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9. September 2010, 10:40 Uhr

Seligsprechung eines Märtyrers

Der katholische Priester Georg Häfner wird seliggesprochen. Sein Tod 1942 im KZ Dachau macht ihn für die Kirche zum Märtyrer.

Er starb unterernährt, krank und misshandelt 1942 im Konzentrationslager Dachau - nun wird der katholische Priester Georg Häfner aus Würzburg seliggesprochen. Die feierliche Zeremonie findet am 15. Mai kommenden Jahres in der fränkischen Domstadt statt, wie der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Mittwoch mitteilte. Erzbischof Angelo Amato, Präfekt der Päpstlichen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, werde als Vertreter von Papst Benedikt XVI. an dem Gottesdienst teilnehmen.

"Er ist für uns alle ein Vorbild, weil er gezeigt hat, dass es auch unter widrigen Umständen möglich ist, zu sich selbst und zur eigenen Lebensführung zu stehen. Im Konzentrationslager Dachau hat er seinen Glauben bezeugt und ist sehr versöhnlich und für andere aufopfernd seinen Weg gegangen", sagte Hofmann.

Häfner wurde vor 110 Jahren in Würzburg geboren. Dort ließ er sich 1924 zum Priester weihen. Auch unter der Herrschaft der Nationalsozialisten habe er sich unbeirrt und mutig für seinen Glauben und die Kirche eingesetzt, betonte ein Sprecher der Diözese. Häfner wurde denunziert und kam im Oktober 1941 in Haft. Zwei Monate später wurde er ins KZ Dachau gebracht. Völlig entkräftet von den Qualen der Gefangenschaft starb er dort im August 1942.

Seine Urne kam zunächst auf den Würzburger Hauptfriedhof, am 9. Dezember 1982 wurde sie schließlich in die Krypta der Neumünsterkirche überführt. Weil Häfner nach Ansicht vieler Gläubiger und Priesterkollegen im KZ als Märtyrer starb, begannen 1992 offiziell die Bemühungen, ihn seligsprechen zu lassen. 2002 konnten die dafür nötigen Unterlagen an den Vatikan übergeben werden, wo sie geprüft wurden.

Lange Jahre waren die Zeremonien für Selige im Vatikan vom Papst persönlich abgehalten worden, erst Benedikt XVI. änderte diese Praxis 2005 kurz nach seiner Wahl. Die Gottesdienste werden nun in den jeweiligen Heimatdiözesen gefeiert - und der Papst schickt einen Vertreter.

DPA
 
 
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