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Pascal I. muss 15 Jahre hinter Gitter. So lange, weil er an dem Foltermord von Siegburg beteiligt war. So kurz, weil die Richter auf Besserung hoffen. stern.de hat mit Bekannten und Lehrern gesprochen: Sie zeichnen das Bild eines gefühllosen Jugendlichen, der nur die Sprache der Gewalt kennt.
Diese Brutalität schockierte im Herbst 2006 ganz Deutschland: In einer Gefängniszelle in Siegburg foltern drei Häftlinge einen Mitinsassen zu Tode. Die Männer wurden verurteilt. Doch die Staatsanwaltschaft ist damit nicht zufrieden. Nun beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit dem Urteil gegen den Haupttäter.
Pascal I. ist ein gefühlloser Schläger, dem nicht mehr zu helfen ist. Das meinen Bekannte des wegen des Foltermords von Siegburg verurteilten 21-Jährigen. Auch Psychiater Steffen Lau von der Berliner Charité sagt im stern.de-Interview: Menschen wie Pascal I. sind schwer zu integrieren.
Die Urteile in dem Prozess um den Foltermord von Siegburg stehen fest: Einmal 15 Jahre Haft, einmal 14, einmal zehn. Es war eine grausame Tat - planvoller, befand der Richter, hätte man nicht töten können. Dennoch wollte er den drei Verurteilten eine Chance gegeben.
15 Jahre Haft lautet das Urteil für Pascal I. wegen des Foltermordes in der JVA Siegburg. Doch die Staatsanwaltschaft Bonn hält diese lange Haftstrafe für zu milde - und zieht daher ihre Konsequenzen.
Sie haben ihren hilflosen Zellengenossen Hermann H. stundenlang gefoltert und zum Selbstmord gezwungen - nun stehen die drei Täter vor dem Bonner Landgericht. Ihre Aussagen lassen erkennen, dass die Tat einer perversen Gruppendynamik folgte.
Es war ein Fall, der bundesweit für Aufsehen sorgte: Im November 2006 folterten drei Insassen der Justizvollzugsanstalt Siegburg einen Mithäftling zu Tode. Doch der Staatsanwaltschaft sind die verhängten Haftstrafen wohl zu gering.
Plädoyers im Siegburg-Prozess: Die Verteidiger der Angeklagten fordern zwar die Höchststrafe, allerdings nach Jugendstrafrecht. Der Hauptbeschuldigte Pascal I. sei noch beeinflussbar, so sein Anwalt. Daher solle der 20-Jährige zehn statt 13 Jahre ins Gefängnis.
Der Prozess um den Foltermord von Siegburg ist ein erschütternder Trip in die untersten Schichten der deutschen Gesellschaft: Alkoholismus, Verrohung, Gewalt. Nun stehen die Gutachter vor der Frage, wie viel Schuld die mutmaßlichen Täter überhaupt trifft.
15 Jahre Haft und danach womöglich Sicherungsverwahrung - so lautet das Urteil gegen den Haupttäter im Siegburger Foltermord-Prozess. Ein Fall, der laut dem Vorsitzenden Richter des Revisionsprozesses "an die Grenze menschlichen Verhaltens rührt".
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