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17. August 2010, 11:57 Uhr

2700 Euro für den Tod der kleinen Lara-Mia

Die kleine Lara-Mia aus Hamburg starb 2009 völlig abgemagert. Sie wurde nur neun Monate alt. Wer ist Schuld an der Tragödie? Nach der Mutter steht jetzt die Betreuerin von Lara-Mia vor Gericht - und kommt wohl mit einer Strafe von 2700 Euro davon.

Lara-Mia, Rauhes Haus,

Die angeklagte Betreuerin war nicht in der Lage, zum Prozess zu erscheinen. Ihr Platz im Amtsgericht Harburg blieb leer© Angelika Warmuth/APN

Nach dem Tod des völlig abgemagerten Babys Lara-Mia in Hamburg muss ihre Betreuerin aller Voraussicht nach eine Geldstrafe von 2700 Euro zahlen. Das Amtsgericht Harburg kündigte am Dienstag einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 30 Euro an. Wenn die Sozialarbeiterin innerhalb von zwei Wochen keinen Einspruch einlegt, wird die Strafe rechtskräftig. Die 59-Jährige kam wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht zum Prozess.

Die Mitarbeiterin des Rauhen Hauses, eines Trägers der Jugendhilfe, hatte die Familie noch wenige Tage vor Lara-Mias Tod besucht - und erklärt, das Kind sei wohlauf. Als das Mädchen im März 2009 starb, wog es aber nur noch 4,8 Kilo. Für ein neun Monate altes Baby wäre das Doppelte normal gewesen. Die genaue Todesursache blieb allerdings unklar: Rechtsmediziner konnten auch einen plötzlichen Kindstod nicht ausschließen.

Mutter ist bereits verurteilt

Die Betreuerin war wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen angeklagt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte sie die dramatische Gewichtsabnahme des Mädchens zwar bemerkt, "aber nicht die erforderlichen Maßnahmen gegen die das Leben des Kindes gefährdende Mangelernährung ergriffen".

Lara-Mias Mutter und ihren früheren Lebensgefährten hat das Hamburger Landgericht bereits Mitte Juli verurteilt. Die heute 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung, ihr drei Jahre älterer Ex-Freund eine Bewährungsstrafe von neun Monaten. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Revision eingelegt. In der Urteilsbegründung hatte der Vorsitzende Richter auch den Behörden in der Hansestadt Versagen vorgeworfen.

Zu einer öffentlichen Hauptverhandlung über die Rolle der Betreuerin kam es am Dienstag dann aber nicht. Im Gerichtssaal ging es ausschließlich um den Strafbefehl - um das Verfahren abzuschließen.

APN
 
 
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