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16. Februar 2009, 11:43 Uhr

Althaus wird wohl nicht persönlich vernommen

Die Staatsanwaltschaft Leoben verzichtet bei ihren Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung offenbar auf eine Vernehmung des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus. Eine Stellungnahme sei ausreichend, hieß es. Auch beim möglichen Strafmaß ist eine erste Entscheidung offenbar gefallen.

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Keine Vernehmung: Die Staatsanwaltschaft Leoben gibt sich offenbar mit einer Stellungnahme von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus zufrieden© Eckehard Schulz/AP

Der bei einem Skiunfall in Österreich schwer verletzte Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) wird wohl nicht persönlich von der Staatsanwaltschaft vernommen. "Eine wie auch immer geartete Stellungnahme von Herrn Althaus ist in diesem Fall ausreichend", sagte Staatsanwalt Walter Plöbst am Montag. Er bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Demnach steigen auch die Chancen von Althaus auf eine eher geringfügige Strafe.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht in einer möglichen Anklage keinen Grund für Althaus, auf das Amt oder die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl zu verzichten. "Eine Anklage hätte darauf keine Auswirkungen", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Denn es handelt sich bei dem Skiunfall nicht um moralisch vorwerfbares Tun. Dieter Althaus braucht jetzt Zeit, um wieder gesund zu werden."

Die Staatsanwaltschaft Leoben ermittelt gegen den Politiker wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, weil eine 41 Jahre alte Frau nach dem Zusammenprall mit Althaus am Neujahrstag gestorben war. "Die Vorschriften besagen lediglich, dass der Zeuge angehört werden muss. Dies ist auch in einer schriftlichen Erklärung möglich", sagte Plöbst.

Laut Zeitungsbericht hält es die Staatsanwaltschaft für nicht ausgeschlossen, dass eine mögliche Strafe für Althaus unter der Schwelle bleiben könnte, die zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister führt. Die österreichische Behörde hatte bereits kürzlich mitgeteilt, dass Althaus an dem Zusammenprall keine strafverschärfend schwere Schuld trifft. Allerdings soll der 50-Jährige einen Fehler begangen haben, weil er bergauf auf die Piste der Frau gefahren war.

Nach dem vor einer Woche bekanntgewordenen Gutachten zum Unfallhergang war Althaus mit etwa 40 Kilometern pro Stunde etwa 15 Meter weit auf die Strecke der von einer anderen Route abfahrenden Beata Christandl geraten. Er war mit ihr in einem Winkel von rund 90 Grad zusammengestoßen. Beide sollen nach dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" noch versucht haben, einander auszuweichen - "tragischerweise in dieselbe Richtung".

