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Neonazis spazieren durch Asylbewerberheim

Eine unheimliche Situation: In Plauen besuchen Politiker eine Flüchtlingsunterkunft und werden von einer Gruppe Neonazis begleitet. Etwas zu sagen, traut sich keiner. Auch nicht, als sie Fotos machen.

  In Plauen sind vier Neonazis in einem Asylbewerberheim gewesen und haben Fotos von den Flüchtlingen gemacht (Symbolbild)

In Plauen sind vier Neonazis in einem Asylbewerberheim gewesen und haben Fotos von den Flüchtlingen gemacht (Symbolbild)

Sie sind rechts, zeigen ihre Gesinnung deutlich und spazieren durch ein Asylbewerberheim: In Plauen hat am 12. Februar eine öffentliche Sitzung des Sozialausschusses getagt, bei der die Ausländerbeauftragte des Vogtlandkreises über die Wohnbedingungen für Flüchtlinge im örtlichen Asylbewerberheim berichtete.

Zu der Sitzung erschien auch NPD-Stadtrat Thomas Lauter. Zusammen mit vier Gleichgesinnten hetzte er, wie die "Bild"-Zeitung berichtet, gegen die Asylbewerber. Auch ein vom anwesenden Baubürgermeister Levente Sarközy ausgesprochenes Redeverbot konnte die Gruppe, die den Slogans auf ihren Bomberjacken nach zu urteilen, Mitglieder der Organisation "Der dritte Weg" sind, nicht stoppen.

"Wir hatten in dem Moment alle Angst"

Im Gegenteil. Zu einem an den Vortrag anschließenden Besuch im Asylbewerberheim kamen sie einfach mit. Und statt sie zu bitten, das Gebäude zu verlassen, schwiegen die Stadträte und schritten auch nicht ein, als die Nazis Fotos von den Flüchtlingen machten, so die "Bild".

CDU-Stadtrat Tobias Kämpf sagte der Zeitung: "Wir hatten in dem Moment alle Angst. Auch unser Bürgermeister wirkte eingeschüchtert."

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Ralf Oberdorfer (FDP) äußerte sich zu dem Vorfall und kritisierte das Verhalten der Politiker: "Ordnungsrechtliche Schritte seinerseits wären angebracht gewesen. Oder eine Auflösung der Sitzung. Wir werden den Vorfall gründlich auswerten, um etwas Derartiges künftig zu verhindern."

stb
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