Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Schwedinnen finden Gold statt Beeren

Fast wie im Märchen: Zwei schwedische Freundinnen wollten im Wald zusammen Heidelbeeren sammeln gehen. Doch was sie stattdessen in ihr Körbchen legten, waren alles andere als kleine Früchtchen. Und die beiden Damen sind nun steinreich.

Eigentlich wollten die schwedischen Freundinnen ein Körbchen Heidelbeeren von ihrem Waldausflug mit nach Hause bringen. Dass Siv Wiik (69) und Harriet Svensson (64) nahe ihres Wohnortes Överturingen in der schwedischen Provinz Västerbotten keine Beeren fanden und stattdessen im Gestein herumklopften, macht sie nun zu, buchstäblich, steinreichen Millionärinnen. "Wir stehen unmittelbar vor der Vertragsunterschrift mit einer Grubengesellschaft", berichtete die pensionierte Köchin über den spektakulärsten Goldfund seit Menschengedenken in Schweden. Zahlen wollte sie nicht nennen.

Von ihrem Waldausflug am 20. August brachten die beiden Frauen statt der weichen Beeren einen harten, glitzernden Stein mit. Er hatte es in sich, und dabei nennen die Finderinnen auch gerne Zahlen: Der Goldanteil betrug 23,3 Gramm je Tonne, der an Zink sogar 33,8 Gramm. Und Silber sowie Kupfer wurden bei den Gesteinsanalysen auch ermittelt.

Das Suchgebiet gehört den Damen nicht

"Seit diesem Tag ist unser Leben nicht mehr dasselbe", sagt Wiik völlig gelassen. Ihre beste Freundin arbeitet weiter als Köchin in der Gesamtschule des Dorfes gut 500 Kilometer nördlich von Stockholm. Sie bekam nach Feierabend eine Menge Zusatzarbeit: "Die Grubengesellschaften haben hier praktisch Schlange gestanden." Wiik und Svensson gingen mit den Experten in den Wald und zeigten das Kahlschlaggebiet mit ihrem sensationellen Fund. "Jetzt ist das vorbei, auch weil endlich Schnee gefallen ist", berichtet Siv Wiik.

Beim Poker um die weiteren Suchrechte haben die Freundinnen komplett auf Juristenhilfe oder anderen Beistand verzichtet. Sie suchten selbstständig aus über 20 Bewerbungen eine Gruppe von drei oder vier für sie "besonders interessante Interessenten" heraus. Dabei gehört ihnen das Suchgebiet überhaupt nicht. Aber sie hatten schon vor elf Jahren von der allen Schweden offenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, für eine kleine Gebühr die Suchrechte nach Edelmetallen und anderen Bodenschätzen in einem bestimmten Gebiet für drei Jahre zu erwerben.

Niemand hat Angst vor einem Goldrausch

Belohnt wird nun auch die Geduld des Sucherpaares: "Wir hatten uns gegenseitig versprochen, dass wir nicht aufhören, auch wenn eine von uns schon von der anderen im Rollstuhl geschoben wird." Permanent abgeben wollen die Frauen ihre Rechte am Fund keineswegs. "Wichtig war uns erstmal, dass jetzt äußerst schnell mit professionellen Probebohrungen angefangen wird. Dann wird sich das Gesamtvolumen der Vorkommen zeigen, und dann müssen wir neu über einen möglichen Grubenbetrieb hier verhandeln."

Im Dörfchen Överturing mit seinen 171 Einwohnern habe niemand Angst vor einem "Goldrausch" mit hässlichen Nebenwirkungen. "Die Arbeitslosigkeit ist hier im Norden extrem hoch. Da fänden alle eine Grube toll. Auf jeden Arbeitsplatz dort kommen fünf andere im Gefolge", sagt Siv Wiik. Sie will ebenso wie ihre Freundin auch als Multimillionärin da bleiben, wo beide seit den sechziger Jahren gelebt - und zusammen Heidelbeeren gesucht haben.

DPA/DPA

Weitere Themen

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools