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18. September 2011, 09:24 Uhr

Der Heilige Vater verteidigt seinen Deutschlandbesuch

Noch bevor Papst Benedikt XVI. deutschen Boden betritt, richtet er sein Wort an die Nation. In der Sendung "Wort zum Sonntag" sagte er, dass er sich auf seinen Besuch freue, dämpfte aber zugleich die Erwartungen und sieht sich genötigt, seine millionenteure Reise zu rechtfertigen.

Papst, Wort zum Sonntag, Deutschlandbesuch

Vom Vatikan in die deutschen Wohnzimmer: Papst Benedikt XVI. spricht das "Wort zum Sonntag"© DPA

Papst Benedikt XVI. hat in der ARD-Sendung "Wort zum Sonntag" seine Vorfreude auf den Besuch in Deutschland in der kommenden Woche deutlich gemacht. Er freue sich besonders auf seine Rede im Bundestag und den Gottesdienst im Olympiastadion, sagte Benedikt in der am Samstagabend ausgestrahlten Sendung.

Als einen Höhepunkt der am Donnerstag beginnenden Reise nannte das Oberhaupt der Katholiken das geplante Treffen mit der Evangelischen Kirche Deutschlands. Benedikt warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen an diese ökumenische Begegnung.

Keine Show und keine Sensationen

"Es soll darum gehen, dass Gott wieder in unser Blickfeld tritt, der so oft ganz abwesende Gott, dessen wir doch so sehr bedürfen", sagte er zum Anliegen seiner Reise. "All dies ist nicht religiöser Tourismus, und noch weniger eine Show", sagte der 84-jährige Papst in der traditionsreichen Sendung.

In dem wenige Minuten dauernden "Wort zum Sonntag" schnitt er die beiden Themen an, die Schwerpunkte seines Besuches sind: Die Ökumene und die von ihm betriebene Neuevangelisierung.

"Wir erwarten keine Sensationen", erklärte Benedikt zu dem vorbereiteten Treffen mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Erfurt, dort, wo der Kirchenreformator Martin Luther einst seinen Weg begonnen hatte: "Das eigentlich Große daran ist eben dies, dass wir miteinander an diesem Ort denken, das Wort Gottes hören und beten, und so inwendig beieinander sind und sich wahrhaft Ökumene ereignet."

Gibt es überhaupt einen Gott?

Benedikt ging auch auf die Frage vieler ein, ob es Gott überhaupt gebe und er sich mit den Menschen befasse: "Wir müssen die Wahrnehmungsfähigkeit für Gott, die in uns da ist, wieder neu entwickeln", sagte er. "Darum wollen wir uns in diesen Tagen mühen, dass wir Gott wieder zu Gesicht bekommen, dass wir selber Menschen werden, von denen ein Licht der Hoffnung in die Welt herein tritt, das Licht von Gott her ist und uns leben hilft."

Das "Wort zum Sonntag" war vom Vatikan-TV aufgezeichnet worden. Vor Benedikt war im Jahr 1987 bereits sein Vorgänger Johannes Paul II. mit einem "Wort zum Sonntag" auf Sendung gegangen. Benedikt besucht vom 22. bis 25. September Berlin, Thüringen und Freiburg.

swd/DPA
 
 
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