Arbeiter erschießt Kollegen

10. November 2012, 08:06 Uhr

Die Mitarbeiter einer Technikfirma in Hilden stehen unter Schock. Einer ihrer Kollegen hat auf dem Firmengelände um sich gechossen und einen Menschen getötet sowie vier weitere verletzt.

Blutbad in der Nachtschicht: Ein bisher völlig unauffälliger Arbeiter hat in einer Fabrik in Hilden bei Düsseldorf mit zwei Pistolen gezielt auf seine Kollegen geschossen und vier Männer verletzt. Anschließend tötete sich der 38-jährige langjährige Werksmitarbeiter selbst. Die Hintergründe der Tat, die am Freitagabend zum Schichtwechsel geschah, waren auch am Samstag nach Dutzenden Zeugenbefragungen unklar. "Bisher können wir kein plausibles Motiv erkennen", sagte Staatsanwalt Matthias Ridder. "Es deutet alles daraufhin, dass es gezielt war."

Ein Amoklauf mit wahllosen Opfern sei die Tat daher nicht gewesen. Der nicht vorbestrafte, als umgänglich geltende und kinderlose Arbeiter war nach einer Woche Urlaub am Freitag wieder in die Fabrik gekommen. Er hatte nach Angaben der Polizei zwei Pistolen dabei. Am Werkstor sprach er zunächst einen Kollegen namentlich an, schoss plötzlich los und verletzte ihn schwer. Zunächst war das Alter des Schützen mit 37 Jahren angegeben worden, laut Polizei war der Mann aber 38.

Dann ging er in die Kantine und feuerte durch eine Glasscheibe drei Mal auf Kollegen seiner Schicht, die im Raucherbereich saßen. Herumfliegende Glassplitter verletzten laut Polizei zwei Männer. Im Aufenthaltsraum habe der Schütze schließlich auf seinen Vorgesetzten gefeuert, ihn schwer verletzt und sich dann selbst getötet. Die beiden schwer verletzten Arbeiter im Alter von 54 und 42 Jahren seien nach Notoperationen inzwischen außer Lebensgefahr.

Zahlreiche Beschäftigte unter Schock

Insgesamt habe der Mann neun Schüsse abgegeben, sagte Polizeisprecher Frank Sobotta. Er habe noch mehr Munition dabei gehabt. "Nirgendwo sehen wir ein Motiv", sagte Sobotta. Der Todesschütze habe keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Es gebe keinen Hinweis auf Unstimmigkeiten bei der Arbeit oder in der Familie. Die Polizei habe auch Eltern und Geschwister befragt. Der Mann sei gern zur Arbeit gegangen. Er habe nie polizeilichen Kontakt gehabt.

Dass der Schütze seine Opfer inmitten einer großen Gruppe von Angestellten gezielt aus seinem direkten Arbeitsumfeld gesucht habe, hätten auch Zeugen bestätigt. Demnach habe der Mann anderen Arbeitern mit Gesten bedeutet, dass sie nicht von ihm angegriffen würden, sagte Sobotta.

"Wir können uns überhaupt nicht erklären, wie es zu dieser Handlung gekommen ist", sagte auch der Deutschland-Sprecher der betroffenen US-Firma 3M, Manfred Kremer, der dpa. Der Schütze sei seit 15 Jahren in der Firma beschäftigt gewesen und habe immer gute Beurteilungen gehabt.

Mitarbeiter des Werkes standen nach der Bluttat unter Schock. "Wir sind alle wahnsinnig betroffen", sagte Kremer. "Er war ein guter Mitarbeiter." In dem betroffenen Werksteil sei die Arbeit unterbrochen worden. Die Arbeiter wurden nach Hause geschickt, die Angestellten von Seelsorgern betreut. Die zwei leicht verletzten Mitarbeiter wurden ambulant behandelt und konnten nach Hause gehen.

3M hat am Standort in Hilden 900 Mitarbeiter und produziert dort Hygieneprodukte und Spezialfolien. Hilden ist das größte Werk von 3M in Deutschland, seinen Hauptstandort hat das Unternehmen in Neuss. Bundesweit beschäftigt die Firma etwa 5500 Menschen.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Amoklauf Düsseldorf Polizei Schütze
Panorama
Extras & Ratgeber
Extra: Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird Extra Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...