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16. April 2007, 21:57 Uhr

Mindestens 31 Tote bei Blutbad

Ein Amokläufer hat auf einem Uni-Campus im US-Staat Virginia ein Blutbad mit 31 Toten und vielen Verletzten angerichtet. Schließlich sei der Schütze selbst getötet worden, teilte die Polizei mit. Universitäts-Präsident Charles Steger sprach von einer "Tragödie monumentalen Ausmaßes".

Zoom

Ein Unbekannter wird nach der Schießerei festgehalten© AP

Beim bislang blutigsten Amoklauf in der Geschichte der USA sind nach Medienberichten mehr als 31 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem Gelände der Technischen Universität des US- Bundesstaates Virginia wurden bei zwei Schießereien außerdem zahlreiche Menschen verletzt. Unter den Toten ist der Polizei zufolge auch der Schütze. US-Präsident George W. Bush wollte sich noch am Abend mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit wenden.

Motive unklar Kongressabgeordnete aus Virginia gaben die Zahl der Toten mit 32 an. Weiter hieß es, es gebe Hinweise darauf, dass sich der Amokläufer selbst erschossen habe. Über die Identität des Täters und die Motive wurde zunächst nichts bekannt. Dem Sender MSNBC zufolge soll es sich um einen jungen Mann asiatischer Abstammung gehandelt haben, der mit zwei 9-Millimeter-Handfeuerwaffen ausgestattet gewesen sei. Eine Bestätigung der Behörden gab es dafür am Abend aber nicht.

Der Polizei und der Universitätsleitung zufolge begann das Blutbad am Morgen um 7.15 Uhr (Ortszeit) in einem Studentenwohnheim auf dem Campus der Polytechnischen Universität von Virginia in Blacksburg. Zu dieser Zeit sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen. In dem Wohnheim habe man dann einen der Toten entdeckt. Zwei Stunden später, während die Beamten noch mit ihren Untersuchungen beschäftigt waren, seien Schüsse aus einem anderen Gebäude mit Vorlesungssälen gemeldet worden. Dort seien die übrigen Menschen getötet und verletzt worden.

Wie die Polizei andeutete, begann der Täter anscheinend während einer laufenden Vorlesung zu feuern. Auf die Frage, ob sich die Opfer zum Zeitpunkt des Blutbads in einem Klassenzimmer aufgehalten hätten, antwortet Campus-Polizeichef Wendell Finchum auf einer Pressekonferenz mit zitternder Stimme: "Ja."

Mehrere Verletzte in kritischem Zustand

Nach Finchums Worten wurden die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. Mehrere von ihnen sollten sich in einem kritischen Zustand befinden. Wegen stürmischen Wetters konnten bei der Bergung der Verletzten keine Helikopter eingesetzt werden: Sie mussten in Krankenwagen transportiert werden.

Universitäts-Präsident Charles Steger sprach von einer "Tragödie monumentalen Ausmaßes". Die Universität befinde sich "in tiefem Schock, und wir sind entsetzt". Er ließ offen, ob es sich bei allen Opfern um Studenten handelt oder ob sich unter ihnen auch Personal befindet. "Wir haben die Unsrigen verloren", sagte er. Weiter teilte er mit, dass sofort Psychologen zur Betreuung der Studenten zur Verfügung gestellt würden. Insgesamt besuchen 26.000 Menschen die Universität.

Das Weiße Haus sprach den Familien der Toten sein Beileid aus. Präsident Bush und die Nation bete für die Opfer und ihre Angehörigen, sagte Sprecherin Dana Perino.

Warnung via Internet

Nach der ersten Schießerei waren alle Anwesenden auf dem Campus via Internet aufgerufen worden, nicht ins Freie zu gehen und sich von den Fenstern fern zu halten. Währenddessen durchkämmten schwer bewaffnete Sicherheitskräfte den Campus, weil zunächst ein zweiter Schütze vermutet wurde.

In der Universität waren in der vergangenen Woche zwei Bombendrohungen eingegangen. Ob ein Zusammenhang zu dem Blutbad besteht, blieb zunächst unklar.

