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27. Februar 2008, 15:36 Uhr

Mit Tempo 236 in den Tod

Aufgemotzter Golf gegen Porsche Carrera: Vier junge Männer lieferten sich bei Konstanz am Bodensee ein illegales Rennen. Bei Tempo 236 der Unfall. Einer der Männer stirbt. Ausgerechnet er hat die Todesfahrt auf Video aufgenommen. Den Raserfilm, der auch beim Prozess gegen die Überlebenden gezeigt wurde, sehen Sie auf stern.de. Von Katharina Schönwitz, Konstanz

Ein Bild aus dem Video von Jean-Pierre S - der Beifahrer im Volkswagen kam bei dem illegalen Autorennen bei Konstanz zu Tode© screenshot

Jean-Pierre S. hat das illegale Autorennen, welches mit seinem Tod endete, sogar noch mit seiner Digitalkamera gefilmt. Die drei anderen Rennfahrer sitzen auf der Anklagebank des Konstanzer Landgerichts und sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Constantin S. ist in schwarzem Anzug und Krawatte erschienen, Florian H. im Jackett. Die beiden Jurastudenten geben sich sichtlich Mühe, einen seriösen Eindruck zu erwecken. Ihre kinnlangen Haare haben sie zurück gegelt. Nur Serdar B., der Fahrer des verunglückten Golfs, trägt Jeans und einen schwarzen Parka.

Es war der 30. März vergangenen Jahres, ein Freitagabend, als Serdar sich ans Steuer seines aufgemotzten Golf setzte, neben ihm sein Kumpel Jean-Pierre, der eine Ausbildung bei Porsche machen wollte.

"So etwas vorher nie gemacht"

Auf dem McDonalds Parkplatz in Konstanz hatten sie sich mit zwei Jurastudenten verabredet, Florian und Constantin. "Wir kannten uns vorher nicht", versichert Serdar dem Richter. Über Jean-Pierre sei der Kontakt telefonisch zustande gekommen. Der damals 26-Jährige Florian hatte sich den Porsche Carrera S seines Vaters ausgeliehen. Serdar will seinen getunten Golf austesten. Schafft er es, den Porsche abzuhängen?

Sein Kommilitone Constantin nahm auf dem Beifahrersitz Platz. "Wir haben vorher so etwas noch nie gemacht", beteuern beide treuherzig im Gerichtssaal. Zuerst fahren sie Richtung Autobahn, machen "Beschleunigungsrennen". Das heißt bei 120 Kilometer pro Stunde geht es erst los und beide Fahrer treten richtig aufs Gas. Der Golf ist schnell.

Dann fahren sie runter von der Autobahn. Auf der Bundesstraße 33 zwischen Radolfzell und Konstanz wollten die vier es doch noch mal wissen. Genau an der Stelle, an der die meisten Touristen vom Gas gehen, weil das erste Mal der Bodensee zu sehen ist, geben Florian und Serdar Vollgas. Jean-Pierre filmt vom Beifahrersitz aus, der Film wird im Gerichtssaal gezeigt. Beide Autos sind gleich auf. Die Beifahrer zählen: "Drei-zwei-eins".

Für die Anwesenden im Gerichtssaal ist das nur schwer zu hören. Für die Familie des Getöteten wird es unerträglich, sie verlassen den Gerichtssaal. Die Motorengeräusche im Film übertönen nahezu alles, die restlichen Details verschluckt der Beamer. Die Angeklagten schauen den Film mit versteinerten Mienen an, es ist mucksmäuschenstill im Saal.

Der Golf schießt davon, erst nach 25 Sekunden kann der Porsche aufholen. "Das war kein Bastlerauto", sagt Gutachter Stephan Eberle in der Verhandlung über den getunten Golf II mit Turbomotor. "Den hat der Angeklagte professionell umgebaut." Das ließe sich sogar noch anhand der völlig verkohlten Reste des Wracks erkennen.

Auf dem Grünstreifen die Kontrolle verloren

Porschefahrer Florian will rechts an seinem Konkurrenten vorbeiziehen. Doch die rechte Spur ist durch einen unbeteiligten Opelfahrer halb blockiert. Zwar hat der Opelfahrer die beiden Raser im Rückspiegel erkannt und flüchtet ganz nach rechts auf die Standspur, weil er Angst hat, "abgeschossen" zu werden. Trotzdem wird es eng für drei Autos auf zwei Spuren nebeneinander. Der Porsche schlängelt sich durch die Mitte hindurch, Serdan gerät mit seinem Golf mit den linken Rädern auf den Grünstreifen. "Zu der Zeit hatte er eine Geschwindigkeit von 236 Kilometer pro Stunde", erklärte der Sachverständige. Der Wagen ist kaum noch zu halten. Der Golffahrer versucht zu korrigieren, verreißt dabei das Lenkrad.

