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3. April 2009, 16:00 Uhr

Taliban peitschen Frau öffentlich aus

Weil sie mit ihrem Schwiegervater ein Verhältnis hatte, wurde eine junge Frau im Swat-Tal in Pakistan in aller Öffentlichkeit ausgepeitscht. Die Taliban, die das Gebiet im Norden des Landes kontrollieren, verteidigen die Bestrafung. Die junge Frau sei einem Todesurteil entkommen.

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Die Taliban machten das Tragen der Burka für Frauen zur Pflicht© Emilio Morenatti/AP

Mit der öffentlichen Auspeitschung einer jungen Frau haben die radikal-islamischen Taliban im nordpakistanischen Swat-Tal Entsetzen in weiten Teilen des Landes ausgelöst. Fernsehsender strahlten am Freitag ein Video aus, auf dem zwei bärtige Männer die Frau auf dem Boden halten und ein dritter Mann ihr mehr als 30 Mal auf den Rücken schlägt, während Zuschauer die Bestrafung schweigend beobachten. Die mit einer Burka verschleierte Frau, die nach einem Bericht des Nachrichtensenders Geo TV 17 Jahre alt ist, schreit währenddessen: "Um Gottes Willen, hört auf, bitte hört auf."

Ein Taliban-Sprecher sagte, die Frau habe drei Jahre lang eine Affäre mit ihrem Schwiegervater gehabt. Beide hätten die "Sünde" gestanden. Der Schwiegervater sei auch bestraft worden. Die Bestrafung der Frau sei richtig gewesen, hätte allerdings besser nicht öffentlich stattfinden sollen.

Die Vorsitzende der Pakistanischen Menschenrechtskommission, Asma Jehangir, verurteilte die Brutalität der Taliban. "Es ist feige, wie die Frauen terrorisiert werden", sagte sie in der ostpakistanischen Stadt Lahore. "Unsere Regierung ist verantwortlich dafür."

Die Regierung hatte im Februar ein umstrittenes Friedensabkommen mit den Taliban im Swat-Tal geschlossen. Demnach werden in Swat islamische Scharia-Gerichte eingeführt. Die Regierung habe die Menschen in der Region den Taliban ausgeliefert, kritisierte Jehangir.

Taliban-Sprecher Khan betonte, zu der jetzt per Video verbreiteten Auspeitschung sei es bereits vor dem Abkommen und der Einführung von Scharia-Gerichten gekommen, die die Frau ansonsten zum Tode verurteilt hätten. "Unter islamischen Richtern wäre sie gesteinigt worden."

DPA
 
 
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