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17. April 2007, 09:16 Uhr

Schränkt den Waffenbesitz ein!

Nach dem Amoklauf an einer US-Uni stehen die USA wegen ihrer ihrer Waffengesetzte weltweit in der Kritik. Führende Politiker und Kommentatoren raten dazu, den Waffenbesitz deutlich einzuschränken.

Die amerikanischen Waffengesetze stehen in der Kritik© Jens-Ulrich Koch/DDP

Nach dem Amoklauf an einer US-Hochschule in Virginia mit 33 Toten hagelt es weltweite Kritik an der Waffenkultur in den USA. Der australische Ministerpräsident John Howard prangerte legte den USA nahe, strengere Waffengesetze zu erlassen. Australien habe nach einem schrecklichen Massaker im Jahr 1996, als 35 Menschen erschossen wurde, den Waffenbesitz rigoros beschränkt, sagte Howard. So habe die Waffenkultur in Australien kein solch negatives Ausmaß annehmen können wie in den USA. Die Regierung hatte damals fast alle Arten halbautomatischer Waffen verboten.

Die britische "Times" schreibt in ihrer Dienstags-Ausgabe: "Beobachter in Ländern wie Großbritannien mit so strengen Waffenkontrollgesetzen, dass Scharfschützen-Teams im Ausland trainieren müssen, könnten das Massaker als makabren Ritus des Blutvergießens ansehen, der sich stoppen ließe, wenn nur der Kongress sich von der National Rifle Association abwenden würde. Doch die jüngsten Morde in London haben die Verantwortlichen auf gewaltsame Art daran erinnert, dass selbst die drakonischsten Kontrollregimes es nicht schaffen, Kriminellen oder Geistesgestörten den Zugang zu Waffen zu verwehren."

Die römische Zeitung "Il Messaggero" berichtet am Dienstag: "Das Blutbad auf dem Universitätscampus ist das Werk eines Kamikaze-Täters. Eines amerikanischen Kamikaze, der, im Unterschied zu den muslimischen Attentätern, nicht aus religiösen Motiven handelte, sondern der von jener Unruhe angetrieben wurde, die breite Schichten in Amerikas berührt. Amerika ist eine Nation, die seit einigen Jahren Gefahr läuft, immer weniger geliebt zu werden in der Welt, vor allem in den ärmsten Ländern. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Amerika Wächterin der Demokratie und wurde mit der Verteidigung der Freiheit gleichgesetzt, heute ist Amerika eine Supermacht, die Kriege beginnt und in der ständigen Notwendigkeit lebt, sich vor dem Feind verteidigen zu müssen. Ob sich dieser Feind Islam nennt oder ob er das Gesicht des Nachbarn hat, der dir Unrecht getan hat."

Und die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" textet unter dem Titel "Die Gewehre im Supermarkt": "Das Blutbad auf dem Campus, dem schon so viele vorausgegangen waren, wird Amerika erschüttern, vielleicht führt es gar zu stärkeren Reaktionen als in der Vergangenheit, aber es wird nicht die Kultur eines Landes verändern, das ein Verständnis von Selbstverteidigung besitzt, das in sein Erbgut eingegangen ist, und in dem das Tragen von Feuerwaffen als ein unveräußerliches Recht betrachtet wird, das von der Verfassung geschützt ist. So war es nach dem Massaker 1999 an der Columbine High School in Littleton im US-Bundesstaat Colorado mit zwölf toten Schülern, aber auch bei Dutzenden ähnlichen Zwischenfällen, deren Bilanz ein bisschen weniger dramatisch ausgefallen ist. (...) Es sind diese Massaker sowie die 'kleineren' Episoden, die ein Zeugnis ablegen von der Leichtigkeit, mit der in den USA Waffen, und sogar automatische Waffen, in Umlauf gebracht und gebraucht werden."

30.000 Menschen sterben an Schusswunden

Die Motive des Amokläufers sind bisher unbekannt. In den USA sterben jedes Jahr mehr als 30.000 Menschen an Schusswunden. Es befinden sich mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land. Eine einflussreiche Waffen-Lobby sowie freizügige Gesetze zum Besitz von Waffen haben bislang alle Kontrollbemühungen untergraben.

 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Arrow1967 (17.04.2007, 18:28 Uhr)
Schade,...
...dass wir hier nicht solche Waffengesetze haben, wie in Texas oder Virginia. Dann würde nicht nur die Maschinenbauindustrie, wie Persil am Himmelstehen.
AliceWalsh (17.04.2007, 12:00 Uhr)
Ameisenficker...
Sowas nennt man Meinungsfreiheit!
bR4iNST0RM (17.04.2007, 11:48 Uhr)
hahahaha.
Da kann man nur schwer Lachen. Den Amis sagen, sie sollen besser mal schärfere Waffengesetzte einführen. Hahahaha… ich lach mich weg!
Kalifornien macht es doch schon plausibel verständlich, das der Trend genau gegenläufig verläuft. Warum auch nicht?! Sollen sich doch auch schon die Kleinen an den Umgang mit der Waffe gewöhnen, denn dann hat der Bush endlich auch ein paar Nachwuchssoldaten, damit der endlose Antiterror-Terror auch wirklich endlos wird. Dadurch dass die Amis im Schnitt eh nicht die hellsten sind, wird es aber selbst Innenpolitisch heikel. Ich weiß nicht, ob der Bush sich schon mal vorgestellt hat, dass wenn er so weiter macht, sich seine Landsleute auch gegen ihn stellen, dann ist der Ar*** auf Grundeis! Schwer bewaffnet + nicht so helle = sehr gefährlich! Selbst für den Bush.
Nun aber zum Thema: schärfere Gesetzte für Amis. Lachnummer. Der Versuch einen Ami mit Sturmgewehr im Anschlag zu entwaffnen, wäre Filmreif. Abgesehen von der Gefahr die sich da bietet, kommt noch erschwerend hinzu, dass der Ami, egal woher und wie naiv, weiß, es gibt da ja ein schönes Gesetzt, so um und bei aus dem frühen 19ten Jahrhundert, dass da sagt: Jeder Amerikaner hat das Recht auf den Besitz einer Waffe. Ob nun eine Faustfeuerwaffe oder gleich ein Panzer, das bleibt jedem frei. Es könnte ja sein, dass der König von England (war damals noch so) kommen könnte und den Amis ihr so üppiges Land unter dem, mittlerweile sehr übergewichtigen, Sitzpolster entwenden könnte! Das ist natürlich ein Argument, was nicht so einfach ignoriert werden kann! Und überhaupt! Auch sozial sind da übelste Einschneidungen! Die ganzen Waffen-Clubs und der andere Klimbim der, durch die Amerikanische Rüstungslobby bestens unterstützt, massiv Zuwachs erhält, müsste dann ja, zwecks ausbleiben des Humankapitals, dicht machen! OMG! Das geht ja dann doch zu weit! ;o)
Ameisenficker (17.04.2007, 10:25 Uhr)
Mindestens genau so bedenklich...
...ist für mich die Tatsache, dass hier anscheinend niemand Korrektur liest und jeder einfach das veröffentlichen kann, wonach ihm gerade ist.
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