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24. Februar 2010, 12:35 Uhr

"Bewegung Morgenlicht" bedrohte Roland Koch

Eine "Bewegung Morgenlicht" hat in den ersten Monaten des Jahres die Frankfurter Polizei in Atem gehalten. Sie verübte sieben Brandanschläge und drohte Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch mit einem Bombenanschlag. Wie sich nun zeigt, besteht die "Bewegung" wahrscheinlich aus einem Einzeltäter.

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Im Visier einer "Bewegung Morgenlicht": Hessens Ministerpräsident Roland Koch© Mario Vedder/DDP

Nach Brandanschlägen gegen diverse Einrichtungen in Frankfurt/Main und einer Bombendrohung gegen den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 49-Jährige, der am Montag gefasst wurde, wird verdächtigt, unter dem Decknamen "Bewegung Morgenlicht" seit Ende Oktober 2009 insgesamt sieben Brandanschläge begangen zu haben. Dies teilte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Mittwoch mit. Außerdem soll der Verdächtige im Januar eine Bombendrohung gegen Koch gerichtet haben.

Der Mann wurde den Angaben zufolge aufgrund von Videoaufnahmen von zwei Tatorten und aus einem Internetcafé, von dem aus eines der Bekennerschreiben abgesetzt worden war, gefasst. Anhand dieser Bilder habe eine Polizeistreife am Montag den 49-Jährigen erkannt und ihn festgenommen, teilte Möller-Scheu weiter mit. Am Dienstag sei Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts der Brandlegung in sieben Fällen und einer versuchten Nötigung des Ministerpräsidenten erlassen worden.

Ermittler glauben an einen Einzeltäter

Nach den derzeitigen Erkenntnissen gehen die Ermittler des hessischen Landeskriminalamts und der Frankfurter Polizei davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter ist. Da der mutmaßliche Täter in seinen Bekennerschreiben "verschiedene soziale Problemfelder" als Tatmotiv genannt habe, habe das Gericht Wiederholungsgefahr als Haftgrund angenommen.

Zu den sieben Brandanschlägen kam es in der Zeit vom 31. Oktober 2009 bis zum 5. Februar 2010. Ziele waren unter anderem zwei Bankfilialen, ein Drogenmarkt und eine Zeitarbeitsfirma. Am 21. Februar erhielt dann Koch die Bombendrohung mittels einer Bombenattrappe. In der Staatskanzlei und bei der "Frankfurter Rundschau" gingen dazu Bekennerschreiben ein. Der Zeitung zufolge kam das Schreiben von einer "Bewegung Morgenlicht", Hintergrund war demnach angeblicher Protest gegen die Forderungen des CDU-Politikers nach stärkerer Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger.

