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7. Mai 2009, 16:29 Uhr

WHO denkt über höchste Pandemiestufe nach

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erwägt, in Kürze wegen der Schweinegrippe die Pandemie auszurufen. Der WHO-Vize hält es sogar für möglich, dass in den nächsten Monaten ein Drittel der Menschheit von dem Virus bedroht sein könnte.

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Schweinegrippe, Mexiko, H1N1, Grippe,

Desinfektion einer Bahn: In Mexiko scheint die neuartige Grippewelle mittlerweile abzuklingen© Jose Mendez/DPA

Die sogenannte Schweinegrippe bedroht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Drittel der Weltbevölkerung. Das könnte bereits in den nächsten Monaten der Fall sein, sagte der amtierende Vize-Generaldirektor der WHO, Keiji Fukuda, bei einem Treffen von Gesundheitsexperten aus Asien am Donnerstag in Bangkok. Es sei gut möglich, dass die WHO in Kürze wegen der neuartigen Grippe die Pandemie ausrufe. Derzeit steht die Pandemieskala auf der zweithöchsten Stufe Fünf.

Unterdessen stieg die Zahl der Schweinegrippe-Fälle weltweit auf mehr als 2200. Mexiko steht mit rund der Hälfte dieser Fälle weiter an der Spitze der globalen Statistik, wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm am Donnerstagmorgen mitteilte. In Deutschland bestätigte sich der zehnte Fall: Der betroffene Mann aus Sachsen-Anhalt war vor einigen Tagen aus Mexiko zurückgekehrt und hatte über eine Erkältung geklagt. Das Robert Koch-Institut bestätigte jetzt die Diagnose Schweinegrippe. Inzwischen sei der Patient jedoch schon wieder genesen.

Kanadische Forscher vom staatlichen Mikrobiologielabor entzifferten nach Regierungsangaben erstmals das komplette Erbgut von Virusproben aus verschiedenen Ländern. "Unsere vorläufigen Analysen deuten nicht darauf hin, dass sich das Virus in Mexiko signifikant von dem in Kanada unterscheidet", erläuterte Laborchef Frank Plummer. "Das bringt unser Verständnis, wie das Virus arbeitet, einen großen Schritt weiter."

Hoffnung auf einen Impfstoff

Der Startschuss für die internationale Herstellung eines Impfstoffs gegen das Schweinegrippevirus wird frühstens in der kommenden Woche fallen. Darauf wies am Mittwoch die Impfexpertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marie-Paule Kieny, in Genf hin. Eine Expertengruppe bei der WHO müsse diese Entscheidung anhand der bis dahin gesammelten Daten über die Entwicklung des Virus treffen, da sie auch die Herstellung des normalen Impfstoffes für die üblichen Grippewellen betreffe, sagte Kieny. An den saisonalen Grippewellen sterben im Jahr zwischen 250.000 bis 500.000 Menschen weltweit. Die Produktion des normalen Grippeimpfstoffes müsse deshalb unbedingt aufrechterhalten werden, sagte die WHO-Expertin.

DPA/AP/Reuters
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