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11. Juni 2009, 11:41 Uhr

Firmenchef lässt abgerissenen Arm wegwerfen

Weil er den Arbeitsunfall eines seiner Schwarzarbeiter geheim halten wollte, hat ein spanischer Firmenchef den abgetrennten Arm des Mannes im Müll entsorgt. Der Verletzte wurde in der Nähe eines Krankenhauses ausgesetzt und erfolglos zum Schweigen verdonnert.

Arm, Valencia, abgerissen, Brotfabrik, Knetmaschine

Anweisung an den verletzten Franns Rilles: "Sage nicht, wo der Unfall passiert ist"© Kai Forsterling/AP

Um einen Arbeitsunfall in seinem Betrieb zu vertuschen, hat ein spanischer Firmenchef den abgetrennten Arm eines Beschäftigten in den Müll werfen lassen. Ein bolivianischer Arbeiter war in einer Brotfabrik in der ostspanischen Stadt Gandia mit dem linken Arm in eine Knetmaschine geraten. Das Gerät riss dem 33-jährigen Franns Rilles den Arm oberhalb des Ellbogens ab.

"Sag' nicht, wo der Unfall passiert ist"

Der Chef des Familienbetriebs ließ den Verletzten von Mitarbeitern in ein Krankenhaus bringen. Franns Rilles wurde jedoch 200 Meter von der Klinik entfernt abgesetzt und angewiesen: "Sag' nicht, wo der Unfall passiert ist." Der Firmenchef fürchtete Ärger mit den Behörden, weil er seine Angestellten illegal beschäftigte. Nach Gewerkschaftsangaben mussten die Arbeiter in der Fabrik für einen Monatslohn von 700 Euro zwölf Stunden am Tag schuften.

Weil der Bolivianer im Krankenhaus widersprüchliche Aussagen machte, alarmierten die Ärzte die Polizei. Den Beamten offenbarte der 33-Jährige, was geschehen war. Daraufhin fuhren Polizisten in die Brotfabrik. Dort holten sie den abgerissenen Arm aus einem Müllcontainer. Die Ärzte in der Klinik mussten jedoch feststellen, dass sich der Arm bereits in einem so schlechten Zustand befand, dass er nicht wieder angenäht werden konnte.

Die spanische Regierung bezeichnete den Zwischenfall als "widerwärtig". Sie stellte dem Bolivianer in Aussicht, aus humanitären Gründen eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Die Polizei ließ die Brotfabrik einstweilen schließen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
sedanon (13.06.2009, 15:53 Uhr)
Segensreicher
Neoliberalismus.
Man darf sich doch wohl kaum über diese Auswüchse aufregen, wenn zur Gewinnmaximierung jede Sauerei ein Kavaliersdelikt ist und jeder Euro zuviel an den Hartz IV-Empfänger sich als ein Verbrechen an der Menschheit darstellt.
NewWorld (12.06.2009, 13:56 Uhr)
Typisch...
...geistig Arme Stern-Kommentatoren. Wie kann man sich über menschenverachtenden Kapitalismus beschweren und dann selbst nicht besser sein und das Opfer hier auch noch verhöhnen.
Herr, schmeiß Hirn vom Himmel.....
Motte07 (11.06.2009, 19:55 Uhr)
???
Ich habe den Artikel 2mal aufmerksam gelesen, was aber Guido Westerwelle, Christiano Ronaldo, Ulli Hoeneß und Karl-Theodor zu Guttenberg damit zu tun haben ist mir komplett entgangen.
Kann es sein, dass hier manche ein abscheuliches Verbrechen dazu benutzen, wieder die alte abgestandene Soße ins Stern-Forum zu kippen?
Sternobyl (11.06.2009, 19:01 Uhr)
Naja, ...
Menschenverachtung ist inklusive im Kapitalismus.
papaleo2000 (11.06.2009, 18:55 Uhr)
ENTEIGNUNG
Srafdelikte hoch fuenf.
Wer so handelt gehoert enteignet.
ElWiegaldo (11.06.2009, 18:02 Uhr)
Hirnfreund hat recht!
Der Unternehmer sollte belohnt werden z.B. mit mehrjährigem Steuererlass oder sowas!
Immerhin hat er diesem Verräter der sich sicherlich ILLEGAL in Spanien aufgehalten hat eine Arbeit verschafft!!
NightflyerX (11.06.2009, 17:49 Uhr)
Ist doch klar...
.. weil er selbst keins hat. Schwarzarbeit hat nix mit Humanität zu tun sondern nur mit purer Abzocke sich vor Steuerabgaben zu schützen und damit Kasse zu machen.
ikaron (11.06.2009, 16:16 Uhr)
@Hirnfreund
...warum Sie sich Hirnfreund nennen ist mir ein Rätsel.
Hirnfreund (11.06.2009, 16:03 Uhr)
Arbeitgeber handelt korrekt!
Der Arbeitgeber handelt korrekt. Immerhin gibt er armen Menschen einen Job, eine Zukunft. Aber Euch kann man es wohl nicht Recht machen .. wer keine Jobs anbietet ist ein böser Kapitalist, wer Jobs anbietet ist auch schlecht.
Der Arbeitgeber hat sich wirklich gut um seinen Angestellten gekümmert und versucht zu verhindern, dass die anderen Arbeitnehmer durch diesen kleinen Vorfall in Mitleidenschaft gezogen werden. Das ist Zivilcourage und sehr lobenswert !
Ein Vorbild !
mr_s (11.06.2009, 15:48 Uhr)
und dann
... beschweren sich die Leute hier wegen Harz4...
.
700 EUR für 12 Stunden arbeiten. Hierzulande bekommt man inkl. Miete etc fast gleich viel für Nichtstun.
 
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