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28. Juni 2007, 16:36 Uhr

Brand in Atomkraftwerk Krümmel

Alarm im Atomkraftwerk Krümmel: Nach dem Brand in einer Trafo-Station wurde der Reaktor abgeschaltet. Eine Sicherheitsmaßnahme, versichern die Behörden: Es habe keine Gefahr für den Nuklearbereich bestanden.

Atomkraftwerk Krümmel: Keine Gefahr für den Nuklearbereich© Timo Jan/DDP

Im Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht östlich von Hamburg ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. In einer großen Trafostation hatte sich Kühlflüssigkeit entzündet, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Eine Gefahr für den Nuklearbereich des größten Siedewasser-Reaktors der Welt bestand nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe aber zunächst nicht.

"Es erfolgte eine automatische Schnellabschaltung, weil der Reaktor vom Netz getrennt wurde", sagte der Sprecher von Vattenfall Europe, Ivo Banek. Am frühen Nachmittag war bereits zuvor das Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Unterelbe nach einem Kurzschluss in einer Schaltanlage heruntergefahren und vom Netz getrennt worden.

Riesge Rauchwolken

Verletzte hat es nach Feuerwehrangaben bei dem Brand im Atomkraftwerk Krümmel nicht gegeben. "Es sah dramatischer aus, als es offenbar war", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Geesthacht. Nach Augenzeugenberichten hüllten riesige schwarze Rauchwolken das Atomkraftwerk ein.

Über die Trafostation wird der Strom in das Netz eingespeist. Weil die Station von dem eigentlichen Kraftwerk getrennt sei, habe keine Gefahr bestanden, sagte der Vattenfall-Sprecher. Nach Ansicht der Umweltorganisation Greenpeace hätte sich der Brand aber auch über Kabeltrassen in den Reaktor ausbreiten können. Eine Gefahr habe sehr wohl bestanden.

Das Kraftwerk Krümmel liefert nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe rund 30 Prozent des in Schleswig-Holstein erzeugten Stroms. Die Anlage lief zum Zeitpunkt des Brandausbruchs mit voller Leistung. Die Abschaltung habe aber zu keinerlei Stromausfällen geführt. Über das europäische Verbundnetz könnten solche Ereignisse ausgeglichen werden, sagte Banek.

Ursache unklar

Wie es zu dem Brand kam, war zunächst unklar. Gut 100 Feuerwehrleute bekämpften den Brand mit Schaum. Wann das Atomkraftwerk wieder ans Netz gehen kann, war nicht bekannt. Das Kraftwerk war 1984 nach zehnjähriger Bauzeit ans Netz gegangen und produziert pro Jahr etwa 10,5 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Schon kurz nach dem Bekanntwerden des Zwischenfalls setzte die politische Diskussion ein. "Ich fordere sofortige und umfassende Aufklärung des Brandes. Der Vorfall darf nicht heruntergespielt werden", sagte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer in einer ersten Reaktion. Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) bekräftigte die Grundsatzhaltung seiner Partei, am beschlossenen Atomausstieg strikt festzuhalten

