. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. Januar 2009, 16:01 Uhr

Des Piraten Leid, des Fischers Freud

Mit einer spektakulären Geldübergabe sollte die Kaperung des saudischen Supertankers "Sirius Star" für die Piraten glücklich zu Ende gehen. Doch dann kamen bei einem Bootsunfall mindestens zwei Piraten ums Leben - und das Geld ging auch über Bord. Von der Beute profitieren nun andere.

Somalia, Piraten, Lösegeld

Die Geldübergabe: Ein Flugzeug wirft über der "Sirius Star" eine Geldbombe am Fallschirm ab© David B. Hudson/EPA/DPA

Sie wollten sich als Helden und erfolgreiche Neumillionäre feiern lassen, doch stattdessen fanden mindestens drei somalische Piraten in der Nacht zu Samstag den Tod auf stürmischer See. Ihr mit neun Männern besetztes Schnellboot kenterte, nur vier der Seeräuber konnten sich an Land retten, zwei weitere Männer gelten als vermisst. Dabei hatte der Abschluss des bisher größten Coup der Piraten vor der somalischen Küste zunächst eher an einen erfolgreichen Streich in James Bond-Manier erinnert.

Aus einem Flugzeug wurde ein Fallschirm mit dem Lösegeld, dass nach unbestätigten Berichten drei Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) betrug, an Bord des saudischen Supertankers "Sirius Star" geworfen, den die Seeräuber Mitte November vor der kenianischen Küste gekapert hatten. Die Piraten zählten die Beute und verließen das Schiff, das am Samstag mit der 25-köpfigen Besatzung internationale Gewässer erreichte.

Doch während die Seeleute des mit zwei Millionen Barrel Rohöl beladenen Supertankers den glücklichen Ausgang der zweimonatigen Gefangenschaft gefeiert haben dürften, konnten sich die Seeräuber nicht lange an der Beute freuen. Im Ölministerium von Riad herrscht nun womöglich eine gewisse Schadenfreude über das Schicksal der Piraten. Während der eine oder andere vielleicht gar eine Strafe Allahs vermutet, ist unklar, wie viel Geld von der See verschlungen worden ist.

Fischer in den nahe gelegenen Küstenorten dürften ihre Netze jetzt auch nach den verschwundenen Dollars auswerfen. Und Strandgut-Sammler haben sicherlich Hochkonjunktur, seit am Wochenende im Küstenort Hobyo Plastikbeutel mit Dollarbündeln an Land geschwemmt wurden.

Vermittlern könnten leer ausgehen

Unmut dürfte der Verlust zumindest eines Teils der Millionenbeute bei den Vermittlern ausgelöst haben, die zwei Monate lang die Verhandlungen mit den Schiffseignern über das Lösegeld geführt hatten. Nach den somalischen Piratenregeln steht ihnen der gleiche Anteil zu wie den am Überfall beteiligten Seeräubern, die in ihren Heimatdörfern wegen des illegal angehäuften Reichtums in der Regel bewundert und als Stütze der örtlichen Wirtschaft des Krisenstaates betrachtet werden.

So herrscht wohl nicht nur in den Familien der ertrunkenen Piraten Trauer - es sei denn, die Küstenbewohner haben am Strand unverhoffte Reichtümer aus dem angeschwemmten Lösegeld gefunden. Die Einsicht "Unrecht Gut gedeiht nicht" dürfte sich aber dennoch nicht durchsetzen und die Seeräuber am Golf von Aden zum Rückzug aus dem Geschäft mit gekaperten Tankern, Frachtern und Jachten bewegen. Schließlich werden die Einnahmen allein aus den Lösegeldern des vergangenen Jahres auf 150 Millionen Dollar geschätzt. Und der nasse Tod gehörte schon immer für die auf Seeräuberei "umgestiegenen" Fischer zum Berufsrisiko.

