. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. Mai 2007, 07:19 Uhr

Kritik an Kapitalismus und Marxismus

Papst Benedikt XVI. beendete seine Lateinamerika-Reise mit einem Appell gegen ausschweifenden Kapitalismus und gegen den Marxismus: Die Ideologien seien für viele Probleme Südamerikas verantwortlich und hätten immer wieder den Geist des Menschen zerstört.

Papst Benedikt XVI. prangerte die Folgen von falschen Ideologien an© Cezaro De Luca/EPA

Mit einem Kampfaufruf gegen Marxismus, aber auch gegen ungezügelten Kapitalismus hat Papst Benedikt XVI. seinen Besuch in Lateinamerika beendet. Beide Ideologien seien für die vielen Probleme auf dem Kontinent verantwortlich, sagte Benedikt zur Eröffnung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz im brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida. Nach seiner dortigen Ansprache kehrte das Oberhaupt der Katholiken per Hubschrauber nach Sao Paulo zurück und bestieg dann ein Flugzeug zurück nach Rom.

Wenn immer der Marxismus seinen Weg in die Regierung gefunden habe, habe er nicht nur ein trauriges Vermächtnis von ökonomischer und ökologischer Zerstörung hinterlassen, sondern auch den Geist des Menschen zerstört, sagte der Papst. Er nannte keine Länder, auf die seine Aussage zutreffen könnte. In Lateinamerika wurden in letzter Zeit jedoch mehrfach linksgerichtete Regierungen ins Amt gewählt, insbesondere in Venezuela, Bolivien, Ecuador und Nicaragua.

Kritik gegen Empfängnisverhütung und Abtreibung

Der Papst geißelte allerdings auch ungezügelten Kapitalismus sowie die Globalisierung. Auch diese hätten zur Degradierung der menschlichen Würde geführt mit der Folge von Drogen, Alkohol und irrigen Vorstellungen des Glücks. Ebenso kritisierte Benedikt abermals Empfängnisverhütung und Abtreibung. Diese bedrohten die lebenswichtige Institution der Familie und damit die Zukunft der Menschen in Lateinamerika. Angesichts dieser Gefahren brauche die Region mehr gläubige Katholiken in Führungspositionen der Politik sowie in den Medien und Hochschulen, erklärte der Papst weiter. In einem Land mit so vielen getauften Christen sei es erstaunlich, dass diese in den gesellschaftlichen Schlüsselpositionen kaum vertreten seien. Hier sei mehr Engagement erforderlich.

Benedikt rief die Bischöfe zur Verteidigung der führenden Rolle der katholischen Kirche in der Region auf. Angesichts des wachsenden Einflusses von protestantisch-evangelikalen Religionsgemeinschaften in Lateinamerika, wo rund die Hälfte der Katholiken auf der Welt lebt, forderte er von den Priestern "wahrhaft missionarischen Eifer, um Glaube und Hoffnung zu verbreiten". Den protestantisch-evangelikalen Freikirchen warf der Papst eine aggressive Missionstätigkeit vor. Bezeichneten sich 1980 noch 89 Prozent der Brasilianer als Katholiken, so waren es 2000 nur noch 74 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Anhänger evangelikaler Gruppen von sieben auf 15 Prozent.

Alan Clendenning/AP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Punito (14.05.2007, 14:33 Uhr)
Zur Papstkritik
Ich stimme zu , das weder der Marxismus noch der Kapitalismus allseeligemachende Konstrukte sind .
Papst Benedikt als Bewahrer der Christusbotschaft an die Menschheit,
sowie dessen oberster Verkünder für
alle katholischen Christen hat meiner
Meinung nach etwas ausgesprochen was
sich Politiker nicht getrauen auszusprechen .
Kapitalismus und Marxismus haben der Gesamtheit aller Menschen keinen Segen beschert .
Die Leserkritik gegen die katholische Kirche des Mittelalters hat sicherlich ihre Berechtigung .
Jedoch möchte ich an dieser Stelle noch anmerken : Professor Ratzinger
hat mit den Zuständen seiner Kirche
im 15. Jahrhundert nichts zu schaffen.Inquisition und gewaltbereite Verbreitung der katholischen Theologie ist meiner Meinung nach seine Sache nicht .
Damit es kein Missverständnis über meine Stellungnahme gibt ,füge ich letztlich noch an ,
ich bin weder Katholisch noch ein eifriger Kirchgänger .
js110010 (14.05.2007, 13:25 Uhr)
Religion is evil o/t
.
tagora-sagittara (14.05.2007, 09:27 Uhr)
da kann ich meinem Vorredner ...
nur beipflichten.
Die Untaten und das Grauen welches die Kirche seit Jahrhunderten in die ganze Welt getragen hat, ist mit salbungsvollem Gesülze nicht zu verschleiern. Allerdings währe es an der Zeit die Kirche als reines Wirtschaftsimperium zu betrachten, mit den entsprechenden Besteuerungen und Abgabenreglen, welche sich alle Interessenvertretungen auf der ganzen Welt zu unterwerfen haben.
Auf die Untaten in der dritten Welt will ich hier gar nicht erst eingehen,...schaut euch die missionierten Länder doch mal an,...bevor die Kirche auf den Plan trat, war man glücklich,...heute sind diese Völker nur noch ein Schatten ihrer selbst,...Kirche und Welt??,...nein danke!!
catchme (14.05.2007, 08:44 Uhr)
Türkei als Vorbild nehmen !
Die türkische Bevölkerung demonstriert zur Zeit gegen eine Verschmelzung der Kirche und des Staates. Wenn sich die Kirche, egal welche Glaubensrichtung, in die Politik einmischt, dann überschreitet sie ihre Grenzen ! Besonders die katholische Kirche hat mit der Inquisition, im dritten Reich und noch heute in Afrika bewiesen, dass durch " alte Männer in Kleidern " viel Schaden angerichtet wird !
MEHR ZUM ARTIKEL
Papst-Besuch in Brasilien Papst warnt Jugendliche vor Sex und Drogen

In seiner Rede vor zehntausenden Jugendlichen in Sao Paulo hat Papst Benedikt XVI. vor Drogen und vorehelichem Sex gewarnt. Nicht alle seiner Anhänger stimmen mit den Ansichten des Pontifex überein. mehr...

Papst-Besuch in Brasilien "Das Leben ist ein Geschenk"

Papst Benedikt XVI. ist bei seiner Ankunft in Brasilien von tausenden Gläubigen jubelnd empfangen worden. Zuvor hatte er in einer Pressekonferenz lateinamerikanische Politiker scharf kritisiert und mit deren Exkommunikation gedroht. Brasilien und Mexiko wollen ihre Gesetze zur Abtreibung lockern. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe