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Mollath wird ungefragt zur Werbefigur

Dass man mit ihm macht, was man will, ist für Gustl Mollath nicht neu. Nachdem er jahrelang wohl zu Unrecht in der Psychiatrie saß, hat ihn Autoverleiher Sixt zur Werbefigur gemacht - ungefragt.

  Stein des Anstoßes: Gustl Mollath in einer Anzeige des Autoverleihers Sixt

Stein des Anstoßes: Gustl Mollath in einer Anzeige des Autoverleihers Sixt

Ob sich Gustl Mollath über sowas noch wundert? Jahrelang galt er für bayerische Gerichte als verrückt und verbrachte deshalb seine Zeit in der Psychiatrie - möglicherweise zu Unrecht. Kaum ist er - nach langem Kampf und auf gerichtliche Anordnung - entlassen worden, muss der 56-Jährige aber erkennen, dass auch außerhalb der Anstalt schon mal nach Belieben über ihn verfügt wird. Der Autoverleiher Sixt, bekannt für seine provokanten Werbekampagnen, vereinnahmte Mollath für eine seiner Anzeigen.

"Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen", wird dem möglichen Justizopfer in einer Anzeige, die an diesem Montag in der "Süddeutschen Zeitung" erschienen ist, in den Mund gelegt. Das Zitat ist nicht echt. Gefragt wurde Mollath nicht, wie ein Sprecher des Autoverleihers bestätigte. Mollaths Anwalt Gerhard Strate kündigte dementsprechend presserechtliche Schritte an. Vor allem die Verwendung des Begriffs "verrückt" halte er im Zusammenhang mit seinem Mandanten für höchst problematisch, sagte Strate der Nachrichtenagentur DPA.

Gustl Mollath als Werbefigur? Was halten Sie davon?

Nicht das erste Sixt-"Opfer"

Mollath ist das jüngste "Opfer" des Unternehmens, das seit Jahren mit provokanter Werbung immer mal für Aufsehen sorgt. Wer gerade in aller Munde ist, findet sich rasch mit großem Foto und kessem Spruch in den orangefarben unterlegten Anzeigen wieder. Zuletzt musste nicht zum ersten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel dran glauben, als sie unvorsichtiger Weise beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin das Internet als "Neuland" bezeichnete - und Sixt prompt einen Leihwagen zur Erkundung empfahl. Auch der kürzlich verurteilte italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi tauchte in einer Anzeige auf: "7 Jahre einsitzen? (Für € 4,5 Millionen) 1 Tag zweisitzen! (Für € 143,-/Tag)" stand unter den Bildern des Cavaliere und eines Mercedes-Cabrios zu lesen.

Mit Mollath steht nun eine Figur im Fokus, die anders als Politiker und andere prominente Persönlichkeiten durch das erlittene Schicksal und nicht aus eigenem Antrieb in die Öffentlichkeit geraten ist. Einen Unterschied will Sixt aber nicht machen. Es handle sich um eine satirische Anzeige, rechtfertigte der Sprecher die Werbeaktion. Da Mollath eine öffentliche Person sei, dürfe das Unternehmen ihn auch ungefragt zum Gegenstand einer satirischen Darstellung machen.

Nachträgliches Honorar-Angebot

Aufgeschreckt durch Reaktionen in den sozialen Netzenwerken und entsprechende Presseanfragen will Sixt nach eigenen Angaben noch im Laufe des Tages Kontakt zu Mollath aufnehmen und ihm doch noch ein Honorar anbieten. Über die Höhe des Honorars wollte der Unternehmenssprecher keine Angaben machen. Das gehöre zur Privatsphäre Mollaths.

Prozess muss neu aufgerollt werden

Mollath war siebeneinhalb Jahre gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebracht. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Nürnberg wurde er vergangene Woche überraschend binnen weniger Stunden freigelassen. Anlass war, dass nach der Entscheidung des Gerichts der Prozess neu aufgerollt werden muss, der zu Mollaths Einweisung geführt hatte.

dho/mit Material von AFP und DPA

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