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
n8g8 (16.02.2009, 23:49 Uhr)
Der Steuerzahler dankt!
Endlich haben es auch die Ösis begriffen, wie der teutsche Rechtsstaat tickt.
Wäre Althaus vernommen worden, hätte Österrreich den vernehmenden Staatsanwalt wegbefördern müssen (so wie den Augsburger damals bei den Kohlschen Aktenschreddern) - nur damit Althaus als Spitzenkadidat mit gestörtem Unrechtsbewusstsein und Gedächtnislücken in den Wahlkampf in Deutschland gehen kann.
WO SAMMER DENN?!?
In Punkto Amtshilfe muss sich die EU und ihr Haftbefehl doch rechtsstaatlich auszeichnen:
Der öffentliche Lügner Koch wurde wieder gewählt und sogar Schäuble Innenminister. Ohne die seiner Aussage widersprechende Aussage der Frau Baumeister zu den Schwarzgeldkoffern der CDU, hätte er doch NIE Minister in einem Rechtsstaat werden können!!!
Mit der Vergangenheit tun sich die deutschen "Volksvertreter" nämlich leichter als die Wähler mit Langzeitgedächtnis. Das gilt übrigens für Laurenz Nimmersatt Meyer, für den ausgeMERZten und auch für "Kanzlerkandidat" Steinmeier, der seine schäubleähnliche Sympathie für Folter als Kanzleramtschef bei Kurnaz und El Masri gezeigt hat.
Derselbe Verdrängungs-Reflex schlägt bei Münte, Steinbrück und ihre Involvierung in das Puff-Gesetz Hartz IV und das Anschie als FDJ-Sekretöse für Agitation und Propaganda zu, weil sie auf dem Grundstück von Havemann abgelichtet wurde.
Wer kann bei solchen Unrechts-Beweisen den Ösis böse sein?
Giubar (16.02.2009, 18:56 Uhr)
Seltsam
Das ganze Verfahren müffelt zumindest. Ich denke nicht, dass ein Normalbürger um ein Gespräch mit dem Staatsanwalt herum kommt. Warum also ein Ministerpräsident wie Herr Althaus? Im übrigen wüßte ich gern, seit wann Herr Althaus als Kanzlerkandidat gehandelt wird. Vielleicht können mir die Vorkommentatoren da helfen und die Quelle zitieren. Vielen Dank!
guinness.1 (16.02.2009, 16:59 Uhr)
Langsam verstehe ich auch den Zusammenhang....
...zwischen dem Wunsch auf Kanzlerkandidatur und dem wohlwollenden "Unter-den-Teppich-Kehr"-Gehabe der zuständigen Behörden.
Klar ist, daß nur ein Politiker ohne Vorstrafen als Kanzlerkandidat tragbar ist. Daher auch der Hinweis, daß eine evtl.Bewährungsstrafe so gering ausfallen dürfte, daß Herr Althaus nicht als vorbestraft gilt.
.
Da hat wohl die obere Führungsebene miteinander telefoniert, und klare Anweisungen nach unten weitergegeben.
Und die Kleinen ganz unten packen weisungsgemäß alles schön in Watte.....
Krakatoa41 (16.02.2009, 16:14 Uhr)
Ekel
Langsam bekommt man von dieser Politik den ganz großen Ekel, nicht genug das in der Thüringer CDu ständig wiederholt wird, Herr Althaus wird wieder Kanzlerkandidat, nu wird auch mal wieder alles schön gemauchelt, wäre dies einem normal sterblichen passiert, hätte man kurzen Prozess gemacht, soviel also dazu vor dem Gesetz sind alle gleich, Politiker sind natürlich 100 mal gleicher. Ich Frage mich ernsthaft was dieses Verhalten mit christlich zu tun hat, dieser Parteiname ist nur noch eine Farce, es geht nur um Macht und Geld, statt Rücktritt ausitzen um jeden Preis und dabei ständig andere Parteien wie z.B. Die Linke in Grund und Boden reden, Moral ist halt ein völliges Fremdwort für Politiker. geworden
coldfire30 (16.02.2009, 16:10 Uhr)
Wie würde die Sache wohl aussehen...
... wenn die Frau anstatt Hr. Althaus diesen Unfall überlebt hätte ?? Die Justitz hätte sie in der Luft zerplückt !
traldors (16.02.2009, 16:06 Uhr)
Das war ein (...)
Unfall. Herrje, auch Herrn Althaus kann das passieren. Das moderate Zusammenspiel der Justiz, uhm, das hat "Geschmäckchen" keine Frage (...)
guinness.1 (16.02.2009, 15:44 Uhr)
Knapp zusammengefaßt....
... ist folgendes passiert:
Ein Politiker trägt (laut Gutachten) die Schuld am Zusammenstoß mit einem "normalen Menschen".
.
Also sind sich die zuständigen Behörden einig, daß das ganze eine Lappalie ist.
Klar, ist ja auch nur ein ganz normaler Mensch ums Leben gekommen.
Weiter ist ja nichts passiert. Daß sie Mutter war, spielt auch keine Rolle, schließlich ist ja noch der Vater da. Und den kann man sicherlich mit Geld ruhigstellen.
.
Wie ging doch gleich der Spruch:
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
Gruselig, das Ganze.
Bebuquin (16.02.2009, 15:25 Uhr)
@kaisergarten
Sich über angebliche Vorurteile anderer aufregen und selbst mit Vorurteilen kommen. Wohl liegt wohl die Schwäche dieser Argumentation? ...
Sanjoaquin (16.02.2009, 15:00 Uhr)
Rache der Ewigzukurzgekommenen
Wenn einer einen anderen fahrlässig tötet, dann gibt es eine Bewährungsstrafe, ganz egal, ob es sich um einen Politiker, den Papst oder Otto Normalverbraucher handelt. Das ist völlig normal, wohingegen der grösste Teil der Kommentare bloss noch eklig sind.
faculdoc (16.02.2009, 14:58 Uhr)
Zum "beinahe unschuldigen "Herrn Althaus
Wenn man dem Beitrag von DPA glauben darf,so stellt diese un-rechtliche Konstruktion der "Alpen-Behörden" ein nun tatsächlicher Affront gegenüber all denjenigen dar,welche auf korrektes Entscheiden von Staatsanwaltschaft und letztlich Richtern aus Österreich gehofft hatten. Von wegen vor dem Gesetz sind alle gleich ?! Darf man den moralischen und vor allem politischen Äquivalenzwert dieser
ProtektionismusAktion zugunsten eines de jure in allen Punkten Schuldigen erfahren ? Ich bin selbst Rechtskundiger...und ich spucke aus vor diesem justiziablen Komödienstadel ! Wann wird bei Sachen der Staatshaftung- wie auch immer -endlich mit gleichem Maß gehandelt. Mir selbst sind ganz ganz wenige Verfahren bekannt - also , warum soll es dann bei Herrn Althaus anders sein ? ! Pfui Teufel Deutschland - pfui Teufel Austria !
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