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13. August 2009, 14:50 Uhr

Lotto-Fieber treibt Deutsche nach Italien

Der italienische Lotto-Wahn erfasst Deutschland: Busse karren Tipper über den Brenner, Air Berlin hat einen Sonderflug auf den Weg geschickt. 131,5 Millionen Euro stehen in Italien beim "Superenalotto" heute Abend auf dem Spiel.

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Sie sind dabei: Vier der 140 Tipper, die Air Berlin von Berlin nach Italien brachte© Arno Burgi/DPA

Der Lottowahn jenseits der Alpen zieht die Deutschen an: Mit einer Sondermaschine flogen am Donnerstagmittag 140 Spieler von Berlin aus nach Mailand, um in Italien den Mega-Jackpot von inzwischen 131,5 Millionen Euro zu knacken. Organisiert wird die Aktion von der "Bild"-Zeitung und Air Berlin. Es ist ein etwas absurd anmutender Tripp: Schon abends ist die Rückreise geplant und für den Flug ist eigens Komiker Matze Knop engagiert worden, der als Imitator des italienischen Fußballers Luca Toni für Stimmung sorgen soll.

Möglicherweise schauen die 140 Reisenden gegen 20.30 Uhr dann so bedröppelt rein wie der derzeit verletzte Toni. Denn dann sollen die Zahlen beim "Superenalotto" gezogen werden. Seit Januar hat in Italien niemand die sechs Richtigen getippt, so dass sich der Gewinntopf ständig vergrößert hat.

Es müssen die richtigen sechs Zahlen auf einem Feld von 1 bis 90 angekreuzt werden, was das Tippen deutlich schwieriger macht als in Deutschland, wo nur 49 Zahlen zur Auswahl stehen. Dementsprechend höher sind die Summen. In Deutschland liegt der Rekord bei 43 Millionen Euro, in Italien bislang bei 100,7 Millionen, die ein Spieler aus dem sizilianischen Catania im vergangenen Oktober abräumte.

Während das Volk auf die Ziehung hinfiebert, macht sich Italiens Kirche Gedanken. Sie wittert sozusagen einen "Götzenkult des Geldes". Ein Gesetz oder zumindest ein Dekret müsse her, "um diese Lotterie zu stoppen", verlangt der ehemalige Erzbischof von Lecce in Süditalien, Cosmo Francesco Ruppi. "Das 'Superenalotto'-Fieber ist für einige zu einer wahren Götzenverehrung geworden", wettert der Monsignore. So sieht das auch Domenico Sigalini von der Bischofskonferenz: Das alles sei unmoralisch, weil vor allem der Staat daran verdiene. Und da hat er Recht: Seitdem der Jackpot zum letzten Mal geknackt worden ist, am 31. Januar, hat das anhaltende "Superenalotto"-Fieber dem recht leeren Staatssäckel stattliche 840 Millionen Euro eingebracht.

Und so kann der Staat eigentlich nur hoffen, dass den riesigen Pott am Abend keiner knackt. Für Kurzentschlossene: Annahmeschluss ist in den italienischen Lotto-Kiosken um 18 Uhr. Wer leer ausgeht, kann eigentlich gleich im Land bleiben, wenn der Jackpot weiter aufgefüllt werden sollte und sich ein schönes Wochenende machen: Am Montag findet die nächste Ziehung statt.

ben/DPA
 
 
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