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25. Juni 2008, 12:52 Uhr

Krawatten für die Damen

Ein Stift, ein Notizblock, ein Serviettenhalter - und eine hellgraue Designerkrawatte: so sahen die Präsentpakete von Nicolas Sarkozy an seine Abgeordneten aus. Die Damen unter den Parlamentariern reagierten empört: Strumpfhalter statt Krawatten wären ihnen lieber gewesen.

Hat seine Macho-Gebaren weitgehend abgelegt, schon passiert das nächste Missgeschick: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy© Benoit Doppagne/EPA

Nach seinem ersten Amtsjahr hat Nicolas Sarkozy sein Macho-Gebaren weitgehend abgelegt. Prompt stiegen die Umfragewerte wieder. Doch ausgerechnet durch ein gut gemeintes Geschenk an alle Abgeordneten sieht sich der französische Staatspräsident erneut dem Vorwurf ausgesetzt, er nehme die Frauen nicht wirklich ernst.

Am Dienstag trafen 577 schwarze Taschen im Palais Bourbon ein, dem Sitz der Nationalversammlung. In jedem Präsent des Präsidenten lagen ein Stift, ein Notizblock, ein Serviettenhalter - und eine hellgraue Designerkrawatte. Viele Parlamentarierinnen reagierten hellauf empört. "Wieder ein Beweis für den Machismus, der in der politischen Klasse herrscht", zitierte die Zeitung "Le Parisien" die sozialistische Abgeordnete Aurélie Filippetti.

Mit den Geschenken wollte Sarkozy das Parlament auf die in einer Woche beginnende EU-Ratspräsidentschaft seines Landes einstimmen. Die Taschen sind mit den Worten "Die europäische Brüderlichkeit" geschmückt. Doch die Aktion ging nach hinten los. Als "unnütz und unangemessen" bezeichnete der PS-Abgeordnete Jean-Marie Le Guen die kostspielige Geste aus dem Élysée-Palast. Zumal die Regierung gerade eine vier Milliarden Euro teure Werbekampagne für ihre Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft gestartet hat. "Können sie mit dem Geld wirklich nichts anderes anfangen", zitierte "Le Parisien" Jean-Christophe Lagarde vom Neuen Zentrum. "Einfach beklagenswert."

Immerhin nahmen einige Politikerinnen den Fauxpas mit Humor. "Ich bin enttäuscht, Sarkozy hat mir keine Strumpfhalter hineingetan", sagte Philippe Martin. Wie zahlreiche Schicksalsgenossinnen ließ sie sich von ihren männlichen Kollegen die schicken Krawatten binden und posierte damit lachend vor dem Parlamentsgebäude.

AP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
heiner5362 (25.06.2008, 18:40 Uhr)
sarkozy...
nichts anderes als ein billigster staubsaugervertreter.
die politik macht das kapital.
bernie-abg (25.06.2008, 18:06 Uhr)
Frauen mit Krawatte...
...sind doch ein schöner Anblick!
Ich denke da an Julia Roberts in "Pretty Woman", die Szene wo sie nichts außer der Krawatte trägt.
(*grins*)
Daneel (25.06.2008, 15:12 Uhr)
Wo ist das Problem?
Ich habe öfter Frauen mit Krawatten
gesehen. Wo ist das Problem? Endlich
hat man bzw. frau erreicht, dass man
sich wie die Männer anziehen darf,
und das soll eine Beleidigung sein?

Oder wollen die Frauen die Freiheit,
sich so oder so anzuziehen, behalten,
eine Freiheit, die sie ihren
männlichen Kollegen nie gönnen
würden?
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