. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. Mai 2010, 16:07 Uhr

Born to be lovely?

Die bislang verfeindeten Rockergangs Hells Angels und Bandidos haben angekündigt, ihren Krieg zu beenden. Wer allerdings glaubt, dass Deutschland damit ein Problem weniger hat, täuscht sich gewaltig. Ein Kommentar von Manuela Pfohl

Hells Angels, Bandidos, Verbot, Frieden, Krieg Rocker, Rockergruppen, Club, Innenministerkonferenz

Maiausflug der Hells Angels zum Steinhuder Meer. Dürfen künftig die Bandidos mitfahren?© Peter Steffen/DPA

Wenn zwei Männer, zwei Clubs, zwei Welten, eins werden, wenn sie Hass und Misstrauen überwinden, sich die Hand reichen, ein Bier auf die Brüderschaft trinken und anschließend, beseelt vom neuen Geist der Liebe, eine Botschaft in die Welt hinaus tragen, die da heißt: es soll nie wieder Krieg sein zwischen Hells Angels und Bandidos, dann darf der staunende Beobachter durchaus skeptisch werden. Denn die Hoffnung, dass ein Ende des seit Jahren währenden und immer erbitterter ausgetragenen Rockerkrieges dem Wonnemonat Mai und den möglicherweise herumbaldovernden Frühlingsgefühlen zweier älterer Herren zu verdanken ist, wäre zu schön und zu simpel, um wahr zu sein.

Von wegen Frühlingsgefühle

Warum also haben die beiden Rockerbanden erklärt, dass von jetzt an Frieden zwischen ihnen herrschen soll? Ein ganz und gar unsentimentaler, dafür aber umso pragmatischerer Grund dürfte die Innenministerkonferenz der Länder sein, die am Donnerstag in Hamburg beginnt. Auf der Tagesordnung steht auch ein mögliches bundesweites Verbot der Hells Angels. Dafür plädieren zumindest schon mal die Regierungen aus Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Seit Jahren sind die Höllenengel bereits in Hamburg verboten, und auch Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) ließ im April zwei Ortsvereine der Hells Angels und der Bandidos verbieten, weil sie den "tatsächlichen Zweck" hätten, "in einem bestimmten Gebiet kriminelle Macht zu entfalten und die Gebiets- und Machtansprüche gegen den jeweils anderen Verein mit Waffengewalt durchzusetzen".

Eine heikle Angelegenheit für die Rocker. Denn würden die Bundesländer ein generelles Verbot beschließen und hätte dieses vor Gericht Bestand, wäre es vorbei mit der schönen wilden Männer-Freiheitsromantik, vorbei mit Massenkeilereien und auch vorbei mit der einen oder anderen lukrativen Einnahmequelle.

Ruinöser Machtkampf

Ein jetzt, gerade zur rechten Zeit platzierter Handschlag der Versöhnung ist taktisch also durchaus sinnvoll. An den Verhältnissen an sich dürfte er allerdings herzlich wenig ändern. Denn nüchtern betrachtet ist der zarte Liebesschwur nicht mehr als ein Waffenstillstandsangebot, das beide Seiten bitter nötig haben, um sich nicht weiter aneinander aufzureiben. Denn dass in den vergangenen Monaten immer wieder Schwerverletzte und sogar Tote in beiden Reihen zu verzeichnen waren, machte nicht nur den Ruf der Rockergruppen nach außen hin kaputt. Es ruinierte auch die Stimmung im eigenen Lager und schwächte die Herren in den Auseinandersetzungen mit weiteren sich in Deutschland tummelnden Rockergruppen.

Kein Grund zur Beruhigung

Dass gerade die Hells Angels trotz aller launigen Frühlingsgefühle nicht an einer strukturellen Orientierungslosigkeit leiden, zeigt die vorläufige Festnahme von 15 Mitgliedern, die am Wochenende in Berlin aufgegriffen worden waren, als sie auf dem Weg zu den verfeindeten "Chicanos" waren. Bei der Durchsuchung ihrer Autos seien eine Machete, ein Baseballschläger und weitere Schlag- und Stichwerkzeuge gefunden worden, hieß es von den Ermittlern.

Zeigt die Führungsspitze beider Clubs jetzt demonstrative Einigkeit, und kommt es wie angekündigt am Mittwoch zum Friedenschluss zwischen Höllenengeln und Banditen, dürfte das zumindest die polizeilichen Ermittler nicht beruhigen.

