Hunderte Vermisste nach Fährunglück

17. August 2013, 10:44 Uhr

Eine Fähre mit hunderten Passagieren an Bord ist in der Nähe der Insel Cebu mit einem Frachtschiff zusammengestoßen. Die genaue Opferzahl sowie die Unglücksursache sind noch unklar.

Bei einem tragischen Fährunglück auf den Philippinen sind in der Nacht zum Samstag mehrere Dutzend Menschen ertrunken. Die Zahl der Opfer ist noch unklar. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die DPA spricht von 35 Toten. Nach 200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern werde noch gesucht, teilte die Küstenwache am Samstag mit.

Unklar ist auch, wie viele Menschen an Bord der Fähre "MV St. Thomas Aquinas" waren. Die Küstenwache sprach von 870, der Schiffseigner 2Go Group von 841. Auch die Zahl der Geretteten variierte. Die Rettungsdienste sprachen von 630 Menschen. Die Fähre durfte 1010 Menschen befördern.

Die "MV St. Thomas Aquinas" war am Freitagabend bei Cebu rund 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gesunken. Überlebende berichteten, dass die meisten Menschen an Bord schon schliefen, als das Unglück passierte. "Ein Ruck hat uns aus dem Schlaf gerissen, und dann brach Chaos aus", berichtete Glenda Sabilla einem Radiosender in Cebu. "Alle haben wie die Irren nach Schwimmwesten gesucht und sind über Bord gesprungen." Manche seien eingeschlossen gewesen, berichtete ein anderer Passagier, Jerwin Agudong. "Sie kamen nicht raus."

Unglücksursache ist noch nicht ermittelt

Küstenwache, Marine, Fischer und Freiwillige waren die ganze Nacht im Einsatz, um Menschen aus dem Wasser zu retten. Das Unglück passierte nahe der Küste der Hafenstadt Talisay. Deshalb hofften die Retter, dass sich viele Menschen selbst an Land retten konnten. Der Frachter "MV Sulpicio Express 7" wurde schwer beschädigt.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist bislang ebenfalls nicht geklärt. Ein erster Verdacht richtete sich gegen den Kapitän der "Thomas Aquinas", er könnte von der zulässigen Route abgewichen sein. "Er wird von der Küstenwache befragt. Wir brauchen Antworten, bevor die formelle Untersuchung startet", sagte Konteradmiral Luis Tuason, Vizekommandant der Küstenwache.

Die Fähre war von der südphilippinischen Provinz Agusan del Norte unterwegs über Cebu nach Manila. Der Frachter fuhr von Cebu Richtung Süden nach Davao. Der Schiffsverkehr ist das Haupttransportmittel im Archipelstaat Philippinen, der aus mehr als 7000 Inseln besteht. Unfälle sind aufgrund mangelnder Sicherheitsstandards oder Überbeladung der Schiffe keine Seltenheit. Das bislang Schlimmste passierte kurz vor Weihnachten 1987, als eine Fähre mit einem Öltanker kollidierte. Mehr als 4300 Menschen kamen ums Leben.

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