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"Ho Lee Fuk", der Bruchpilot von San Francisco

Sum Ting Wong, Wi Tu Lo, Ho Lee Fuk: Ein kalifornischer TV-Sender verbreitet die angeblichen Namen der Piloten vom gecrashten Asiana-Flug – und fällt damit auf einen üblen rassistischen Scherz herein.

Von Christoph Fröhlich

  "Wi Tu Lo" und "Ho Lee Fuk" - waren das wirklich die Piloten des Asiana-Unglücksfluges? Der kalifornische Lokalsender KTVU fiel auf einen üblen Scherz herein.

"Wi Tu Lo" und "Ho Lee Fuk" - waren das wirklich die Piloten des Asiana-Unglücksfluges? Der kalifornische Lokalsender KTVU fiel auf einen üblen Scherz herein.

Wer ist schuld an der Bruchlandung des Asiana-Flugs 214 in San Francisco? Auf der Suche nach den Verantwortlichen fiel der kalifornische Lokalsender KTVU auf einen üblen Scherz herein. Der Sender verlas die angeblichen Namen der koreanischen Piloten. Und mit dem Brustton der Überzeugung, ohne das Gesagte in Frage zu stellen, verlas die Sprecherin deren Namen. Die TV-Zuschauer bekamen dazu eine Grafik zu sehen, auf der die ausgebrannte Boeing 777 zu sehen war. Daneben die vier Namen, ohne dass die Senderverantwortlichen in irgendeiner Form stutzig geworden wären:
Captain Sum Ting Wong
Wi Tu Lo
Ho Lee Fuk
Bang Ding Ow

Spätestens als die Moderatorin Tori Campbell die Namen der angeblichen Piloten vor laufender Kamera vorlas, stutzten die ersten Zuschauer. Ausgesprochen schildern die asiatisch anmutenden Namen auf Englisch den Unfallhergang: "Something wrong, we too low, holy fuck, bang ding ow", was so viel bedeutet wie "etwas läuft schief, wir fliegen zu tief, heilige Scheiße, bumm, krach, aua." Die Namen der koreanischen Piloten seien von der Nationalen Behörde für Transportsicherheit (NTSB) bestätigt, erklärte der Sender später.

Zweifelhafter Scherz eines Praktikanten

Das Bild mit den vier angeblichen Piloten-Namen verbreitet sich rasend schnell in sozialen Netzwerken, der Sender wird auf Facebook und Twitter verspottet und beleidigt. Kurze Zeit später räumt KTVU ein, dass zwar bei der Behörde nachgefragt wurde, aber dabei große Fehler gemacht wurden.

So seien die vier zweifelhaften Namen bei der telefonischen Nachfrage nicht laut ausgesprochen wurden, außerdem fragte niemand nach der Position des NTSB-Mitarbeiters am anderen Ende des Hörers. Wie sich in einer Mitteilung der Transportsicherheitsbehörde später herausstellt, war das offenbar der entscheidende Fehler: Die "falschen und beleidigenden" Namen seien von einem Praktikanten bestätigt wurden, der seine Befugnisse weit überschritten habe. Wer die schrägen Namen der Piloten nun in die Welt gesetzt hat, ist bislang unklar.

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