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8. Januar 2008, 12:07 Uhr

Spanische Abtreibungskliniken streiken

Weil die Behörden mehrere Kliniken wegen vermutlich illegalen Schwangerschaftsabbrüchen geschlossen haben, sind spanische Abtreibungskliniken in den Streik getreten. Rund 2000 Frauen können deswegen nicht behandelt werden.

Der Eingang einer Klinik in Barcelona, in der Frauen illegal abgetrieben haben sollen© Alberto Estevez/AP

Die Abtreibungskliniken in Spanien sind aus Protest gegen angebliche Schikanen der Behörden in einen "Streik" getreten. An dem fünftägigen Ausstand, der in der Geschichte des Landes ohne Beispiel ist, beteiligen sich 32 Kliniken. Aufgrund der Protestaktion werden in ganz Spanien in dieser Woche praktisch keine Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen.

Nach Angaben der Zeitung "El País" sind davon rund 2000 Frauen betroffen. Die an der Protestaktion beteiligten Kliniken nehmen normalerweise fast 98 Prozent aller Abtreibungen in Spanien vor. Ihr Protest wurde ausgelöst durch die Schließung mehrerer Kliniken in Barcelona, denen die Behörden illegale Schwangerschaftsabbrüche zur Last legen. Der Direktor dieser Kliniken und zwei seiner Mitarbeiter befinden sich in Untersuchungshaft. Abbrüche in Spanien generell verboten Mit ihrer Protestaktion verlangen die Abtreibungskliniken mehr rechtliche Sicherheit für die beschäftigten Mediziner und die Patientinnen. Sie werfen zudem den Gesundheitsbehörden vor, "die Kliniken mit überzogenen Kontrollen systematisch zu schikanieren".

In Spanien sind Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich verboten. Sie sind nur in bestimmten Ausnahmefällen zugelassen, zum Beispiel nach Vergewaltigungen, bei Missbildungen des Fötus sowie bei Gefahren für die physische oder psychische Gesundheit der Frau. Zahlreiche Frauengruppen und Linksparteien verlangen in Spanien seit Jahren die Einführung einer Fristenregelung, wie sie in den meisten europäischen Ländern angewandt wird.

DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
J.Stahl (10.01.2008, 16:05 Uhr)
mats
der teil der es sich leisten kann wird in ein anderes land zum abtreiben fahren.der andere teil wird das kind entweder zur adoption freigeben oder es behalten.dieses kind wird dann ungeliebt und ungewollt aufwachsen.keine frau sollte ein ungewolltes kind bekommen müßen.wir sehen ja hier in dtl.das es in einigen fällen besser wäre wenn die kinder gleich abgetrieben worden wären und nicht im alter von ein paar jahren verhungert oder zu tode geprügelt worden wären.
mats123 (10.01.2008, 11:23 Uhr)
mona.lisa
Wenn tausende Frauen jetzt nicht die Abtreibung in einer Abtreibungsklinik machen lassen können, werden die wohl kaum alle illegal abtreiben oder die Abtreibung später nachholen. Es ist vielmehr realistisch, dass ein großer Teil gar nicht mehr abtreiben wird. Viele werden den Streik vielleicht sogar als ein klares Zeichen deuten, dass sie ihr Kind besser nicht töten lassen sollen.
mona.lisa (09.01.2008, 15:54 Uhr)
inge_je und mats123
Ja glaubt Ihr denn ernsthaft, daß so ein Streik was ändert und jetzt die Geburtenrate steigt?
Die Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden haben, werden es sich dadurch nicht anders überlegen. Es wird dann halt wieder mehr illegale Abtreibungen geben, so wie schon in der Steinzeit, die in manchen Ländern noch heute besteht.
Keine Frau entscheidet sich leichtfertig zu diesem Schritt, und kein Aussenstehender hat das Recht, sich hierüber negativ zu äußern, bevor er nicht alle Fakten kennt.
fritzstark (09.01.2008, 11:29 Uhr)
Eine gute Nachricht
Hoffentlich haben die Streikenden viel in der Kasse, damit sie lange aushalten können!
Ärzte sollten grundsätzlich bei Schwangerschaftsabbruch streiken, wenn keine Lebensgefahr für die Mutter besteht!
mats123 (09.01.2008, 10:36 Uhr)
20 years later
In 20 Jahren werden in Spanien wohl tausend Menschen einen Gedenktag für diesen Streik abhalten, dass sie leben, weil sie ansonsten in dieser Woche als Baby getötet worden wären.
J.Stahl (09.01.2008, 00:48 Uhr)
ja!
und wenn dann die zahl ermordeter babys und findelkindern steigt brauchen wir uns auch nicht zu wundern...
inge_je (08.01.2008, 23:29 Uhr)
Toll!
Wuerden mal die in Deutschland streiken, dann wuerde es wieder mehr Kinder geben und die Zahl der Bevoelkerung steigen. Statt dessen laesst man jeden abtreiben und wundert sich das die Anzahl sinkt. Und wieviele gibt es die ins Ausland zum Adoptieren gehen weil in D. es so schwer ist? Ich finde die Kliniken gehoeren alle geschlossen. Und Abtreibung als illegal gefandet. Mut zum Kind!
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