Die Gruppe werde eine "scharfe" Rohrbombe "im Umfeld Ihrer Besitztümer" folgen lassen, wenn der Politiker seine Äußerungen wiederhole oder "seine arbeitnehmerfeindliche Politik" weiter verfolge, hieß es demnach in der "Redaktionskopie" eines Briefs an Koch.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
jupol (25.02.2010, 09:06 Uhr)
Glück gehabt
Da wird sich der Daila Lama aber freuen, dass seinem persönlicher Freund Roland Koch (Spitzname hier in Hessen Wisconsin-Koch) nichts passiert ist.
OttoB (24.02.2010, 22:01 Uhr)
@Tempelhofer
Also 2 Politiker die unbedingt weg müssen sind Roland Koch und Westerwelle.
Aber nicht durch Gewalt, sondern friedlich durch den Wähler.
soondecember (24.02.2010, 19:57 Uhr)
perfekte Überwachung
Ja da sieht man mal wie weit die perfekte Überwachung ist, während Bader den Desperado spielte und sich extrem auffällig verhielt , wie gestohlene Sportwagen...ja heute ist überall eine Kamera, nur ein Bruchteil gekennzeichnet, der Pass ist elektronsisch gerift, der Datenaustausch der Behörden ist umfassender denn je...die Daten der Meldebehörde können jetzt ja in Hessen von jedermann online gegen Cash eingesehen werden...Bankkonto ist auch gläsern...ein extremer Überwachungsstaat.
Wenn Morgenlicht der Täter und Koch das Opfer ist, passt dazu nicht, welches Ausmass an Korruption und Verfassungsbruch in Hessen verwirklicht wurde (Beispiel hessische Verfassung verbot mit eindeutigem Wortlaut die Studiengebühren.., die Zwangspensionierung von Steuerbeamten toppt alle bisherigen Rechtsbrüche, Koch wird abgewählt, bekommt aber wundersame Unterstützung von SPD-Abgeordneten, dazu hat er tausenden an "unwichtigen" Arbeitnehmern mit Niedriglohn die Existenz runiert, durch Tarifauflösung oder Billigprivatisierung der "Unwichtigen" wie Wäscherein in Krankenhäusern).
Es gibt eine Täter in Haft, aber die Unmenschlichkeit einer korrumpierten Gesellschaft von Egomanen geht weiter.
Gerade auch im Maingebiet.
undueberhaupt (24.02.2010, 18:02 Uhr)
Aber...
...sowas kann doch einen Roland Koch nicht erschüttern. Der ist ganz was anderes gewohnt.
.
So, ich bewege mich zum Abendbrot im Abendrot...
claatu (24.02.2010, 16:34 Uhr)
Zensur?
@horst.pachulke:
Tempelhofer bettelt nicht um Zensur (hoffe ich), sondern weist nur auf die hier immer wieder zu beobachtende Tatsache hin das die Kommentarfunktion von Dumpfbacken aller Art als Plattform zu Selbstdarstellung genutzt wird. Eine Kommentarfunktion nicht zulassen ist etwas anderes als Beiträge zu zensieren!
traldors (24.02.2010, 15:13 Uhr)
Verzweifelte Einzeltaten (...)
mental Verwirrter die versuchen andere, mental verwirrte Personen zu beschädigen.
Das ganze erinnert mich an eine Realsatire.
horst.pachulke (24.02.2010, 15:12 Uhr)
@ Tempelhofer:
Wenn jemand um Zensur bettelt, ist das einfach nur noch widerlich.
Ich empfehle Ihnen die Lektüre von Zeitungen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert - damals hatte Deutschland eine funktionierende Presse-Zensur. Die Bitten an den Zensor von "um die öffentliche Ruhe und Ordnung" besorgter Bürger waren den Ihren sehr ähnlich.

Was das jetzt für Sie heißt - denken Sie bitte mal drüber nach.
Was das für das Online-Portal des "Stern" heißt - auch darüber dürfen die Verantwortlichen gerne mal nachdenken.
knilch_59 (24.02.2010, 15:00 Uhr)
Häh?
"Ziele waren unter anderem zwei Bankfilialen, ein Drogenmarkt und eine Zeitarbeitsfirma". Wo gibt es in Hessen einen "Drogenmarkt"???? Aber es ist doch ein Zeichen dafür, wie er Hessen nach vorne brachte: Anscheinend nur noch ein Platz für Sklavenhalter der Zeitarbeitsfirmen, Bankster, Drogenhändler - und Politiker.
Tempelhofer (24.02.2010, 14:51 Uhr)
@ Stern.de
Ich verstehe nicht, wieso Sie hier die Kommentarfunktion überhaupt öffnen. Es wird hier bald wieder vor verbal gewalttätigen Kommentaren von linken und rechten Extremisten und einfachen Krawallmachern nur so strotzen.

Sie müssen doch einmal von früher gemachten Erfahrungen lernen.
zappuser (24.02.2010, 14:33 Uhr)
Das geht entschieden zu weit
hoffentlich distanzieren sich die Koch-Kritiker von diesem Vorgehen, anstatt klammheimliche Freude zu empfinden.
 
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