"Ich habe im Rückspiegel nur Staub gesehen", erinnert sich Porschefahrer Florian leise lispelnd. Angehalten hat er trotzdem nicht. "Bis ich das Ganze realisiert hatte, war ich ja schon mehrere hundert Meter weiter. Ich habe meinem Beifahrer Constantin gesagt, er soll die Rettung anrufen." Bei der nächsten Ausfahrt wenden die beiden, und kehren auf der Gegenfahrbahn zur Unfallstelle zurück. Dort mischen sie sich, als ginge es sie nichts an, unter die anderen Schaulustigen.

"Ich habe falsch eingeschätzt, wie schnell der Golf fahren konnte", entschuldigt sich Florian am zweiten Verhandlungstag. Er habe schon geahnt, dass es "knapp" werden könnte zwischen dem Golf und dem Opel. "Ich bin dann instinktiv nach links gezogen, weil ich gesehen hab, dass die Lücke schon offen war."

Laut Gutachter zwei Möglichkeiten, den Unfall zu verhindern

Touchiert hat er den Golf nicht. Richter Bischoff schüttelt nur den Kopf bei der Analyse der Geschwindigkeiten und Bremswege. In stundenlanger Arbeit hat der Dekra-Gutachter den genauen Ablauf und die Geschwindigkeiten rekonstruiert und in einer Computersimulation zusammengefasst. Immer wieder führt er den Ablauf des Unfalls vor. Richter, Anwälte und der Staatsanwalt müssen immer wieder nachfragen, um die technischen Details zu verstehen.

Aus der Sicht des Gutachters hätte es allerdings zwei Möglichkeiten für den Porschefahrer gegeben, den Unfall zu verhindern: "Entweder eine Vollbremsung oder abbremsen und hinter dem Golf einscheren." Oder aber der Golffahrer hätte einfach vom Gas gehen müssen, als der Porsche noch neben ihm war.

Doch der Golffahrer verlor die Kontrolle, der Wagen schoss quer über die Fahrbahn, prallte auf die Böschung, überschlug sich und kam wieder auf der Bundesstraße zum Stehen. "Die Gurtungen lagen neben den Sitzen. Das ist der Beweis, dass beide nicht angeschnallt waren", erläuterte der Gutachter. Serdar B. brach sich mehrere Knochen und muss im Sommer zum vierten Mal operiert werden.

Jean-Pierre S. war so schwer verletzt, dass er noch in derselben Nacht im Krankenhaus starb. Ein Urteil für die überlebenden Raser will das Landgericht vorraussichtlich am Donnerstag sprechen.

