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24. Januar 2012, 13:32 Uhr

130 Reisende sitzen stundenlang in ICE fest

Das Ziel vor Augen und dennoch Stunden vom Ausstieg entfernt: Nach einem Zwischenfall bei der Stromabnahme mussten 130 Passagiere in einem Vorort von Hamburg vier Stunden lang im Zug ausharren - nur wenige Kilometer vor dem Ziel. Die Deutsche Bahn sah von einer Evakuierung ab.

ICE, Deutsche Bahn, Hamburg, 130 Passagiere, Strecke München-Hamburg

Halt auf freier Strecke: Passagiere eines ICE der Deutschen Bahn mussten stundenlang im Zug ausharren© Gero Breloer/DPA

Reisende der Deutschen Bahn haben am Montagabend in Hamburg etwa vier Stunden in einem liegengebliebenen ICE ausharren müssen. Feuerwehr und Bahn-Notfallmanagement hätten entschieden, dass das Risiko einer Evakuierung auf der Strecke zu groß gewesen wäre, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Es hätten Stromschienen, Gleise und unwegsames Gelände überquert werden müssen. Die etwa 130 Passagiere des ICE München-Hamburg seien deshalb an Bord versorgt worden, bis die sehr schwierige Bergung abgeschlossen werden konnte. Stromabnehmer des Zugs hatten sich in der Oberleitung verfangen.

"Die Deutsche Bahn bedauert den Vorfall und entschuldigt sich bei den Reisenden für die Unannehmlichkeiten", erklärte Unternehmen. Die Bahn werde den Passagieren über die ihnen gesetzlich zustehende Entschädigung "auf Kulanzbasis großzügig entgegenkommen", versicherte die Bahn.

Der ICE 786 war den Angaben zufolge gegen 20.40 Uhr bereits auf Hamburger Stadtgebiet in Richtung Hauptbahnhof unterwegs, als er kurz vor einer Brücke über die Elbe in einem Industrie- und Brachlandgebiet wegen eines abgebrochenen Stromabnehmers liegenblieb. Das Bauteil, über das Strom aus den Oberleitungen in den Zug fließt, zerbrach und verkeilte sich in den Fahrdrähten. Der Zug konnte erst weiterfahren, nachdem der Stromabnehmer entfernt und gesichert worden war. Er traf deshalb erst gegen 0.50 Uhr am Hauptbahnhof ein.

ono/AFP
 
 
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