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24. August 2011, 08:22 Uhr

Polizei nimmt mutmaßlichen Drahtzieher fest

Wird der Tod der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja doch noch gesühnt? Die Polizei in Moskau hat einen Mann festgenommen, der das Verbrechen geplant haben soll. Unter anderem soll er die Waffe beschafft haben, mit der die Putin-Kriteriken erschossen worden war.

Russland, Mord, Journalistin, Politowskaja

Die ermordete Journalistin Anna Politowskaja ist in Russland unvergessen© Macim Shipenkov/DPA

Fast fünf Jahre nach der Ermordung des regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist der mutmaßliche Drahtzieher der Tat festgenommen worden. Der ehemalige Oberstleutnant der Moskauer Polizei sei in Gewahrsam genommen worden, um verhört zu werden, sagte Dmitri Muratow, Chefredakteur der Zeitung "Nowaja Gaseta", am Dienstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Der stellvertretende Chefredakteur Sergej Sokolow sagte, der Ex-Polizist werde verdächtigt, den Mord geplant zu haben. Er habe eine kriminelle Gruppe gegründet, die Aufgaben der Mitglieder verteilt und die Journalistin beobachten lassen. Außerdem habe er eine Pistole mit einem Schalldämpfer beschafft.

Eine Sprecherin der "Nowaja Gaseta", für die Politkowskaja als Reporterin gearbeitet hatte, sagte laut der Nachrichtenagentur Interfax, im Jahr 2009 habe der Festgenommene während des Prozesses um den Mord an Politkowskaja als Zeuge ausgesagt. Drei angeklagte tschetschenische Brüder waren in dem Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Der Oberste Gerichtshof Russlands hob das Urteil aber auf. Im Zuge der neuen Ermittlungen wurden die tschetschenischen Brüder erneut angeklagt.

Politkowskaja war im Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Sie war eine Kritikerin des damaligen Präsidenten und heutigen Regierungschefs Wladimir Putin, in ihren Berichten prangerte sie Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenien-Krieg an. Die Arbeit der Ermittlungsbehörden in dem Fall wurde international immer wieder scharf kritisiert, ihnen wurde ein mangelnder Aufklärungswille vorgeworfen.

 
 
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