Eva Krafczyk/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Gratsch (11.01.2009, 23:22 Uhr)
Komische Seeräuber
Da hat der Bandenchef wohl einen großen Fehler gemacht. Die Beute hätte man erst an Land aufteilen müssen. Ich gehe davon aus das normale Bandenmitglieder nicht mehr als 5-10.000 Dollar bekommen. Der Großteil geht an die Hintermänner. Damit wird nicht sehr viel Geld im Meer schwimmen. Ich hoffe, dass alle Nummern der Scheine die die Piraten erhalten aufgezeichnet werden, dann kann man herausfinden an wenn das Geld fließt. Dumme Afrikaner können nicht zufällig einen Supertanker mitten im Indischen Ozean oder ein Schiff voller Panzer erwischen.
S-achte (11.01.2009, 21:51 Uhr)
Na denn,
wenn es dann so wahr ist, dann ist doch alles ok: Kommt das Geld endlich denen zu Gute, die immer mal wieder vorgeschoben werden, daß es keinen anderen Ausweg gibt als Piraterei zu betreiben, weil die armen Fischer nix mehr haben zum Leben.
Paßt dann doch!
Grüßle
eltalein (11.01.2009, 20:38 Uhr)
Deutsches Schlachtschiff......könnten
vielleicht auch die Retter gewesen sein, das Milliarden-Grab Bundeswehr braucht gute Nachrichten. Wer heute "Mona Lisa" im ZDF gesehen hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Mich würde es nicht wundern, wenn der Besitz von Lebkuchen-Männchen bald verboten wird.
hevosenkuva (11.01.2009, 18:31 Uhr)
Internationale Experten im Forum
Nee, Phantasie ist ja schon ne dolle Sache. (Wenn man sie sinnvoll einsetzt, statt sich irre Agentenstories mit somalischen Hauptdarstellern auszudenken.)
Blacky007 (11.01.2009, 18:17 Uhr)
Wer es glaubt...
Genialer Plan!
-
Man lässt das Schnellboot kentern, taucht ab und wird ein paar Meter unter Wasser mit Sauerstoffflaschen erwartet - dann nimmt man ein paar Bündel Dollar und lässt sie im Wasser und taucht in aller Ruhe zurück an Land. Mit einer Verfolgung muss man nicht mehr rechnen, da ja alle Welt glaubt, dass man beim Kentern ertrunken sei...
-
Wie sagen es Magier immer so schön: es geht nur darum die Menschen geschickt zu täuschen...dann glauben sie alles
friedolin (11.01.2009, 18:08 Uhr)
Es sollte doch wohl nicht so schwer gewesen sein
den Piraten auf der Heimreise ne feine Lenkrakete in die Nusschale zu steuern. Das kann man ja auch irgendwie als "stürmische See" bezeichnen.
Maria1000 (11.01.2009, 17:55 Uhr)
oha...göttliche Gerechtigkeit, es gibt sie also DOCH?
.
starmax (11.01.2009, 16:28 Uhr)
Tarnen, täuschen und verp..sen
nannte man das früher schon, um Strafverfolgung zu vermeiden.
MEHR ZUM ARTIKEL
Somalia Piraten geben Supertanker frei

Der von somalischen Piraten gekaperte saudi-arabische Supertanker "Sirius Star" ist wieder frei. Das teilte der Anführer der Piraten am Telefon mit. Die Kidnapper hatten ursprünglich 25 Millionen Dollar Lösegeld gefordert. Gezahlt worden ist aber offenbar nur ein Teil der Summe. mehr...

Somalia Bundeswehr wehrt Piraten ab

Ein deutsches Kriegsschiff hat im Golf von Aden einen Piratenangriff abgewehrt. Die Piraten hatten vor der Küste Somalias das Feuer auf ein Handelsschiff eröffnet und konnten erst im letzten Moment am Entern gehindert werden. mehr...

Bundeswehreinsatz gegen Piraterie Erst kämpfen, dann aufbauen

Der Bundeswehreinsatz gegen die Piraten vor der Küste Somalias ist richtig, sagt der ehemalige Präsident des Internationalen Seegerichtshofs, Rüdiger Wolfrum, im stern.de-Interview. Allerdings müsse auf den Marine-Einsatz auch der Wiederaufbau des Landes folgen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe