13. Dezember 2012, 07:18 Uhr

McAfee kehrt in die USA zurück

Die mysteriöse Flucht des US-Multimillionärs John McAfee nach einem Mordfall in Belize ist um eine Station reicher. Von den guatemaltekischen Behörden ausgewiesen, ist er nun wieder in den USA.

Der amerikanische Software-Pionier John McAfee ist nach seiner Ausweisung aus Guatemala in die USA zurückgekehrt. Wie US-Medien berichteten, landete der 67-Jährige am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Linienmaschine in Miami im Bundesstaat Florida. Er sei gleich nach der Landung von Bundesbeamten in Empfang genommen und durch eine Seitentür aus dem Ankunftsbereich geführt worden, berichtete der Sender ABC unter Berufung auf einen Flughafensprecher. McAfee war aus dem mittelamerikanischen Belize ins benachbarte Guatemala geflohen, nachdem die Polizei ihn im Zusammenhang mit einem Mordfall befragen wollte.

McAfee meldet sich aus Hotel

Kurz nach seiner Ankunft in Miami schrieb der Computerviren-Spezialist in seinem Internet-Blog, dass er sich in einem Hotel in South Beach befinde, wie CNN meldete. Dieser Eintrag sei dann aber wieder entfernt und durch eine Bitte an die Medien ersetzt worden, seine Privatsphäre zu achten. Ob er in dem Hotel bleiben werde oder wie seine weiteren Pläne aussehen, wollte McAfee gegenüber CNN nicht sagen.

Hintergrund der obskuren Odyssee des Multimillionärs ist der Mord an seinem Nachbarn im mittelamerikanischen Belize. Gregory Faull, wie McAfee ein Amerikaner, war Anfang November erschossen auf seinem Grundstück auf der Insel Ambergris Caye entdeckt worden, kurz nachdem er sich über Hunde und Wachleute auf dem McAfee-Grundstück beschwert hatte. Als die Polizei den Computerviren-Spezialisten dazu befragen wollte, war dieser untergetaucht und schließlich zusammen mit seiner 20 Jahre alten Freundin nach Guatemala geflüchtet. Dort wurde er wegen illegaler Einreise festgenommen.

Ausweisung freundlicher als Trennung

McAfee, der mit dem Verkauf seiner gleichnamigen Anti-Viren-Softwarefirma ein Millionenvermögen gemacht hat, beteuert seine Unschuld. Er hatte in Guatemala einen Asylantrag gestellt. Als Grund gab er an, um sein Leben fürchten zu müssen, da er das nach seinen Aussagen korrupte System in Belize nicht weiter mit Geld schmieren wolle. Der Asylantrag war jedoch abgelehnt worden.

"Sie haben mich aus der Zelle geholt und in ein verdammtes Flugzeug gesetzt", sagte McAfee noch vor Abflug aus Guatemala-Stadt dem Sender ABC. Er habe keine Wahl gehabt. Jedoch seien die Behörden des mittelamerikanischen Landes auch "nett" zu ihm gewesen. "Es war die freundlichste Ausweisung, die ich je erlebt habe. Verglichen mit meinen beiden Ex-Frauen, die mich rausgeschmissen haben, ist dies kein schrecklicher Trip."

swd/DPA
 
 
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