Von Katharina Schönwitz, Konstanz
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
unheilig (29.02.2008, 11:18 Uhr)
tztztzt
gefährde mennooo
unheilig (29.02.2008, 11:17 Uhr)
@NName
heiliger ich?bestimmt nicht,aber ich gefhrde keine anderen,wenn dann nur mich selber.na ja und wie ich argumentiere tja schreibs so wie ich denke,sorry ist wohl hier in deutschland nicht erwünscht,aber mir doch egal:)
NName (28.02.2008, 23:16 Uhr)
Überschrift
@unheilig
Ist mir schon klar, dass du ein Heiliger bist. Allein schon wie du argumentierst und dich artikulierst... naja egal.
@sportartmakler
- Nein ich habe mich nicht für meinen Porsche "geschämt". Fand es trotzdem nicht immer angemessen, mit jenem bei Ottonormalo zu erscheinen. Genauso wie ich mir komisch vorkäme, bei McDonalds mit Anzug und Krawatte zu erscheinen oder wie du dir vllt. komisch vorkämest, in deiner Stammkneipe, nen edelen Rotwein zu bestellen.
- Mir ist es sehr wohl bewusst, dass mit erhöhter Geschwindigkeit das Risiko steigt. Ansosten würde ich dies wohl auch kaum selbst erwähnen.
- Was du daran nicht verstehst, wenn ich dir sage, ich rase auf öffentlichen Strassen nicht, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn ich "rase", dann auf einer 9 Meter breiten Rennstrecke, mit 20-30 Gleichgesinnten.
So um dann zu deinem Punkt meine "argumentation sei lächerlich" zu kommen. Das ist einfach nicht möglich, da ich eigentlich nicht argumentiere, sondern nur verweise und veranschauliche.
Ich bin früher sehr, sehr viel auf deutschen Autobahnen unterwegs gewesen und dort wimmelt es einfach von "unverantworungslosen" Leuten die sich teilweise bodenlos überschätzen.
Wenn ich 100 Km auf der A8 bei Regen fahre und mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halte, überholen mich hunderte von Autos auf dieser Strecke (innerhalb von 1 Stunde, auf einer von x Autobahnen ). Hunderte von Leuten die, in abgeschwächter Form, russisches Roulette spielen.
Da wir aber in einem weitgehenst freiem Land leben, ist es IHRE ENTSCHEIDUNG und NICHT MEINE, solange ihre Entscheidung mich nicht involviert.
Ist der selbe Punkt beim rauchen: Wenn DIESE Leute rauchen wollen und wissen dass das nicht gesund ist - ja herr Gott nochmal - es ist ihr Leben, oder?! Wenn ich nichts von dem Rauch abbekomme, wieso sollte ich dann das Recht haben ihnen etwas zu verbieten?
Ich find es ja schön, dass ihr gerne diskutiert. Aber bitte versucht beim Thema zu bleiben. Es interessiert mich ebenso wenig, wenn in China ein Reissack umfällt, wie ob du Alk trinkst oder nicht.
Meine Erste Aussage, und bei dieser bleibe ich, war:,
"Natürlich hätten sie es auf ner Rennstrecke machen sollen.
Da ich aber annehme, allen Beteiligten war klar, dass das ein hohes Risiko mit sich bringt mit 250 km/h über ne Bundesstrasse zu fahren, sollte man nichts weiteres ankreiden, ausser dass sie einen Unbeteiligten ebenfalls gefährdet haben.
Denn jedem sollte es selbst überlassen sein, was er mit seinem Leben anfängt und wenn es ihm/ihnen sooo viel Spass macht mit 300 km/h über die Autobahn zu rassen, und dabei sein Leben zu riskieren, dann sollte(n) sie/er dies auch machen dürfen, solange sie/er, wie gesagt, keinen Anderen gefährden."
Ist halt MEINE Meinung und zu dieser stehe ich auch. Wenn dir/euch nun klar geworden ist, wie ich denke und ihr dagegen anständig argumentiert, werd ich auch nochmal, mit Gegenargumenten, antworten. Wenn ihr allerdings wieder mit, irgendwelchen Rasern in öffentlich Orten oder Porscheneid kommt, dann war dies mein letzter Kommentar zum Artikel.
Lordnycon (28.02.2008, 19:42 Uhr)
Das ist Pech
Also um eins klar zu stellen, die 4 haben gewußt worauf die sich einlassen..
Aber für mich gehört der TÜV Verklagt, denn der hat den 2er Golf mit Turbomotor zugelassen.... 2er Golf mit über 300PS....
Ich habe selber mal nen Turbo VR6 3er Golf gehabt, und bin froh das ich a noch lebe und b keinen gefährdet habe.
Ich weiß auch wie es ist mit über 250 Km/h über die Autobahn zu fliegen, was anderes ist das nämlich nicht mehr!
Und hier auf der B33 um die es geht, kann ich nur sagen wer auf diesem Stück schneller wie 150 ist dem geschiehts grade recht.. Dazu ist dieses Teilstück garnicht ausgelegt, und jeder der diese Strecke kennt weiß was ich meine.
Tja und nachdem das das letzte Stückchen vom Deutschlands bekanntem Spätzlehighway ist, kommen hier Rennen oft genug vor...
