19. April 2011, 12:55 Uhr

Erstmals Pulitzer-Preis für reinen Online-Artikel

Qualität und Online passen doch zusammen: Das gemeinnützige Rechercheportal ProPublica hat zum zweiten Mal in Folge einen Pulitzer-Preis gewonnen. Die renommierte "New York Times" musste sich dagegen mit zwei Preisen zufriedengeben - weniger als es die Traditionszeitung gewohnt ist

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ProPublica-Reporter Jesse Eisinger und Jake Bernstein holten mit einer Wirtschaftsgeschichte den Pulitzer-Preis©

Das gemeinnützige Recherche- und Nachrichtenportal ProPublica hat zum zweiten Mal in Folge einen Pulitzer-Preis erhalten. Am Montag wurden die ProPublica-Reporter Jesse Eisinger und Jake Bernstein für ihre Serie zu den Hintergründen der Finanzkrise ausgezeichnet.

Eisinger und Bernstein hatten minutiös recherchiert, wie dubiose Praktiken an der Wall Street zur Finanzkrise beitrugen. Mit der Serie erhielt erstmals eine reine Online-Publikation den renommierten US-Journalistenpreis. Im vergangenen Jahr teilte sich ProPublica-Autorin Sheri Fink die Ehrung für ihre Reportage über ein Krankenhaus in New Orleans nach dem Hurrikan "Katrina" mit einem Journalisten der "New York Times".

Die "New York Times" musste sich dieses Mal mit zwei Preisen zufriedengeben - weniger als es die Traditionszeitung gewohnt ist. Die Jury der 95. Pulitzer-Preisverleihung zeichnete die Journalisten Clifford Levy und Ellen Barry in der Kategorie internationale Reportage für ihre Berichterstattung über das russische Justizsystem aus. "NYT"-Journalist David Leonhardt gewann in der Kategorie Kommentar.

Ebenfalls zwei Mal wurde die "Los Angeles Times" geehrt: Mit einer Reportage über die Korruption in der klammen kalifornischen Kleinstadt Bell, deren führende Verwaltungsbeamte sich horrende Gehälter genehmigten, holte die Zeitung den Preis in der begehrten Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit"; ein zweites Mal gewann sie in der Kategorie Fotoreportage. Die Zeitungen "Washington Post", "Boston Globe" und "Wall Street Journal" wurden mit je einem Preis bedacht, ebenso wie die Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel", die "Denver Post", der "Star-Ledger" aus Newark und der "Saratosa Herald-Tribune".

jwi/AFP/Reuters
 
 
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