Vierter Tatverdächtiger stellt sich

22. November 2012, 16:35 Uhr

Nach der tödlichen Prügelattacke am Alexanderplatz hat sich ein weiterer Tatverdächtiger der Polizei gestellt. Damit fehlen jetzt noch zwei mutmaßliche Täter - die befinden sich jedoch im Ausland.

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Zeichen der Trauer: Am Alexanderplatz in Berlin wurde der 20-jährige Jonny K. Opfer einer tödlichen Prügelattacke.©

Nach der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz hat sich am Donnerstagvormittag ein 21-Jähriger der Polizei gestellt. Der Mann erschien zusammen mit seinem Verteidiger bei der Mordkommissionn, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Mann wurde vernommen. Am Nachmittag sollte ihm ein Ermittlungsrichter den Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge verkünden, hieß es. Der 21-Jährige steht im Verdacht, Mitte Oktober gemeinsam mit anderen Männern den 20-jährigen Jonny K. zu Tode geprügelt zu haben. Damit sind mittlerweile vier Tatverdächtige identifizert.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) begrüßte die Nachricht. "Der Fahndungsdruck war wohl zu hoch", sagte er im Abgeordnetenhaus. Die deutschen Strafverfolgungsbehörden und die türkische Botschaft kümmerten sich nun um die Frage, wie die Auslieferung des Hauptverdächtigen über die Bühne laufen könne. Der 19-Jährige hatte sich nach dem brutalen Angriff in die Türkei abgesetzt.

Ein weiterer Gesuchter ist flüchtig

Indes muss einer von drei schon gefassten Beschuldigten in Untersuchungshaft bleiben. Der 19-Jährige hatte dagegen Beschwerde eingelegt, die am Donnerstag vom Landgericht verworfen wurde. Ein weiterer 21 Jahre alter Mann sitzt ebenfalls in U-Haft, ein anderer blieb vorerst auf freiem Fuß.

Neben dem 19-jährigen Hauptverdächtigen ist noch ein weiterer Gesuchter flüchtig. Auch er soll sich im Ausland aufhalten. Über seinen Anwalt ließ er laut Medienberichten mitteilen, er komme nur, wenn er von der Untersuchungshaft verschont werde.

Jonny K. war am frühen Morgen des 14. Oktober von sechs jungen Männern so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Der Fall sorgte weit über Berlins Grenzen hinaus für Entsetzen und entfachte eine Gewalt-Debatte.

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