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23. Mai 2011, 15:49 Uhr

Ottfried Fischer verliert gegen "Bild"-Reporter

Ein ehemaliger "Bild"-Journalist soll Schauspieler Ottfried Fischer mit einem gekauften Sex-Video zu einem Exklusivinterview genötigt haben. In zweiter Instanz spricht ein Gericht den Journalisten frei. Fischer will aber nicht aufgeben.

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Der an Parkinson erkrankte Schauspieler Ottfried Fischer will den Freispruch für seinen Kontrahenten von der "Bild" nicht hinnehmen© Tobias Hase/DPA

Schlappe für Ottfried Fischer: Der Schauspieler hat im Berufungsprozess um sein Sex-Video vor dem Münchner Landgericht verloren. Die Richterin sprach den angeklagten ehemaligen "Bild"-Reporter am Montag frei. Der Journalist habe Fischer weder genötigt, noch dessen "höchstpersönlichen Lebensbereich" verletzt, hieß es in der Begründung. "Er hat genau das gemacht, was ein Journalist eigentlich macht. Er hat Recherchematerial angekauft", sagte die Richterin zum Abschluss des Verfahrens.

Fischer hofft auf die nächste Instanz

Der Ex-"Bild"-Reporter war in zweiter Instanz wegen Nötigung und der "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen" angeklagt. Er soll den Schauspieler und Kabarettisten mit einem Sex-Video zu einem Exklusiv-Interview genötigt haben. Er hatte das Video, das Fischer beim Sex mit zwei Prostituierten zeigt, für ein sogenanntes Info-Honorar bekommen. Vor dem Amtsgericht war der Angeklagte im Oktober 2010 noch zu 14.400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen hatte er Rechtsmittel eingelegt - und war damit nun erfolgreich.

Die Staatsanwaltschaft kündigte allerdings umgehend Revision an. Dem schloss sich auch Fischer als Nebenkläger an. "Ich bin zuversichtlich, dass die nächste Instanz zu einem guten Ergebnis gelangen wird", sagte der an Parkinson erkrankte Schauspieler. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Bei einem kurzen Statement bedankte sich der gesundheitlich angeschlagene Kabarettist bei Freunden und Publikum für deren Treue.

"Herr Fischer ist mit Sicherheit das Opfer"

"Herr Fischer ist mit Sicherheit das Opfer, aber nicht des Herrn S. - sondern der Umstände und vielleicht auch seiner Agentin", sagte die Richterin. Die Presseagentin hatte das Interview zwischen Fischer ("Der Bulle von Tölz") und dem Reporter vermittelt. Vor Gericht bestritt sie, dass der Journalist Druck ausgeübt habe - Fischer entließ sie darauf. Für ihn sei damals klar gewesen, dass er nur wegen des Videos zum Interview bereit war.

Verteidiger Spyros Aroukatos äußerte sich am Montag zufrieden: "Das Urteil ist beeindruckend - und zwar für die Pressefreiheit." Auch "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann sieht sich bestätigt: "Wie wir von Anfang an gesagt haben, handelte es sich bei dem Urteil des Münchner Amtsgerichts um ein krasses Fehlurteil, das nun zurecht keinen Bestand mehr hat", teilte er mit.

Fischers Anwalt Christoph Knauer bezeichnete den Prozess mit Blick auf die nächste Instanz hingegen als "Episode". "Es ist völlig klar, dass Herr Fischer hier das Opfer war", betonte er.

fw/DPA
 
 
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