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1. Mai 2009, 09:37 Uhr

Erste Ansteckung von Mensch zu Mensch in Deutschland

In Bayern hat es die erste Schweinegrippe-Ansteckung von Mensch zu Mensch innerhalb Deutschlands gegeben. Die Krankheit wurde bei einer Frau aus Bayern nachgewiesen, die selbst nicht in Mexiko war, aber mit einer infizierten Personen in Kontakt gestanden hatte.

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Aus Sorge vor einer möglichen Infektion holt eine Mutter ihre Tochter aus Mexiko am Frankfurter Flughafen mit Mundschutz ab© Boris Roessler/DPA

Erstmals hat in Deutschland ein Mensch einen anderen Menschen mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Die Krankheit wurde bei einer 42-jährigen Krankenschwester aus Niederbayern nachgewiesen, die selbst nicht in Mexiko war, wie die bayerische Landesregierung und das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilten. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten auf vier.

Dem Landratsamt Landshut zufolge steckte sich die Krankenschwester offenbar beim Kontakt mit einem 37-jährigen Mexiko-Reisenden an, der in einem Krankenhaus im Landkreis Straubing-Bogen behandelt worden war. Mittlerweile sei die Frau wieder gesund.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es in Deutschland derzeit zwölf Verdachtsfälle, in fünf weiteren Fällen habe man eine Ansteckung ausschließen können. RKI-Chef Jörg Hacker betonte, die Schweinegrippe nehme in Deutschland bisher einen "influenza-spezifischen bis milden Verlauf". Er rechne aber mit weiteren Ansteckungen.

Sprecher der Gesundheitsbehörden betonten, auch auf den derzeitigen Fall einer Ansteckung von Mensch zu Mensch seien die zuständigen Stellen vorbereitet. Es würden alle Kräfte gebündelt, um Patienten mit dieser Infektion zu helfen und den Infektionsweg zu klären.

Am Donnerstagabend hatten die EU-Länder im Kampf gegen die Schweinegrippe beraten, auf drastische Maßnahmen wie Reiseverbote jedoch verzichtet. Einen solchen Schritt habe letztlich kein Land in Betracht gezogen, erklärte die tschechische Gesundheitsministerin und Vertreterin der EU-Ratspräsidentschaft, Daniela Filipiova, am Donnerstag nach einem Krisentreffen der EU-Minister in Luxemburg. "Europa ist weltweit am besten vorbereitet, es besteht kein Anlass zur Panik."

Deutschland, Großbritannien, Spanien, Österreich und einige andere Staaten lehnten Frankreichs Vorschlag ab, Flüge nach Mexiko zu untersagen, wo der Virus ausgebrochen war.

Gemeinsamer Medikamenten-Vorrat abgelehnt

Alle EU-Länder rieten jedoch von Reisen in die mittelamerikanische Region ab, betonte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. "Aber wenn jemand sagt, ich möchte trotzdem reisen, hat ein Staat nicht die Macht zu sagen, du darfst das nicht machen." Die EU wolle stattdessen gemeinsame Informationen an den Flughäfen ausgeben. Ärztliche Untersuchungen sollten freiwillig bleiben.

Italien scheiterte mit dem Vorschlag, einen gemeinsamen Vorrat an Medikamenten und Impfstoffen aufzubauen. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte, die Lagerbestände an Grippe-Medikamenten seien beachtlich. "Wenn die Krise in einem Land eskaliert, werden die Mitgliedstaaten mit größeren Beständen helfen."

Die Kommissarin hatte am Mittwoch ein Treffen mit Vertretern der Pharmaindustrie abgehalten, da die EU die Entwicklung eines Impfserums gegen das Virus H1N1 vorantreiben will. Sie sagte, es sei sicher, dass sich das Virus weltweit weiter ausbreite. Doch dies bedeute nicht, dass es viele Todesopfer fordern müsse. Außerhalb Mexikos seien die Patienten nicht schwer krank und sprächen gut auf die umgehende Behandlung an.

Auch wenn die Zahl der Todesopfer bisher verglichen mit 250.000 Grippetoten weltweit jedes Jahr gering wirke, sei der entschlossene Kampf gegen das Virus wichtig. "Wir müssen verhindern, dass sich viele Menschen anstecken, sonst kann es mutieren und wird noch schlimmer."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstagabend die zweithöchste Warnstufe ausgerufen, der zufolge eine weltweite Ausbreitung unmittelbar bevorstehen könnte.

Außerhalb von Mexiko, dem Ursprungsland der Seuche, sind Übertragungen von Mensch zu Mensch bisher eher selten. Die Regierung dort ordnete eine mehrtägige Schließung aller Unternehmen an, um die Verbreitung des Virus' einzudämmen.

Fragen und Antworten zum Thema Wie schützen Sie sich am besten vor Viren? Wie stärken Sie ihr Immunsystem? Welche Hausmittel gibt es? Mehr zum Thema Grippe finden Sie im stern.de-Ratgeber Grippe und Erkältung Dort beantworten Ihnen Experten auch Ihre Fragen zum aktuellen Ausbruch der Schweinegrippe.

