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26. Januar 2010, 12:59 Uhr

Alkohol-Panscher bestreiten Vorwürfe

Der Fall hatte im März Schlagzeilen gemacht: Damals waren in der Türkei drei Schüler aus Lübeck an illegal hergestelltem, giftigem Wodka gestorben. In Antalya müssen sich die mutmaßlichen Alkohol-Panscher nun vor Gericht verantworten. Sie bestreiten die Vorwürfe.

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Die 18- bis 22-jährigen Schüler aus Lübeck hatten im Hotel in der Türkei unwissentlich giftigen Wodka gekauft© Jörg Sarbach/AP

Vor dem Schwurgericht der südtürkischen Stadt Antalya hat am Dienstag der Prozess gegen 13 Angeklagte begonnen, die für den Alkohol-Tod von drei deutschen Berufsschülern im vergangenen Jahr verantwortlich sein sollen. Die Anklage fordert bis zu 20 Jahre Haft für die sieben Hauptbeschuldigten. Ihnen wird vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Sechs weitere Angeklagte müssen sich wegen Beihilfe verantworten.

Zwei der mutmaßlichen Alkohol-Panscher bestitten zum Prozessauftakt die Vorwürfe. Er sei gegen die Produktion von illegalem Alkohol, sagte der Mitinhaber eines türkischen Unternehmens. "Ich bin kein Hersteller, ich bin nur ein Großhändler." Auch sein Bruder wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen soll Hoteliers und Gastwirten billigen Fusel verkauft haben, damit sie ihn an Touristen ausschenken konnten.

Bilanz des Trinkgelages: Drei Tote, vier Verletzte

Die 18- bis 22-jährigen Schüler aus Lübeck hatten im vergangenen März zusammen mit ihrer Klasse das "Anatolia Beach Hotel" in Kemer bei Antalya besucht. Dort kauften sie unwissentlich illegal hergestellten Wodka, der hohe Anteile des giftigen Stoffes Methanol enthielt.

Ein 21-Jähriger starb noch in der Türkei an einer Methanolvergiftung, ein 17- und ein 19-Jähriger fielen ins Koma und starben später in der Uniklinik Lübeck. Vier weitere Schüler erlitten leichtere Vergiftungen und überlebten.

Die Lübecker Staatsanwaltschaft hatte den Fall bereits im Sommer an die türkischen Behörden abgegeben. Die Ermittlungen gegen den Lehrer, der die Schüler auf der Reise begleitet hatte, wurden im Juli eingestellt. Es habe keine Hinweise auf unterlassene Hilfeleistung oder fahrlässige Tötung durch Unterlassen gegeben, hieß es.

AFP/DPA
 
 
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