Ein Kommentar von Manuela Pfohl
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
80blatt (27.05.2010, 11:58 Uhr)
Dirk_37 (26.05.2010, 19:02 Uhr)
Zuviel Korinthen genascht? Blättern Sie mal nach, was "bspw." heißt.

Im übrigen gab es in der Rhein-Main-Region mal einen us-amerikanischen Club, bei welchem die Hirnis diesen "Hangaround"-Durchlauf eben nicht hatten ;-))
Dirk_37 (26.05.2010, 19:02 Uhr)
80blatt
Vor dem Prospect kommt erst mal der Hangaround. Und das kann insgesamt weit mehr als nur ein Jahr dauern...... . Wieder einer mit sensationellem Fachwissen;-)
80blatt (26.05.2010, 08:34 Uhr)
Hm,
finde die Beiträge von Wiebitte20081 durchaus zutreffend. Habe (auch in den 70ziger und 80zigern) die einen Typen kennengelernt, die in `nem Softrocker-Club einen auf "harter Typ" gespielt haben, aber in Grunde mit ihren Bikes gerne mal behinderte Kinder durch die Gegend kutschierten. Dann gab/gibt es die andere Fraktion, welche in die "richtigen" Clubs einsteigen/eingestiegen sind. Die durften/dürfen dann bspw. ein Jahr lang als "Prospect" dem Präsi und seinen Schranzen den A... abwischen und andere lustige Dinge tun.

Ob die beiden Clubs ihren Friedenschluß ernst meinen ist mir egal. Hauptsache, sie machen ihre Angelegenheiten unter sich aus und lassen den Rest der Republik mit ihren Ritualen in Ruhe.

Und nebenbei: Ich habe gelernt, dass es in Foren (leider) egal ist, ob jemand der Rechtschreibung mächtig ist oder diese einfach negiert.
madicus (26.05.2010, 06:35 Uhr)
Aber wahrscheinlich...
...wird mein Beitrag wie sonst auch wieder einmal von den Stern-Zensoren geloescht.
madicus (26.05.2010, 06:33 Uhr)
@Wiebitte20081
Haben Sie in der Schule beim Thema Rechtschreibung und Grammatik (respektive Gross- und Kleinschreibung) nicht richtig aufgepasst?