Reuters/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Red058 (03.05.2009, 12:40 Uhr)
Roche
Ich glaube diese Berichterstattung hat was damit zu tun, dass die Firma Roche mal wieder ihr Tamiflu verkaufen will (Schließlich ist das bei der Vogelgrippe auf-Vorrat-gekaufte Tamiflu gerade bei dem Verfallsdatum angekommen und Roche hat die Tamiflu-Produktion letztes Jahr um 70% gesteigert - irgendwo muss das Zeug ja hin).
Allerdings wäre ich dafür, dass sie lieber ein anständiges(!) Grippemittel erforschen, statt die Presseabteilung auszubauen
chatahootchee (01.05.2009, 14:20 Uhr)
ICH NEHME ES LIEBER
mit dem naechsten Artikel: Nur Schreien hilft ...
undueberhaupt (01.05.2009, 13:43 Uhr)
Na?
...hat sich noch einer mit der leichten mexikanischen Sommergrippe angesteckt? Wer hat Angst vor der Spritze in den Popo. Ist alles menschlich, hat nichts mit Schweinchen zu tun.
chatahootchee (01.05.2009, 13:43 Uhr)
MITTLERWEILE
sei die Frau wieder gesund. Was soll der ganze Terror? Uebrigens nicht nur in D, auch hier ist die Schweine(g)rippe dauernd im Gespraech. Welch eine Profilierungschance.
Saraela (01.05.2009, 13:38 Uhr)
Themenrelevanz
Das Interessante, bzw. die Brisanz am Thema ist das "Mortalitätspotential" des Virus, der anfänglich als sehr viel höher eingestuft wurde und immer noch nicht sicher vorausgesagt werden kann.
Blacky007 (01.05.2009, 12:54 Uhr)
Welche Sensation!
Grippeviren übertragen sich seit jeher von Mensch zu Mensch. Was ist daran bitte neu, dass es eine Headline verdient? Zudem kann ich diese ganze Hysterie um diesen neuen Virus nicht nachvollziehen. Jährlich sterben tausende an Grippeviren und bisher sind gerade einmal ein paar wenige Tote zu verzeichnen, aber es wird ein Aufsehen darum gemacht, als würde die halbe Weltbevölkerung kurz vor dem abnippeln stehen.
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Dieser Virus zeigt auch wie gedankenlos Medien jede Meldung drucken. Da wird am Anfang von 158 Toten gesprochen und nur wenige Tage später wird die Zahl mal eben auf 8 Tote nach untern korriegiert - aber hauptsache Panik schüren!
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Das größte Problem an dieser Hochpuscherei solcher Viren sehe ich darin, dass -sollte mal wirklich eine ernsthafte Bedrohung stattfinden- man diese aufgrund solcher Medienaufmachern nicht mehr ernst nimmt und genauso milde belächelt, wie diese aktuellen Viren...
Arioffz (01.05.2009, 11:15 Uhr)
Berichterstattung
zum ablenken für blöde wie uns. Jährlich sterben mehr als, ich zitier: "as Europäische Influenza Überwachungs-System (EISS) schätzt die jährliche Zahl der Grippetoten auf europaweit 40 000 bis 220 000. Besonders gefährdet sind neben Kindern vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke. Sie sollten sich nach Rat der Fachleute unbedingt impfen lassen." Und dann kommt der Reißer Schweinegrippe und schon rückt die Berichterstattung über den Murx aus Berlin in die Ferne. Lasst euch nur alle manipulieren, ihr Kleingeister!
whismerh2 (01.05.2009, 11:04 Uhr)
RDUKE7777777
oder auch warum
gehe jetz nach drausen und genieße die Sonne.
man hört sich :-)
RDUKE7777777 (01.05.2009, 10:57 Uhr)
@whismerh2
"der sich ausnahmlos, korrupter,käuflicher, selbstverliebter und bestechlicher Politiker vornimmt"
Seuchen mit Seuchen bekämpfen, find ich gut. Aber viele Politker bleiben dann nicht übrig. Zumindest nicht von den "etablierten" Parteien. ;)
Viele Grüße und nicht vergessen: Panik haben. Den ganzen Tag!! Also wegen der Schweinegrippe meine ich. Das ist ja scheinbar so gewollt von oben. ("Es ist nicht die Frage ob Menschen sterben, sondern wie viele? Hunderte, Tausende, Zehntausende??")
facilidad_de_ser (01.05.2009, 10:55 Uhr)
Liebe Redaktion !
Sind Sie eigentlich gesetzlich verpflichtet solche Artikel zu veröffentlichen.
Sie verlieren nämlich gerade bei Ihren Lesern jegliche Kredibilität. Sind Sie sich der Konsequenzen bewusst?
Sollte irgendwann mal wirklich Gefahr drohen, werden die Leser sagen: "Naja, denen vom Stern kann man doch eh nicht glauben"
Ist das in Ihrem Sinne?
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