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19. Juli 2009, 10:21 Uhr

Milliardärin mit Zukunftssorgen

Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz befürchtet den Verlust ihres gesamten Vermögens, wenn die Rettung des Mutterkonzerns Arcandor scheitern sollte. Sie müsse sich schon stark einschränken und spare, wo sie könne. "Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat", sagte sie in einem Interview.

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Nie wieder Party? Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz fürchtet um ihre finanzielle Sicherheit für die Zukunft© Jens Kaläne/DPA

Panik bei der Quelle-Erbin: Madeleine Schickedanz befürchtet den Verlust ihres gesamten Vermögens, wenn die Rettung des Mutterkonzerns Arcandor scheitern sollte. "Ich hafte mit meinem ganzen Vermögen und meinen Immobilien, mit allem, was auf meinen Namen eingetragen ist", sagte die 65-Jährige der "Bild am Sonntag".

Schon jetzt habe sie sehr viel Geld verloren: Ihr KarstadtQuelle-Aktienpaket sei in der Spitze drei Milliarden Euro wert gewesen. Heute seien es gerade noch 27 Millionen Euro. "Hinzu kommen 170 Millionen Euro Verlust aus meinem Privatvermögen für eine Kapitalerhöhnung bei Arcandor im Jahr 2004 und noch zusätzlich ein dreistelliger Millionenbetrag, um das Unternehmen danach zu stabilisieren".

"Wenn die Rettung scheitert, verliere ich alles"

Schickedanz bedauerte, in der Öffentlichkeit als Milliardärin zu gelten. Aber das sei falsch. "Ich bin eine Mittelständlerin, die wie viele Unternehmer privates Geld und Vermögen in die Firma investiert hat." Sie sagte, sie sei für die Zukunft nicht abgesichert. "Wenn die Rettung von Arcandor scheitert und die Banken die Kredite fällig stellen, verliere ich alles - Häuser, Aktien, Beteiligungen an anderen Firmen. Ich bekäme mit meinen 66 Jahren noch nicht einmal Rente." Auf die Frage des Bams-Reporters, nach den Gemälden, Schmuck und anderen Wertsachen, die sich in der fränkischen Villa befinden, antwortete Schickedanz: "Mein Mann sammelt seine Kunst, die Bilder gehören ihm. Im Übrigen haben wir Gütertrennung, weil er bei der Heirat nichts von meinem Vermögen haben wollte."

Die einstige Milliardärin muss sich nach ihren Worten jetzt schon stark einschränken spare, wo sie könne. "Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im Garten."

"Die Kontrolle verloren"

Madeleine Schickedanz räumte auch persönliches Versagen ein: "Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren hatte. Und ich hätte schon viel früher Themen wie Internet im Versandhandel und die Zukunft und Veränderung der Kaufhäuser angehen müssen. Das mache ich mir zum Vorwurf." Doch die Fehler im operativen Geschäft habe das Management zu verantworten. Offen räumte sie ein, dass ihre Kinder ihr Vorwürfe wegen des verloren gegangenen Erbes machten: "Meine Kinder glauben, ich hätte mich zu wenig um den Konzern gekümmert."

Für Arcandor wird die Zeit indes knapp. Wenige Wochen vor der geplanten Vorlage eines Konzeptes zur Rettung des insolventen Handels- und Tourismusunternehmens fehlt immer noch die dringend benötigte Zusage eines Investors.

"Noch nie war das Zerschlagungs-Szenario so nah, wie heute", sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch aus Sicht des Analysten Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe läuft derzeit alles auf eine Zerschlagung hinaus.

AP/DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 66)
 
