Jahren 2010 bis 2012 wurden laut Uniklinikum insgesamt 38 Patienten fälschlich als Dialysepatienten ausgegeben, was eine Transplantation dringlicher erscheinen ließ und die Position der Kranken auf der Warteliste für eine Spenderleber verbesserte. Der verantwortliche Direktor der Transplantationsklinik sowie zwei Oberärzte wurden beurlaubt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es einen Anfangsverdacht für eine Straftat gibt.

Erstmals waren im vergangenen Sommer an der Uniklinik in Göttingen Manipulationen bei Organtransplantationen aufgeflogen. Dort sowie auch in Regensburg sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten bei der Organspende bevorzugt worden sein. Unabhängige Kommissionen prüfen seit einigen Monaten alle deutschen Transplantationszentren. Im Rahmen dieser Kontrollen wurden nun auch die Ungereimtheiten in Leipzig aufgedeckt.

kgi/AFP
 
 
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