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Pfarrer will Prostituierte für Asylbewerber

Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag will ein bayerischer Pfarrer männlichen Asylbewerbern die Integration in Deutschland erleichtern - sie sollen die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen.

  Ein somalischer Flüchtling geht im Asylbewerberheims im hessischen Kriftel (Hessen) zu seiner Unterkunft.

Ein somalischer Flüchtling geht im Asylbewerberheims im hessischen Kriftel (Hessen) zu seiner Unterkunft.

Auch in Bayern wird das Thema Asylbewerber heiß diskutiert. Die Zahl der Flüchtlinge ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Rund 200.000 Menschen haben 2014 in Deutschland eine Zuflucht gesucht - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Kommunen haben Schwierigkeiten mit der Unterbringung, es gibt eine hitzige öffentliche Debatte und Rechtspopulisten versuchen, aus dem Thema Profit zu schlagen.

Es gibt aber auch zahlreiche Menschen, die sich um das Wohl der Asylbewerber sorgen - und die in der Frage, wie man ihnen am Besten hilft, kreativ sind. So einer ist zum Beispiel der bayerische Pfarrer Ulrich Wagner. Bei einer Veranstaltung der CSU in Siegertsbrunn zum Thema Asyl hat Wagner vorgeschlagen, männlichen Asylbewerbern die Dienste von Prostituierten zu Gute kommen zu lassen: "Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, dass in seinem Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, dass so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen Ängsten will ich damit begegnen. Denn es gibt sie", sagte Wagner dem "Münchner Merkur".

Pfarrer will keine Steuergelder verwenden

Pfarrer Wagner weiß genau, dass sein Vorschlag nur schwer umzusetzten sein wird, verteidigt sein Anliegen aber. Die Männer hätten ein "sexuelles Bedürfnis": "Da machen wir die Augen zu, soweit denkt niemand." Auch für die Finanzierung der Schäferstündchen hat der pensionierte Geistliche konkrete Ideen. Vielleicht könnte sich ein "Unterstützerkreis" finden oder ein Bordellbesitzer, der ein "gutes Werk" tun will.

Wagner war evangelischer Pfarrer und wirft der Gesellschaft, zumal der in Bayern, eine Doppelmoral vor: "In unserer Gesellschaft haben wir doch auch Prostitution, das soll doch ein anerkannter Beruf sein, die Zeitungen und das Internet sind voll mit Anzeigen. Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht."

tis
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