Davon aber abgesehen: "Schlag- und Stichwerkzeuge" sowie eine Machete und ein Baseballschlaeger wurden sichergestellt. Sowas aber auch! Ach du lieber Himmel! Sind das nun schon "verbotene Gegenstaende" in der BRD???
Dirk_37 (25.05.2010, 21:44 Uhr)
@wiebitte:
Ich bin in den 80ern auch im Clubleben beteiligt gewesen und staune einmal mehr über das Unwissen, das leider immer weiterverbreitet wird! Sicher gab es viele Clubs, die sich zusammengeschlossen haben, übernommen oder aufgelöst wurden. Das ist eine normale Entwicklung, wie sie heutzutage auch üblich ist. Frau Pfohl hat bewiesen, daß sie sehr wahrscheinlich weder mit einem 81er noch einem Bandido näher ins Gespräch gekommen ist. Klischees und Vorurteile säumen, wie leider häufig in den Medien, den Pfad der unwissenden! Übrigens: der erschossene Polizist, so leid es mir für ihn und seine Familie tut, war zum größten Teil das Ergebnis des Unvermögens seiner Einsatzleitung. man möge doch bitte den Tathergang genauer recherchieren, bevor man wieder sein Unwissen zum Besten gibt! Sich heimlich Zugang zur Wohnung verschaffen zu wollen, wissend, das der Mann bewaffnet ist, und das zu einer Zeit, als sein Leben vom gegnerischen Club bedroht war, zeugt nicht vom professionellem Eingreifen der Polizei, sorry! Damit heisse ich die Tat weder gut noch verabscheue ich Gewalt deswegen weniger, jedoch ist diese Form der Berichterstattung typisch und das Resultat sind eben solche halbwahren Aussagen eines Users "wiebitte". Wenn HA und Bandidos nunmehr Waffenstillstand halten und damit keine Gefahr für die "normalen" Bürger mehr ausgeht, ist dies generell zu begrüßen. Und die, die sich hier über das Erscheinungsbild bzw das Alter einiger Rocker so beherzt auslassen, können sich weiter ruhig hinter ihrem PC verstecken: im richtigen Leben sind das die ersten, die bei Blickkontakt die Biege machen;-)
joergely (25.05.2010, 20:32 Uhr)
Organisierte Kriminalität,
und sonst nix! Verpackt in die Freiheitsträume von Männern in Wechseljahren zum erwachsen werden oder zum Alter. Es gilt rechtsfreie Räume zu verhindern. Und da sind die HA nicht anders als die Miri-Sippe! Ums Motorrad fahren gehts doch gar nicht, warum fährt Hanebuth sonst fast immer mit dem Hummer durch die Gegend?
Wiebitte20081 (25.05.2010, 17:25 Uhr)
???
Es gibt genug Clubs die wirklich was drauf haben.Die Engagieren sich z. B. für soziale Zwecke.Das sind ganz vernünftige Leute die dafür sorgen das ihre Kinder nen Führerschein machen und ne Lehrstelle kriegen.Und das ist heutzutage Schwer genug.Und das die Colors tragen und Tätowiert sind tut niks zur Sache.Die innere Haltung und Einstellung zu seinen Mitmenschen und der Gesellschaft in der sie Leben das ist es was zählt.Und nicht den Wilden machen,der Gesellschaft auf den Sack gehen mit falschen Ehrenkodexen und Gesetzen die von den Leuten gemacht werden um die anderen im Club niederzumachen und Abzuziehen.Wie im ganz normalen Angelverein.
Wiebitte20081 (25.05.2010, 17:12 Uhr)
???
Blödsinn
Die Clubs die,,in den 80ern" so Agiert haben sind fast alle Aufgelöst oder aus Altersgründen geschlossen.Und die haben auch keine Lücke in der Gesellschaft hinterlassen.
Und der letzte Polizist ist durch die geschlossenen Türe einer Spiesserbehausung erschossen worden.Denn das ist der grosse Traum eines jeden speissbürgers.Eigenheim im Grünen.Ich kenne genug die in den 80ern die Sau rausgelassen haben.Dann haben sie ihr Alte aufgeblasen und Feierabend wars mit Born to be Wild.einige habens geschafft und fahren jetzt Goldwing,BMW oder Guzzi,sitzen Bartkrabbelnd am Bikertreff und kucken der tätowierten Bedienung auf den Arsch.Der Rest,Arbeitslos,Scheidung,Alte weg,Haus weg,alles weg.Das ist der Werdgang der meisten die in den 80ern in Clubs waren.Und die sich mit den grossen Clubs eingelassen haben kommen als nächstes drann.
Mit der Nummer die hier in Deutschland läuft haben die Clubs den echten Bikern keinen Gefallen getan.Träum weiter.
guzziman (25.05.2010, 16:31 Uhr)
Warum sollte das nicht klappen?
Auch in den 80er Jahren gab es viele Clubs, die sich nach heftigen Kämpfen einigten und Friedensverhandlungen erfolgreich abschlossen. ich weiß das aus eigener Erfahrung.
Die einzigen, die sich ärgern, wenn die Biker sich gegenseitig respektieren anstatt zu skalpieren sind, zum Großteil, die Spiessbüreger und, zu 100%, die Bullen.
In diesem Sinne: Viel Glück und eine friedliche, partyreiche Saison 2010!
MEHR ZUM ARTIKEL
Verfeindete Rockerbanden Bandidos und Hells Angels verkünden Frieden

Die Rockerbanden Hells Angels und Bandidos haben ihren blutigen Krieg nach stern.de-Informationen beendet. Am Mittwoch soll der Friedensschluss öffentlich besiegelt werden. mehr...

Hells Angels "Ein Verbot löst die Probleme nicht"

Die Forderungen nach einem länderübergreifenden Verbot der Motorradrockergruppe Hells Angels stößt auf Kritik. "Ein Verbot löst die Probleme nicht." mehr...

Hells Angels gegen Bandidos Schwerer Schlag für schwere Jungs

Äxte, Pistolenmunition und 28 beschlagnahmte Bankkonten. Das ist die Bilanz einer Razzia bei den Hells Angels und Bandidos. Jetzt wurden die Gruppen verboten. Am Ende sind sie aber noch nicht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe