12. März 2010, 09:50 Uhr

"Segelmeisje" Laura provoziert die Behörden

Das 14 Jahre alte "Segelmädchen" Laura Dekker will im Juli zu ihrer geplanten alleinigen Weltumseglung starten - ungeachtet noch ausstehender Gutachten und Gerichtstermine. Die niederländischen Behörden wollen klären, ob das Mädchen überhaupt für die Reise in Einsamkeit geeignet ist.

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Laura Dekker gibt nicht auf: Im Juli will das "Segelmeisje" zur Weltumseglung starten©

Hollands "Segelmeisje" Laura Dekker will einfach nicht länger warten: Im Juli werde die 14-Jährige von der niederländischen Südprovinz Zeeland aus zu ihrem Rekordversuch der Alleinumseglung der Welt als bislang jüngster Mensch starten, kündigte ihr Vater am Freitag "vorbehaltlos" an. Damit brach Dick Dekker möglicherweise einen neuen Streit mit den Behörden vom Zaun.

Schon zwei Mal hat ein Gericht in Utrecht der passionierten Hobby-Seglerin den Rekordversuch verboten. Begründung: Laura sei für so eine gefährliche Tour noch zu jung und seelisch noch zu verletzbar. Kurz vor Weihnachten 2009 entschied das Gericht, das Mädchen bis zum Juli weiter unter die Aufsicht des Jugendamtes zu stellen. Sie darf zwar bei ihrem Vater bleiben, dieser jedoch darf keine wichtige Entscheidung über Laura ohne Zustimmung der Behörde treffen.

Gutachter sollen Eignung Lauras prüfen

Im Frühsommer wollen die Richter zunächst erneut Gutachter zu der Frage anhören, ob der Teenager genügend Erfahrung und psychische Standfestigkeit für eine viele Monate dauernde Solo-Reise über die Weltmeere besitzt. Laura selbst ist davon ebenso überzeugt wie ihr Vater und auch ihre Großeltern väterlicherseits. Trotzdem sei die neuerliche Ankündigung des Segeltörns eine Provokation der Behörden, fand die Zeitung "de Volkskrant".

Lauras deutsche Mutter, die schon lange von Dick Dekker geschieden ist, hat sich klar gegen einen baldigen Start ihrer Tochter ausgesprochen. Im April steht eine Gerichtsverhandlung über einen Berufungsantrag an, den Lauras Vater gegen die richterliche Entscheidung eingelegt hat, die Aufsicht des Jugendamtes über die Möchtegern-Weltrekordlerin bis zum Juli zu verlängern.

Neues Boot, neuer Sponsor

Zur Vorbereitung ihres Rekordversuchs, bei dem es zunächst von Zeeland aus vor die Küste Portugals und von dort weiter über den Atlantik gehen soll, ist Laura mit ihrem Vater aus der Umgebung von Utrecht nach Zeeland umgezogen. Sie wohnen jetzt in Zierikzee auf der Zeeland-Insel Schouwen-Duiveland. Dort liegt auch Lauras neue Jacht vor Anker.

Von ihrem alten Boot "Guppy" habe sich Laura ebenso getrennt wie von ihrem bisherigen Sponsor, berichtete ihr Anwalt Peter de Lange. Der alte Sponsor habe "andere Auffassungen über die Vorbereitung gehabt, das führte zu Spannungen", zitierte "de Volkskrant" den Anwalt. Auch die bisherige Sprecherin sei nicht mehr für Laura tätig, "da sie ihre eigenen Vorstellungen davon hat, was sie tun will."

Andere Teenager sind bereits unterwegs

Ende Januar war die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland in Kalifornien in See gestochen, um als bislang jüngster Mensch allein die Welt zu umsegeln. Seit Mitte Oktober befindet sich bereits ein anderer Teenager auf einer Weltumsegelung, die etwas ältere Australierin Jessica Watson. Beide könnten den bisherigen Rekordhalter Mike Perham ablösen. Der Engländer wurde im vergangenen Sommer im Alter von 17 Jahren zum jüngsten Weltumsegler.

Nur fünf Wochen vorher hatte der geringfügig ältere Zac Sunderland - Abbys Bruder - sich den Traum einer Solo-Weltumseglung erfüllt. Einen offiziellen Titel "Jüngster Weltumsegler" gibt es allerdings nicht, auch weil die jeweiligen konkreten Umstände der Törns recht unterschiedlich und daher nicht unbedingt vergleichbar sind.

DPA
 
 
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KOMMENTARE (5 von 5)
 
Swissmiss (12.03.2010, 18:17 Uhr)
Teenager-Vorbild
Wenn sich das Mädchen über die Gefahren dieses Segeltörn im Klaren ist und sich das Unterfangen dennoch zutraut, soll sie es doch tun. Ist doch toll: Da ist ein junger Mensch mit viel Ehrgeiz, Mut und unglaublicher Zielstrebigkeit. Das sollte man doch unbedingt unterstützen. Sonst müsste man doch beispielsweise auch alle jungen Menschen vom Leistungssport fernhalten, da dieser der Gesundheit der Jugendlichen ziemlich abträglich ist. Schaut doch nur, wie viele Kreuzbandrisse und Operationen etwa eine durchschnittliche Spitzenskirennfahrerin sich schon im Teenageralter zugezogen hat. Kräht da ein Hahn danach?
Freigeist5 (12.03.2010, 13:44 Uhr)
Sachlich ??
Wir schicken unsere minderjährigen Kinder in Internaten und Schulen und gehen davon aus, dass sie dort sicher sind. und ??
Ich selbst bin mit 13 aus meiner mit Nazi-Gedanken verseuchten Umgebung abgehauen und nach Indien getrampt.....
War eine Geschichte, die mein Leben sehr positiv verändert hat....... wie aus unteren Kommentaren ersichtlich ist es wohl eher so, das verantwortungslose Erwachsene sich Gedanken über eine Reise machen, aber im Alltag diese unsere eine Welt verantwortungslos aus Gier und Egoismus zerstören und ruinieren ....
Und dann wird noch behauptet es ist das BESTE für die Kinder. Unsere Enkel werden uns verfluchen dafür...
ezechel (12.03.2010, 12:20 Uhr)
Was käme nach diesem Rekord?
Wird man in Zukunft noch jüngere Kids um die Welt segeln lassen, um diesen Rekord zu brechen?
Administrator (12.03.2010, 12:07 Uhr)
@Freigeist5
Ihr Beitrag wurde gelöscht - bitte argumentieren Sie sachlich.
Fraggles (12.03.2010, 11:37 Uhr)
ich finde
Kinder haben alleine auf hoher See nix verloren, egal wie "geistig und körperlich reif sie sein mögen"

Meiner Meinung nach haben die Eltern ihr Kind dahingehend beeinflusst ,wie es schon bei anderen der Fall war, das das Kind eigendlich nur den Eltern zuliebe soetwas machen will.

Ich finde es absolut verantwortungslos sein 14 jähriges Kind alleine aufs offene Meer zu lassen gerade in der jetzigen Zeit mit Piraten und unberechenbarem Wetter.
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