Blacksburg liegt im US-Bundesstaat Virginia
Bedienungsanleitung für die Karte: Pfeilsymbole = Karte verschieben;
Plus- und Minussymbole = Kartenausschnitt vergrößern/verkleinern.
"Karte" = Straßenkartenansicht;
"Satellit" = Luftbildaufnahme;
"Hybrid" = Luftbild mit eingezeichneten Straßen
Reuters/DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Vincent_Vega (17.04.2007, 17:17 Uhr)
@042020
"The U.S. figure of 11,127 gun deaths comes from a report from the Center for Disease Control. Japan's gun deaths of 39 was provided by the National Police Agency of Japan; Germany: 381 gun deaths from Bundeskriminalamt (German FBI); Canada: 165 gun deaths from Statistics Canada, the governmental statistics agency; United Kingdom: 68 gun deaths, from the Centre for Crime and Justice studies in Britain; Australia: 65 gun deaths from the Australian Institute of Criminology; France: 255 gun deaths, from the International Journal of Epidemiology."
Wieviele Menschen kamen denn in Australien voher und nachher ums Leben? In absoluten Zahlen ausgedrückt...
Ginnungagap (17.04.2007, 12:35 Uhr)
yudanaz hat recht
"To be or not to be" mehr zählt in Amerika nicht. Und wir importieren dies gerade.
Der Kult des Kapitals hat auch damit zu tun. An oberster Stelle steht er, dann 2 Kilometer drunter steht irgendwo "Mensch"
Die Selbsterhaltung der Menschen ist schon längst gescheitert. Wir gehen zu Grunde ohne es zu merken. Oder ohne es merken zu wollen. Den Hügel haben wir schon genommen und die Talfahrt wird immer rasanter... Rasanter Stillstand.
Um es zu stoppen muss man sich zusammentun und begreifen, dass man auch ohne Konsum nicht stirbt.
Da kann man nicht nur die Notbremse ziehen, man muesste den Rückwärtsgang einlegen.
Kleines Zitat dazu von Thomas D :
"um die tests dieser Zeit zu bestehen um weiter zu gehen muss hier JEDER sein Ego in Demut zurüchnehmen"
Logic (17.04.2007, 08:24 Uhr)
omg @gmathol
omg gmathol,
genau diese Art der Pauschalisierung von Rassen oder Religionen ist es doch was Menschen andere Menschen töten lässt. Ich denke jeder kann seine Meinung haben aber das mit den Juden finde ich ehrlich gesagt völlig daneben. Geselle dich mal in die Reihe von Hitler Bush Lenin ect.
Denn die haben bzw. argumentieren genauso um Kriege zu führen.
Im Gegensatz zum Spiegel (der hätte das sofort zensiert) wird dein Kommentar sogar noch gepostet.
Erst wenn die Menschen und dazu gehörst du auch lernen andere Religionen Rassen ect. als gleich zu akzeptieren wird es ruhiger werden. Anscheinend hast du diese Lehre auch noch nicht verstanden und solltest dich daher etwas bedeckt halten mit Kritik.
gmathol (17.04.2007, 08:07 Uhr)
Schon mal darueber nachgedacht?
Virginia = Tragoedie, Iraq = Heldentat!
Ich weiss, dass Sie dieses nicht veroeffentlichen werden - der Stern ist auch nur ein fuenft-klassiges Blatt, das wirkliche Meinungsaeusserungen zensieren muss.
Was fuer erbaermliche Juden seid ihr doch!
Logic (17.04.2007, 07:57 Uhr)
traurig :(
hm traurige Geschichte.
Also dieses Waffengesetz in den USA ist schon etwas sehr veraltet. Es stammt wenn ich mich jetzt nicht irre doch aus der Vergangenheit, als man wirklich noch sein Land vor Banditen ect. verteidigen musste. Frage mich nur warum es heut zu Tage noch notwendig ist. Aber leider ist es nun mal so das zu Zeiten des zweiten WK's die Waffenindustrie einen solchen Boom erlitten hat, das sie bis heute hin eine sehr grosse Machtposition in den USA inne hat.
Naja bin mal gespannt was passiert wenn es mal Kinder dieser Menschen trifft.
Andererseits ist es doch so, dass auch jem in Deutschland der eine Waffe will sie bekommen kann.
Frage ist ob eine Verschärfung also etwas ändert. Ich denke eher das es die Vorbilder sind. Eine Regierung die ihre Interessen mit Waffen durchsetzt sollte sich nicht wundern, wenn es ihre Bürger ihr gleich tun.
In dem Sinne: Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Sollte man mal drüber nachdenken was das wirklich bedeutet.
spinnitz (17.04.2007, 07:42 Uhr)
Freiheitsgedanke
Ich verstehe nicht, wie man das Tragen von Waffen mit der Freiheit begründen kann. Jeder zweite Tote in den USA kommt durch Schusswaffengebrauch ums Leben ...
Und das der Präsi für die Opfer und Angehörigen betet ..., ich bin selber Vater, mir würden solch heucheleien sonstwo vorbeigehen (bei einer "Beteiligung" meiner Kinder) angesichts der Tatsache, das jeder Hans und Franz seinen privaten Krieg anfangen kann. Was würden diese Politiker, die jetzt ihre Anteilnahme ausdrücken, sagen, wenn einer ihrer Angehörigen von einem Amokläufer erschossen werden würde ...
Einige sollten wieder in den Wilden Westen reiten, im Salon ein warmes Bier oder was anderes Trinken und den Rest der Welt in Ruhe lassen ...
ikaron (16.04.2007, 23:32 Uhr)
Hoffentlich...
...hat der Schütze Klassik gehört und keinen Computer gehabt, wäre sonst zu einfach Antworten zu finden ohne sich mit unangenehmen, gesellschaftskritischen Fragen auseinandersetzen zu müssen
abucan (16.04.2007, 23:17 Uhr)
Amoklauf in den USA
Wenn ich in den USA leben müsste, würde ich auch Amok laufen. Trotz allem ist es aber auch für die Opfer und die Hinterbliebenen ein großer Trost, zu wissen, dass der Präsident persönlich für sie betet.
ikaron (16.04.2007, 22:12 Uhr)
Ich weiss wie´s weitergeht...
...jetzt werden wieder alle Spiele dieser Welt verurteilt, und genau dieselben Eltern kaufen Ihren Kundern dann Pistolen für Cowboy-Spiele an Karneval. Mann, unsere Kinder wachsen mit der Vorstellung auf Waffen wären Spielzeuge, und dann sollen Teenager von Computern beeinflusst werden. Kranke Welt.
yudanaz (16.04.2007, 21:59 Uhr)
schuld sind weder waffen noch killerspiele
...sondern fehlende Integration schüchternder "Andersdenker", das übertriebe Hirarchiesystem an den Schulen, der enorme Leistungsdruck dem der Mensch ausgesetzt ist, die Oberflächlichkeit zwischenmenschlicher Beziehung an Ausbildungs- und Arbeitsplatz und daraus resultierend die Tatsache, dass sich die Menschen, trotz oder gerade wegen der wiederkehrernden fanatischen Reliogiosität immer fremder sind.
Es ist "leichter" jemanden zu hassen, zu töten, zu dem man keinerlei emotionale Bindung hat, sondern der für einen nur ein Feindbild simbolisiert.
Kriege funktionieren z.b. so.
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