unheilig (28.02.2008, 17:51 Uhr)
ps @NName
trinke kein alk!!!!!!!
sportartmakler (28.02.2008, 16:57 Uhr)
das weiß ich taucher
aber nname leider nicht
taucher1102 (28.02.2008, 15:56 Uhr)
sportartmakler
Es gibt kein kontrolliertes Rasen!
Ab einer Geschwindigkeit von 130, ist der Fahrer ob mit oder ohne ESP, Passagier.
sportartmakler (28.02.2008, 15:36 Uhr)
@nnam
du hast dich also geschämt für deinen porsche, da drückts einem ja direkt pippi in die augen.nicht jeder der deine einstellung vom kontrollierten rasen teilt drückt damit seinen neid aus, manch einer zeigt dadurch einfach nur vernunft, verantwortung für seine mitmenschen und letztlich auch intelligenz.
deine argumentation ist lächerlch, spätestens an dem punkt wo du zugibst das rasen eine gefahrensizuation erschafft.aha. du solltest deine eigenen worte vielleicht auch mal verinnerlichen.
unheilig (28.02.2008, 14:58 Uhr)
@NName
also 1.opel ist ein schönes auto:)2.ich ess lieber gammelfleisch und schädige mich selber,als mit 300 oder mehr andere in gefahr zu bringen.wie war das in köln,da rast einer mit seinen tollen mercedes durch die kölner innenstadt,verliert die kontrolle,prallt gegen eine hauswand und zerquetscht einen renter!na ja hauptsache rasen macht spass!!!!!!!der rentner war ja wieso alt!tztztztztztz raser sollte man auf lebenszeit den führerschein wegnehmen!
NName (28.02.2008, 12:55 Uhr)
@unheilig
"sach mal,bekommt dir der fahrtwind nicht,wenn du mit 300 rasen tust?"
Du hast meinen Beitrag leider nicht genau gelesen.
Fahre a) kein Auto mehr was 300 km/h Spitze fährt
Bin b) früher nur auf Rennstrecken(Nordschleife) meinen Wagen ausgefahren
Und c) gibt es auch Autos die 360 km/h und weit mehr fahren und auch bei diesen Geschwindigkeiten noch auf der Strasse bleiben. Das kann man sich natürlich nur schwer vorstellen, wenn man selbst “nur“ nen Opel fahrt, der bei 130 km/h anfängt zu klappern, dass man denkt, man fährt gerade über n Erdbeben. Geschwindigkeit ist halt relativ.
Ein Allrad Porsche wäre bei diesem Unfall wohl auch nicht von der Strecke abgekommen und zudem wäre bedingt durch die wesentlich größeren Knautschzonen wohl der Junge auch nicht um’s Leben gekommen.
"ach und 300 darfst doch wieso nicht auf deutsche autobahnen fahren,also machst dich ja strafbar,aber das ist euch hirnlosen ja wieso egal,hauptsache kann angeben mit meinen ach so schönen porsche"
1) Auf der Autobahn gibt's, so lang keine Verkehrsschilder es aufheben, nur eine Richtgeschwindigkeit(130km/h). D.h. man darf so schnell fahren wie man will. Man macht sich auch bei 400 km/h mit einem 1000 PS Auto auch NICHT STRAFBAR.
2) Dein 2ter Teil ist einfach nur Neid kombiniert mit unverständnis. Ich bin früher sicher nicht Porsche gefahren um anzugeben. Mir war es meistens eher sogar unangenehm, mit einem Porsche, Leute zu besuchen die ich mich nicht besser kannte. So hab ich meine damaligen Freundinen fast immer erstmal NUR mit nem Audi A4 abgeholt und auch nie wirklich jemanden aufgedrängt, dass ich Porsche fahre. Porsche wirkt einfach, bei den meisten in Form von Neid.
Trotzdem hat das reine fahren einfach so unglaublich viel Spass gemacht und müsste ich heute immer noch öfters längere Strecken fahren, würde ich mir sofort wieder nen Porsche, z.B. 10.000€ 928 GTS Porsche mit 350 PS, kaufen . ( OH EIN 10.000€ AUTO – NEID NEID NEID *hust*. Was dein Vektra Neuwagen kostet 18.000€?! Sollte ich jetzt neidisch auf dich sein ?! )
"was sagte mein fahrlerer immer,rasen kann jeder depp,aber sein auto in gefahrensituation zu beherrschen das kann nicht jeder!"
Da rasen immer eine Gefahrensituation erschafft, war dein Fahrerlehrer leider ein Idiot bzw. bin ich mir ziemlich sicher, dass er dies so nicht gesagt hat.
"also rase ru7hig weiter,aber ich hoffe die feuerwehr kratzt dich irgendwann vom asphalt!"
Jo Danke!
Dir wünsche ich Krebs vom rauchen oder sonnen.
Aterienverstopfung von deinem täglichem Fleischkonsum oder irgend einen Leberschaden von deinem täglichem Bier.
Wenn du all dies und noch viel mehr nicht machst, dann wünsche ich dir nichts, denn du bist gestraft genug: dein Leben ist, abgesehen vom Neid und deinem Zwang alles schlecht zu reden, dann nämlich ziemlich langweilig.
Sorry aber solche Leute wie dich regen mich einfach auf.
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