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10. Juni 2010, 11:48 Uhr

Eltern der verhungerten Lara-Mia verweigern Aussage

Sie wurde nur neun Monate alt, wog am Ende nur 4,8 Kilogramm: Im März 2009 wurde die kleine Lara-Mia in Hamburg tot aufgefunden. Jetzt stehen ihre Mutter und ihr damaliger Lebensgefährte vor Gericht. Der Vorwurf: Sie sollen ihre Tochter einfach haben verhungern lassen.

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Die Mutter der verhungerten Lara-Mia verbirgt bei der Ankunft im Gericht ihr Gesicht unter einer Kapuze© Philipp Guelland/DPa

Wegen des Hungertodes der neun Monate alten Lara-Mia müssen sich die Mutter und ihr Lebensgefährte seit Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die 19-jährige Jessica R. und der 22-jährige Daniel C., der nicht der leibliche Vater ist, sind vor der Jugendkammer angeklagt. Die Vorwürfe: versuchter Totschlag durch Unterlassen, Misshandlung Schutzbefohlener, gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen und Verletzung der Fürsorgepflicht. Beide verweigerten zum Prozessbeginn die Aussage.

Die kleine Lara-Mia war am 11. März 2009 tot in der Wohnung des Paares aufgefunden worden. Sie wog nur 4,8 Kilogramm - halb so viel wie für ein Kind in dem Alter üblich. Laut Anklage war sie spätestens ab Februar lebensgefährlich unterernährt. Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass die damals 18-jährige Mutter und deren 21-jähriger Lebensgefährte dem Kind nicht genug zu essen und zu trinken gegeben haben. Sie geht davon aus, dass das Paar den Tod von Lara-Mia billigend in Kauf genommen hat.

Sozialbehörde hat Fehler eingeräumt

Die Familie war im Auftrag des Jugendamtes sozialpädagogisch betreut worden, Jessica R. schon als Schwangere. Sie hatte das Kind mit 17 Jahren zur Welt gebracht. Die Hamburger Sozialbehörde hatte später Fehler in dem Fall eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft erklärte vor Gericht, durch den Obduktionsbericht sei nicht direkt nachweisbar, dass die Unterernährung die Todesursache war. Dennoch macht sie das Paar für den Tod verantwortlich.

Der Verteidiger der Mutter beantragte, die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung auszuschließen. Die 19-Jährige will keinerlei Aussage machen, ihr Lebensgefährte will sich dagegen im Laufe des Prozesses äußern. Die Kammer vertagte den Prozess. Bisher sind zehn Verhandlungstermine anberaumt.

 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Administrator (10.06.2010, 14:58 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir schließen nun die Kommentarfunktion.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
Stregdastar (10.06.2010, 14:27 Uhr)
Unfassbar
Erst das eigene Kind verhungern lassen und dann noch die Forderung stellen, den Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen. Das ist das abartigste was man sich nur vorstellen kann. Wie kann man nur so unmenschlich sein? Für solch ein Verhalten gibt es gar keine Worte. Es ist ganz furchtbar, dass man mehrmals im Jahr so etwas lesen muss. Wenn man ein Kind hat, dann liebt man es doch und kümmert sich darum... Die Mutter dürfte nie, nie wieder ein Kind bekommen und auch nie wieder einen Fuß in die Freiheit setzen. Damit nicht genug: Da der Fall dem Jugendamt bekannt war, müssten die Verantwortlichen dort ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden. Natürlich trifft die Mutter die Hauptschuld, aber wenn eine Behörde über solch einen Fall informiert war, dann ist sie auch verpflichtet, notwendige Maßnahmen (Eltern Kind wegnehmen) verpflichtet. Da sie dem nicht nachgekommen ist, muss es Konsequenzen geben. Wo leben wir denn?
Tom3 (10.06.2010, 13:23 Uhr)
...ich weiss nicht, was das Jugendamt da helfen soll...
...wenn jemand so ... (ich finde kein Wort dafür) ist u. sein eigenes Kind verhungern lässt, dann hilft es auch nicht, wenn das Jugendamt 2 x die Woche vorbeikommt u. freundlich darauf hinweisst "Kleinkinder muss man füttern, die verhungern sonst"...

Wie hier schon jemand ganz trefflich geschrieben hat, das eigene Kind zu umsorgen ist ein Urinstinkt, wer diesen nicht hat oder sich so zudröhnt dass dieser Instikt dermaßen leidet, der sollte auch keine Kinder zeugen dürfen.

Solche Leute gehören nach so einer unverstellbar grausamen u. gefühlskalten Tat m.M. zwangssterilisiert, damit sie nie wieder völlig wehrlose Kinder verhungern lassen können...
dimpflmoser (10.06.2010, 12:56 Uhr)
Hier fehlt es an allem !

Wo war das Jugendamt ?
So junge Mütter brauchen zwingend Betreuung ! Und zwar regelmäßig - dauernd - immerzu - ungefragt !

Früher sprang die Großfamilie ein - aber die gibt es eben nicht mehr ! Jetzt sind wir alle gefragt und als Stellvertreter das Jugendamt !
picatd95 (10.06.2010, 12:43 Uhr)
Unglaubliche Gefühlskälte
Sich um ein Baby zu kümmern (füttern, gucken was es hat, spielen, kuscheln etc.) ist ein Urinstinkt, was ich selbst als Vater sehr genossen habe. Für mich einfach unvorstellbar wie man einfach zuschauen kann, wie das Baby langsam wegstirbt.
Leider werden sie nicht die Strafe bekommen die sie verdienen (lebenslang)
Tom3 (10.06.2010, 12:35 Uhr)
was sollen die auch sagen???
vielleicht ein "Sorry" oder "wir haben das gar nicht mitbekommen, da wir in Urlaub waren" oder "wir wussten gar nicht, dass das unser Kind ist"...

...ich glaube, so eine Tat braucht dann nicht noch von den "Eltern" kommentiert zu werden, sowas ist einfach "Ohne Worte"...
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