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4. September 2008, 21:22 Uhr
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Staatssekretär will 100.000 Asiatinnen anlocken

Um die eigene Bevölkerung vor dem Aussterben zu retten, will der serbische Staatssekretär Zeljko Vasiljevic mindestens 100.000 junge Asiatinnen ins Land holen. Sein Plan: Belgrad zahlt den Frauen die Reise nach Serbien und den Lebensunterhalt bis zur Heirat - und bekommt dafür schätzungsweise 300.000 Babys.

Staatssekretär Zeljko Vasiljevic will mit asiatischen Frauen das Bevölkerungsproblem seines Landes lösen© Chitose Suzuki/AP

Mindestens 100.000 junge Frauen aus Laos, Birma, Kambodscha und Vietnam sollen mit serbischen Männern verheiratet werden und so die Serben vor dem Aussterben retten. Das hat kein Geringerer als der Staatssekretär im Belgrader Arbeits- und Sozialministerium, Zeljko Vasiljevic, vorgeschlagen - und dafür sehr unterschiedliche Reaktionen geerntet. Da wie in Serbien auch in Kroatien die Bevölkerungszahl rapide schwindet, wird auch dort über unkonventionelle Methoden nachgedacht.

Die Überlegungen des Staatssekretärs sind einfach. In den asiatischen Ländern, wo man "schon für ein bis zwei Dollar täglich leben kann", seien die Frauen sicher an seinem Projekt interessiert, erläutert Vasiljevic. "Das sind Buddhisten, also ein friedlicher Glaube, der unserer Orthodoxie am nächsten kommt. Die Frauen sind fähig und traditionell dem Staat gegenüber loyal. Sie pflegen den Geburtskult und für sie sind Kinder sehr wichtig", meint der Staatssekretär. "Nach meinen Schätzungen hätten wir in den nächsten fünf Jahren 300.000 neugeborene Kinder." Der Staat solle in Asien Anwerbebüros eröffnen, schlug er vor.

Im Nachbarland Kroatien hat der katholische Geistliche Anto Bakovic, seines Zeichens Präsident der "Bevölkerungsbewegung", schon vor Jahren ein "Minus von 103.000 Frauen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren" ausgemacht. Er schlägt den staatlich geförderten "Import" junger Frauen aus der Ukraine vor.

Helfen könnte ihm vielleicht Nediljko Babic, Spitzname Gangster. Er gilt als der erfolgreichste private Ehevermittler. 250 Ehen kroatischer Männer mit ukrainischen Frauen habe er in die Wege geleitet, erzählt er stolz. "Das ist doch einfach", berichtet er: "Was wir in Kroatien nicht haben, müssen wir einführen."

"Maschinen zum Kochen und Gebären"

Da immer weniger Kinder geboren werden, droht die kroatische Bevölkerung in diesem Jahrhundert von heute 4,4 auf 2,9 Millionen Personen zu sinken, errechneten Demografen. In Serbien nimmt die Bevölkerungszahl von 7,5 Millionen jährlich um bis zu 50.000 ab. Den vom serbischen Staatssekretär ins Auge gefassten Asiatinnen soll der Staat eine ärztliche Untersuchung, die Reise nach Serbien und bis zur Heirat den Lebensunterhalt zahlen.

Männer und Frauen in Serbien liefern sich in Leserbriefen und Internetforen eine heftige Schlacht über den aufsehenerregenden Vorschlag des Politikers. Die jeweils andere Seite sei an "normalen und einfachen" Männern und Frauen nicht interessiert, heißt es in gegenseitigen Vorwürfen. Den Mädchen seien nur "dicke Autos und Scheckkarten" wichtig, klagen die Männer. Die Männer suchten "nur Maschinen zum Kochen und Gebären", wird entgegnet.

Der konservative serbische Politologe Slobodan Antonic wies am Donnerstag auf ein grundsätzliches Problem hin. Nach seiner Darstellung kann das serbische Volk nur durch "ein anderes Wertesystem" überleben. Denn heute "pflegt unsere Elite die Ideale des Hedonismus, des Materialismus und des Konsums", schreibt er in der Belgrader Zeitung "Politika". "Eine Gesellschaft mit solchen Werten muss einfach anfangen zu verschwinden."

Thomas Brey/DPA
KOMMENTARE (4 von 4)
 
pops (05.09.2008, 07:48 Uhr)
Wohl Experte,
DerExperte??
Nix für ungut: Pops
S-achte (05.09.2008, 00:40 Uhr)
Vielleicht
einfach mal lernen ehrlich miteinander umzugehen? Könnte helfen, die Leute dort zu lassen.
Meine Erfahrung? Wenn einer vom Balkan das Maul aufmacht und das Wort 'Ehre' kommt raus, hat man Mafia vor sich. So, Genossen, klappt das auch mit den Mädels nicht. Wußte, im erweiterten Sinne, übrigens schon Bismarck ...
Ich hoffe, die asiatischen Mädels fallen auf den schmutzigen Trick nicht rein!!
ganzbaf (04.09.2008, 22:46 Uhr)
"pflegt unsere Elite
die Ideale des Hedonismus, des Materialismus und des Konsums", schreibt er in der Belgrader Zeitung "Politika". "Eine Gesellschaft mit solchen Werten muss einfach anfangen zu verschwinden."
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Na, aber in Deutschland erst mal )-:
ganzbaf (04.09.2008, 22:43 Uhr)
Staatsprostitution mit kirchlichem Segen?

Ich hoffe doch!
Wieviel kauft Merkel für Vorpommern? ;-D
 
 
 
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