aeternitas (21.07.2009, 20:40 Uhr)
Jedes einzelne Gemälde in ihrem Haus
würde unsere finanziellen Sorgen auf einen Schlag lösen...
ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Frau S. NUR und ausschließlich von 600€ im Monat leben muss. Miete muss sie wahrscheinlich keine mehr zahlen aber ihre Häuser und Autos wollen unterhalten werden, und sie ist noch lange nicht soweit, dass sie sich Kleider beim C&A kauft etc.
sternlegucker (20.07.2009, 17:28 Uhr)
Bärendienst
Das Frau Schickedanz nichts von Unternehmensführung versteht, zeigt sich ja wohl auch mit diesem Statement im schicken Kostümchen. Da fühlt sich doch der Otto-Normalverbraucher und damit auch die relevante Zielgruppe grandios verarscht. Letztendlich braucht Quelle keine Subventionen auf Dauer, sondern zahlende Kunden. Und ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere Vebrauchen jetzt doch lieber bei OTTO und Neckermann bestellt... Damit hat sie sich und ihrem Unternehmen einen Bärendienst erwiesen.
minischlumpf (20.07.2009, 10:51 Uhr)
Weder Neid noch Hass
Ich kann aus den Kommentaren weder Neid noch Hass herauslesen, so wie einige hier vermuten.
.
Bei einem solchen, um Mitleid heischenden Artikel kann nur Sarkasmus entstehen.
:
Vielleicht sollten die gefallenen Herrschaften der sogenannten High Society einen "Club der verarmten Milliadäre" gründen, da wären sie mit ihren Klagen weit besser aufgehoben als in der breiten Öffentlichkeit.
endbenutzer (20.07.2009, 10:40 Uhr)
Und Frau Schickedanz?
Wieviel Millionen schlummern noch auf schweizer Nummernkonten?
sportartmakler (20.07.2009, 09:34 Uhr)
gabs für das interview
wenigstens ne aufwandsentschädigung? die dame trägt mir, was ihre persönliche zukunft anbelangt, einfach zu dick auf. wer über ein vermögen von stellenweise 3,9mia besitzt, hat absicherungen getroffen, gerade weil es in form von aktien nunmal keine garantien gibt. wer soll das denn glauben? ihre aussagen sind einfach nur dreist und vor allem realitätsfern. was ich ihr glaube, auch wenns nicht direkt gesagt wurde, ist, dass es ihr bestimmt sehr dreckig geht. der verlust von ansehen in der high society ( vielleicht auch allg. in der bevölkerung ), der absturz vom milliardär zum millionär und das eigene scheitern als konzernerbin. für leute aus diesen kreisen wirken diese probleme sicherlich existenzbedrohend. nur verwechseln sie dabei dekadenz mit existenz.
Vincent_Vega (20.07.2009, 09:20 Uhr)
Objektiv/Subjetkiv
Ein gutes Beispiel um den Unterschied zwischen diesen Begriffen zu erklären:
subektiv betrachtet ist es für Frau Schikedanz sicher hart, plötzlich mit nur 500-600 € rechnen zu müssen wo sie doch vermutlich ihr ganzes Leben sich nie darum sSorgen machen musste , ob ihr das Geld für Shopping-Touren mal ausgeht.
Da ist man nach 66 Jahren wie vor den Kopf gestoßen und kann nicht so schnell umdenken.
Objektiv betrachtet gibt es aber Millionen Menschen -auch Kinder- die im Familienverbund mit mehreren Kindern mit 500-600 € auskommen müssen. Dass ist bestimmt auch ihr mal aufgefallen. Von daher ist für Frau Schickedanz nun einmal die Zeit der Demut angesagt und bestimmt auch der Selbstkritik.
walhalla (20.07.2009, 08:25 Uhr)
Neid und Hass
ist das magere Ergebnis der FDP Fraktion bei den Kommentatoren.
Das ist immer alles, was Sie draufhaben, wenn einer den Wahnsinn dieser Gesellschaft aufzeigt.
Was hat es denn mit Neid und Hass zu tun, wenn Millionen Kinder verhungern, und Einige besitzen Milliarden. Und verplempern sie.
paulali (20.07.2009, 05:58 Uhr)
"Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat"
das ist ja hart, liebe Frau Schickedanz.... soll ich Ihnen das nächste Mal, wenn ich mit meinen Kindern in der Kleiderkammer bin, etwas mitbringen, so ein Wintermantel kann richtig zu Buche schlagen...
starmax (20.07.2009, 04:03 Uhr)
Zur Troika FriedeSpringer/Mohn-Bertelsmann/Merkel
scheint die Dame jeden Falls nicht zu gehören; das sieht sogar eher nach Fehde aus.
Auch interessant, daß Frau Karstadt in keinster Weise Ursachenforschung zu betreiben scheint. Fatum est!
Und es zeigt sich auch: Soviel Karstadt braucht kein Mensch!
kleinerhobit (20.07.2009, 00:08 Uhr)
Eine Verhöhnung der Öffentlichkeit sondergleichen!
Mit Ihrem Gejammer verhöhnt Frau Schickedanz die Öffentlichkeit. Die Leidtragenden sind die kleinen Angestellten bei Quelle usw., die wegen der Profitgier Ihrer Chefin um Ihren Job fürchten müssen. Gott sei Dank haben wir mit Herrn zu Guttenberg einen Wirtschaftsminister der dieser Zockerin nicht auch noch Steuermillinonen hinterher wirft. Wer weiß, wieviel Geld sie schon auf Liechtensteiner Konten hat. Hier spielt sich das gleiche wie bei Frau Scheffler ab. Das ist die typische FDP-Klientel und der Wähler merkt es nicht mal!
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