12. Mai 2009, 18:02 Uhr

Zehnmal mehr Infizierte in Mexiko als bekannt

Die Schweinegrippe hat in Mexiko nach Einschätzung von Forschern zehnmal so viele Menschen befallen wie offiziell bestätigt. Eine neue Studie spricht von schätzungsweise 23.000 Infizierten. Die Behörden hingegen registrierten bislang rund 2000 Fälle. Unterdessen stieg die Zahl der von der Influenza betroffenen Länder weiter an.

Schweinegrippe, Mexiko, Studie

Mundschutz wird in Mexiko immer noch getragen©

Die Schweinegrippe hat nach Expertenschätzungen in Mexiko mindestens zehnmal so viele Menschen infiziert wie bislang gemeldet. Nach ersten Berechnungen könnten es bis Ende April bereits 23.000 gewesen sein, schreibt ein internationales Team im US-Fachjournal "Science". Bislang sind mehr als 2000 Fälle in Mexiko registriert. Das Virus sei deutlich leichter übertragbar als ein gewöhnlicher Grippeerreger.

Die Virenausbreitung sei vergleichbar mit der bei den schweren Grippe-Pandemien des vergangenen Jahrhunderts, erläuterte Hauptautor Prof. Neil Ferguson vom Imperial College in London am Dienstag. Allerdings erscheine eine Erkrankung weniger gefährlich als bei der Spanischen Grippe 1918, die zu mindestens 25 Millionen Toten geführt hatte. 0,4 bis 1,4 Prozent der Erkrankten sterben nach Angaben der Forscher an der Schweinegrippe.

Die Gruppe hatte den Ausbruch in Mexiko analysiert sowie frühe Daten der weltweiten Ausbreitung und die genetische Vielfalt der Viren betrachtet. Demnach könnte der Ausbruch Mitte Februar im Dorf La Gloria im Bundesstaat Veracruz an der Ostküste Mexikos begonnen haben.

Unterdessen meldeten bis Dienstagabend drei weitere Länder erstmals Fälle von Schweinegrippe: Finnland und Thailand registrierten jeweils zwei und Kuba einen Erkrankten. Damit stieg die Zahl der betroffenen Länder auf mehr als 30.

Weltweit starben 61 Menschen an dieser neuen Grippe. Wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm mitteilte, entfallen davon 56 auf Mexiko. 3 Kranke starben in den USA und je einer in Kanada und Costa Rica. Die Zahl der bestätigten Krankheitsfälle betrug weltweit 5283, davon 2618 in den USA und 2059 in Mexiko. In Deutschland sind nach den ECDC-Angaben bisher 12 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche spendet der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Schweinegrippe zusätzlich 5,65 Millionen Packungen des Grippemittels Tamiflu. In den nächsten fünf Monaten produziere das Unternehmen weitere 110 Millionen Packungen, teilte Roche in Basel mit. Bei Bedarf könne die Produktion bis Ende des Jahres auf 36 Millionen Packungen pro Monat erhöht werden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Kasperltheater (12.05.2009, 20:35 Uhr)
Ich bin mir relativ sicher...
dass jeder der derzeit eine Erkältung mit fiebrigen Symptomen hat, wahrscheinlich H1N1 hat...und zwar weltweit. Oder wer geht bei 37,9 Grad erhöhter Temperatur und Schnupfen zum Arzt? Und welcher Arzt meldet eine "Erkältung"? 2 Parazetamol und weiter gehts. Der Virus ist längst überall. Er ist nur nicht wirklich aggressiv. 4 Wochen lang hat doch gar niemand gemerkt, dass sich hier ein Virus verbreitet, der neu ist. Oder glaubt hier jemand ernsthaft, dass an dem Tag als der Virus begann sich auszubreiten gleich jemand da war der zufällig Patient Null, auf H1N1 geprüft hat? Lächerlich!
Wieviele Erkältungen und Grippe hatte jeder von uns? Auch im Sommer? Sommergrippe hiess das dann...entweder es war FSME oder halt was anderes z.b. H1N1...gestorben sind die wenigsten...unser Immunsystem ist für sowas konzipiert worden...4 Milliarden Jahre Entwicklungszeit...schon vergessen?
Blacky007 (12.05.2009, 20:12 Uhr)
chatahootchee
Einfach mal bewerben, die nehmen jeden und sagen Sie bloß nicht, Sie hätten Ahnung, das wäre ein definitives Ausschlusskriterium:)
chatahootchee (12.05.2009, 19:56 Uhr)
MAN MUSS SICH MAL VORSTELLEN,
dass diese Experten fuer's Schaetzen auch noch bezahlt werden! So'n Job suche ich schon lange.
Blacky007 (12.05.2009, 19:50 Uhr)
Ist ja wie den Landesbanken
Alle hauen mit Zahlen um sich, aber Genaues weiß keiner. Da muss es niemanden wundern, wenn die Menschen das alles nicht im entferntesten ernst nehmen.
butcher99 (12.05.2009, 18:21 Uhr)
Glaskugel
Herzlichen Glückwunsch. Sie haben das Teil wirklich im Griff
MEHR ZUM ARTIKEL
Schweinegrippe Virus breitet sich in USA rasant aus

Fast 300 neue Fälle an nur einem Tag: In den Vereinigten Staaten breitet sich die Schweinegrippe in rasantem Tempo aus. Nach Angaben des Seuchenkontrollzentrums in Washington haben sich in den USA bislang mehr als 2500 Menschen mit dem Virus infiziert. In Deutschland scheint sich die Lage zu stabilisieren, Entwarnung gibt das Robert-Koch-Institut jedoch nicht.

Schweinegrippe WHO denkt über höchste Pandemiestufe nach

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erwägt, in Kürze wegen der Schweinegrippe die Pandemie auszurufen. Der WHO-Vize hält es sogar für möglich, dass in den nächsten Monaten ein Drittel der Menschheit von dem Virus bedroht sein könnte.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?