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28. November 2008, 12:42 Uhr

Angeklagte Mutter gesteht unter Tränen

Im Prozess um die Tötung ihres neugeborenen Kindes hat die angeklagte Mutter gestanden, ihr lebensfähiges Baby im Toilettenbecken liegen gelassen zu haben. Unter Tränen schilderte sie vor Gericht, wie sie die Schwangerschaft und auch die Geburt auf der Toilette verdrängt habe.

Eine 26-jährige Mutter hat am Freitag vor dem Kieler Landgericht gestanden, den Tod ihres neugeborenen Kindes verursacht zu haben. "Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, ohne dass es eiskalt klingt", sagte sie zu Prozessbeginn. Sie habe das Mädchen in der Nacht zum 1. Oktober 2007 auf der Toilette sitzend geboren.

"Es lag mit dem Kopf nach unten, der Kopf war in der Toilettenschüssel eingeklemmt", schilderte die Frau leise und unter Tränen. Das Baby starb in der Toilette durch Unterkühlung sowie Herz- und Kreislaufversagen, hieß es vor Gericht. Die Anklage lautet auf Totschlag. Das Kind war lebensfähig.

Die junge Frau erklärte, sie habe die Schwangerschaft verdrängt. Dass nachts plötzlich die Wehen eingesetzt hätten, habe sie erst realisiert, als sie auf der Toilette saß und den Kopf des Babys sah. Der Freund und Vater des Kindes habe geschlafen und nichts mitbekommen. Sie habe die Nabelschnur mit den Fingernägeln durchtrennt und das Baby in der Schüssel liegen lassen.

Erst nachdem sie lange und ohne nachzudenken durch die Wohnung gelaufen sei, habe sie das kleine Mädchen aus dem Becken geholt. "Es war ganz kalt und hat nicht mehr geatmet", schilderte sie. Sie habe den Leichnam gewaschen, in einen Teppich gewickelt und in einer Sporttasche in der Küche abgestellt.

DPA
 
 
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