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
may-be (29.06.2007, 13:44 Uhr)
Störungsursache in Krümmel klar
Einen Zusammenhang beider Störungen ist leicht herzustellen.
Die Erfahrung zeigt, dass bei Ausfall größerer Erzeugungsanlagen (wie z.B. zuvor das KKW Brunsbüttel) ein Leistungsmangel im Netz entsteht. Dieser Mangel führt zum kurzzeitigen Frequenzabfall, welcher durch andere Erzeugungsanlagen wirkleistungsmäßig in kürzester Zeit ausgegeglichen werden kann oder aber durch Lastabwurf kompensiert wird. Was aber nicht so schnell beherrschbar ist, sind die vagabundierenden Blindleistungen im s.g. Höchstspannungsnetz (Transportnetz, 400 kV). Diese induktiven Blindleistungen breiten sich wellenförmig über das ganze Netz aus und sind nahe des Störungsortes am stärksten. Selbst die modernsten Spannungsregler an den Generatoren und Transformatoren tun sich damit schwer.
Infolge dieser Blindleistungsschwankung, verhält sich auch die Netzspannung stark schwankend. Bei Überspannungen die normale Hochspannungsisolierungen ertragen können, kann es trozdem durch Alterung (Isoliermaterial, Trafoöl usw.) an den Wicklungen von großen Netztransformatoren zu Kurzschlüssen kommen. Diese brauchen zeitlich nicht unbedingt mit dem Auftreten der Überspannung zusammenhängen. Der Schadensverlauf bis zum Auftreten des Kurzschlusses mit dem Ausbrechen des Ölbrandes ist durchaus nachvollziehbar und wird sich meines Erachtens später in der Fehleranalyse bestätigen lassen.
RomanTicker (29.06.2007, 06:50 Uhr)
Konstruktiv ist besser, aber
@ Maxmu:
Manchmal muss man einfach gegen etwas sein. Das ist z.B. dann der Fall, wenn etwas schlecht ist. So ein Fall ist die auf Kernspaltung basierende Technik der Atomkraftwerke, denn es entsteht gefährlicher Atommüll, der über Jahrhunderte hinweg sicher gelagert werden muss, damit Menschen und Umwelt nicht verstrahlt werden und damit ja kein Terrorist an das Material für eine schmutzige Atombombe kommt. Sie wären sicherlich auch dagegen, wenn ihr Nachbar seinen Müll einfach vor Ihrer Tür abstellte, um sich weitere Arbeit zu ersparen. ;-)
Maxmu (28.06.2007, 23:23 Uhr)
Zusatz @Karsten5
Wenn die Grünen eine Aufklärung wollen, sollten sie vielleicht mal die Jungs von Greenpeace fragen. Die scheinen sich ja mit den technischen Anlagen auf dem Reaktorgelände besser auszukennen als die Betreiber selbst. Sie wissen ja schliesslich ganz genau wo jede Kabeltrasse langgeht, wie schnell die Feuer fangen und direkt in die Brennkammer weiterleiten können. Wenn man Greenpeace über soviel technischen Sachverstand verfügt wunderts mich warum man ihn nicht nutzt um eine ökonomisch und ökologisch tragbare Alternative zu den AKW´s zu entwickeln anstatt immer nur laut "dagegen" zu schreien. (und ich meine jetzt keine Windkraft- oder Solaranlagen welche mit den unregelmäßigen Stromeinspeisungen in das elektrische Energieversorgungsnetz den Betreiben herkömmlicher Kraftwerke die Hölle heiß machen)
PS: ich sage nicht, dass ich es besser weiß oder könnte, jedoch prangere ich diese unkonstruktive Schreihalsmentalität an.
Also: erst denken, dann worte schenken - und ihr werdet sehen, dass sie ins gehör gehen!
admiralnl (28.06.2007, 22:08 Uhr)
Krümmel
In NRW soll eine Kolenmonoxid-Fernleitung gebaut werden CO ist hochgiftig und brennbar.Bei einem Terrorangriff, den auch Sachverständige für möglich halten sind hier bis 190.000 Menschen in akuter Lebensgefahr. Unser Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte öffendlich: Die Pipeline ist so sicher wie ein Atomkraftwerk
Dank Ihrem Bericht über Krümmel scheint er leider Recht zu haben.
Ich habe seit 1984 ca 170 MB Daten über Bayer gesammelt.
Internet Google : Pipeline Kohlenmonoxid Erkrath eingeben
Mit freundlichen Grüßen Werner Grade
Tel 0211-255471
Kasten5 (28.06.2007, 19:20 Uhr)
Trottel
Wie üblich reißen die Politiker wieder nur die Fresse auf.
Das sieht jeder Trottel was da gebrand hat, und es ist ein Trafo, der Reaktor wurde abgeschaltet damit da kein Strom mehr fleißt und Feuerwehrleute grillt.
Grüne wieder nur typisch, sich mit der Materie nicht auskennen aber erstmal Maul auf.
Wer wählt sowas eigentlich ????
Roy05441 (28.06.2007, 17:42 Uhr)
Vom Restmüll hab über Nacht......
Lutschbon-Bons für meine Ur-Ur-Ur Enkel gemacht!Die haben derzeit nix zu fressen,können hirnmäßig nur Politiker fressen!
 
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