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Neue Erkenntnisse im Fall Natascha Kampusch: Offenbar hat ihr Entführer Wolfgang Priklopil seinem Freund Ernst H. die Tat unmittelbar vor seinem Tod gestanden. Das sagte H. jetzt bei einer erneuten Vernehmung aus, nachdem er selbst als möglicher Mittäter in Verdacht geraten ist.
Für Ernst H., den engsten Freund von Natascha Kampuschs Entführer, hat sich das Blatt gewendet: Noch im September führte er einen Prozess gegen die Zeitschrift "die aktuelle", die ihm angeblich unterstellt hatte, er sei Komplize des Kidnappers Wolfgang Priklopil gewesen.
Bei der Suche nach möglichen Mittätern im österreichischen Entführungsfall Natascha Kampusch führt nun auch eine Spur nach Deutschland. Deutsche Behörden hätten am Wochenende in Baden-Württemberg das Haus eines mutmaßlichen Zeugen durchsucht, sagte der ermittelnde Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher am Montag.
Wolfgang Priklopil, der Natascha Kampusch entführte und jahrelang gefangen hielt, soll bereits vor diesem unglaublichen Fall ein kleines Mädchen sexuell missbraucht haben. Die junge Frau hatte erst im November 2008 Anzeige erstattet. Priklopil hatte sich 2006 das Leben genommen, nachdem Natascha Kampusch die Flucht gelungen war.
Vier Jahre nach der Flucht aus dem Kellerverlies schildert Natascha Kampusch in ihrer Biografie, wie ihr Entführer immer wieder versuchte, sie gefügig zu machen. Und warum es gut war, ihren Peiniger nicht nur zu hassen.
Er war der erste, bei dem Wolfgang Priklopil Unterschlupf gesucht hatte, nachdem Natascha Kampusch die Flucht gelungen war. Stundenlag war Ernst H. mit dem Entführer durch Wien gefahren, ehe der sich vor einen Zug warf und Selbstmord beging. Ein Gericht sprach H. jetzt vom Vorwurf der Fluchthilfe frei.
"Da war immer nur ein Täter", hatte Natascha Kampusch selbst stets betont. Der Verdacht, dass ihr Peiniger Wolfgang Priklopil Komplizen oder Mitwisser gehabt haben müsse, hat sich dennoch gehalten. Doch neue Ermittlungen zeigen: Priklopil handelte allein.
Immer noch beschäftigt der Fall Natascha Kampusch sowohl die österreichischen Medien als auch die Justiz des Landes. Dreimal, so der zuständige Oberstaatsanwalt, habe die junge Frau versucht, ihrem Verlies zu entfliehen. Berichten, sie sei auch freiwillig zu ihrem Peiniger zurückgekehrt, widersprach er.
Auch das Opfer Natascha Kampusch kann das Rätsel um eine mögliche Mitwirkung eines zweiten Täters bei ihrer Entführung nicht lösen. Sie habe immer nur ihren Entführer Wolfgang Priklopil gesehen, sagte sie in einem TV-Interview.
Der Entführer der Österreicherin Natascha Kampusch soll kurz vor seinem Tod die Tat seinem Freund Ernst H. gestanden haben. Dies habe Ernst H., gegen den inzwischen auch ermittelt wird.
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