27. August 2012, 15:57 Uhr

Mitglieder von Pussy Riot fliehen aus Russland

Die Moskauer Justiz macht mit Fahndungsaufrufen Jagd auf weitere Mitglieder der Punkband Pussy Riot. Nach der Verurteilung von drei Mitstreiterinnen sind nun zwei andere Frauen aus Russland geflohen.

Weiter Aufregung um Pussy Riot: Zwei Frauen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot sind nach einem Fahndungsaufruf der Moskauer Justiz aus Russland geflohen. Erst vor kurzem waren drei andere Mitglieder der Skandalband nach einem Protest gegen Präsident Wladimir Putin in einer Kirche zu je zwei Jahre Lagerhaft verurteilt worden. Die beiden geflohenen Frauen würden im Ausland "Feministinnen anwerben, um neue Proteste vorzubereiten", teilten die Putin-Gegner am Sonntag über Twitter mit. Pussy Riot soll aus schätzungsweise 20 Aktivistinnen bestehen.

Bei einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau nahm die Polizei mindestens sechs Unterstützer der Band fest. Die Teilnehmer hätten nach dem Vorbild von Pussy Riot bunte Sturmhauben getragen, sagte ein Behördensprecher nach Angaben der Agentur Interfax.

Deutschland müsse den geflohenen Frauen helfen, forderte in Berlin der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck. Außenminister Guido Westerwelle und Innenminister Hans-Peter Friedrich sollten klären, dass ihnen eine humanitäre Aufnahme angeboten werde, betonte Beck in einer Mitteilung.

Den beiden Frauen droht in Russland ebenfalls eine Gefängnisstrafe wegen "Rowdytums aus religiösem Hass". Sie sollen gemeinsam mit ihren drei verurteilten Mitstreiterinnen in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punkgebet gegen Putin aufgeführt haben. Nadeschda Tolokonnikowa, 22, Maria Aljochina, 24, und Jekaterina Samuzewitsch, 30, waren vor kurzem trotz internationaler Kritik zu Lagerhaft verurteilt worden.

DPA
 
 
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