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23. April 2009, 17:35 Uhr

Mutter misshandelte Baby mit Fäkalien-Spritzen

Die Anklageschrift liest sich wie ein Horrorszenario: Eine 30-jährige Frau soll ihrem Baby 14 Spritzen mit ihren eigenen Fäkalien verabreicht haben. Jetzt steht die offenbar psychisch gestörte Frau dafür in Berlin vor Gericht. Der Vorwurf: versuchter Mord aus Heimtücke, Grausamkeit und niedere Beweggründe.

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Mit 14 verseuchten Spritzen soll die Mutter das Baby misshandelt haben© Ralf Hirschberger/DPA

Auf der Anklagebank des Berliner Landgerichts sitzt seit Donnerstag eine 30-jährige Mutter, die ihr Baby mit fäkalienverseuchten Spritzen misshandelt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord aus Heimtücke, Grausamkeit und niedere Beweggründe vor. Die Frau hat die Aussage zum Prozessauftakt verweigert.

Der 19 Monate alte Carlos, der in seiner Entwicklung gestört ist, hatte mit einer Virusinfektion im Krankenhaus gelegen. Seine Mutter durfte rund um die Uhr bei ihm bleiben. Zwischen Oktober und November 2007 soll die Brandenburgerin heimlich mit Einwegspritzen die Flüssigkeit in die Blutbahn ihres Kindes gespritzt haben. Eine Krankenschwester hatte in der Tasche der Frau eine Spritze gefunden und die Ärzte informiert. Diese schöpften Verdacht und alarmierten die Polizei.

Der kleine Junge hat durch die Misshandlungen lebensbedrohliche Blutvergiftungen mit hohem Fieber erlitten und musste zweimal auf der Intensivstation behandelt werden. Nach seiner Entlassung kam er in eine Pflegefamilie. Inzwischen lebt der heute Dreijährige bei seinem Vater. Die Mutter ist im Mai 2008 verhaftet worden, im Juli kam sie unter Meldeauflagen auf freien Fuß.

Die Angeklagte soll am "Münchhausen-Stellvertretersyndrom" leiden, einer seltenen psychischen Krankheit. Die sei der Grund dafür, dass sie mehr Aufmerksamkeit von ihrer Umwelt erreichen wolle, heißt es in der Anklage. Vor diesem Hintergrund habe sie den Tod oder schwere gesundheitliche Schäden ihres Kindes in Kauf genommen.

Auch der Vater des Jungen hat am ersten Prozesstag geschwiegen. Der 40-jährige Frührentner will später im Beistand seiner Anwältin aussagen. Im Februar ist ihm das alleinige Sorgerecht für den Dreijährigen zugesprochen worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
jetrabbit (24.04.2009, 20:47 Uhr)
wenn das kein beleg
unserer westlichen moral und ethik ist. das würde einer sozial intakten volksgemeinschaft nicht passieren... unmöglich. es lebe alles was wir verdammen.
acenes (23.04.2009, 23:20 Uhr)
HartzIV, No-Go-Areas und viele Assoziale
Nicht Neues aus Berlin, der totesten Stadt Deutschlands. Nur normaler Alltag. Gibt's in Berlin eigentlich überhaupt noch nochmale Menschen?
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